Wechsel von den Iron Bloggern Berlin nach Bonn

Ironblogger Bonn
Ironblogger Bonn

Damals, vor dem Krieg, als die Ironblogger sich in Berlin gründeten, bekam ich das mit und wollte mitmachen und habe auch mitgemacht. Ich bin quasi Ironblogger der ersten Stunde in Deutschland. Blöd war nur igendwie, dass ich immer nicht dabei sein konnte, wenn in Berlin die Kasse leergesoffen wurde.

Nun habe ich den Schritt getan und bin von den Ironbloggern Berlin zu denen in Bonn gewechselt. Ich freu mich! Bald kriege ich Bier für meine blogtechnischen Verfehlungen und muss nicht aus der Ferne zusehen (oder die Kohle spenden, wie ich das ja auch schon mal gemacht habe). Und ich bin ganz gespannt auf die ganzen anderen Blogger*innen hier am Ort, das muss ich mir wohl gefallen lassen, wenn mir jemand vorwirft, ich hätte die Blogger*innen hier am Ort sträflich… äh…

Egal, wann geh’n wa trinken?

Flattr this!

Wo steht mir der Kopf?

Meine Güte, hier ist was los die letzten Tage! Ständig Parteitermine mit Vorstandssitzung, Jahreshauptversammlung und Klausurtagung, dazwischen zum Neujahrsempfang der Beueler CDU mal gucken gehen, kaum ist das erledigt, bin ich schon wieder dran mit D64-Ticker schreiben und Polly muss auch noch in die Hundeschule. Auf der Arbeit ein neues Projekt begonnen und für die #rp14 habe ich mit @holadiho vielleicht auch noch was vor. Der große Sohn hat sein erstes Fußballturnier und er und sein Team werden auf Anhieb vierte (von acht), aber da müssen sie schon zu Oma und Opa gebracht werden. Ja, und dann beie Ironblogger geslackt, ey!

Moment, ich geh grade mal mit Polly raus…

Flattr this!

Eulen im Glas und Ehrenpodex

Schnell, ich muss noch was bloggen, sonst ist wieder ein Fünfer fällig. Aber es soll nichts mit Partei oder Forderungen zur Verbesserung der Welt zu tun haben (es wurde gemault in meinem Umfeld).

image
Eule im Glas

Daher hier ein Bild von einer Eule im Glas. Ausserdem möchte ich kurz von den Bemühungen berichten, die Kinder dazu zu bringen, dicke Hintern in Zukunft bitte weniger offensiv zu benennen. Für den Fall, dass eine Benennung des Offensichtlichen nicht zu umgehen ist, solle doch der Terminus „Ehrenpodex“ verwendet werden. Ich zweifle jedoch, ob die Kinder das bereits so verinnerlicht haben, dass sie diese Sprachregelung in Drucksituationen parat haben.

Flattr this!

Blogschulden sind Ehrenschulden

Symbolbild Blogschulden, selbstgeschossenHabe gerade mit Erschrecken gesehen, dass ich bei den Ironbloggern Berlin derartig viele Schulden habe, dass ich dort als „punted“ geführt werde. Wie kam es dazu?

Damals™ war ich ja quasi Gründungsmitglied bei den Ironbloggern Berlin, ich fand die Idee gut und wollte mitmachen, auch wenn Berlin ziemlich weit weg ist und mir klar war, dass ich nicht bei jedem Biertrinktermin dabei sein können würde. Was ich nicht überblickt hatte: Jedes Mal, wenn die anderen sich treffen, zahlen die auch ihre Schulden und versaufen sie, während bei mir die Schuldenuhr einfach immer weiter tickt. Am Jahresende standen so genau 40 Tacken auf der Soll-Seite – und ab 30 wird man gepuntet.

Ich habe mir daher folgendes überlegt: Immer, wenn ein Biertrinken ansteht, bei dem ich nicht dabei sein kann, spende ich meine bis dahin angehäuften Blogschulden an eine nützliche Institution, wenn ich dabei sein kann, wird’s in Bier angelegt.

Für den Jahresabschluss 2012 bedeutet das: 25,00 € gehen an „Ärzte ohne Grenzen“, die seit dem 28.11.2012 (also dem letzten Biertrinken) angesammelten 15,00 € bleiben auf meinem Ironblogger-Schuldenkonto stehen.

So agreed with @antischokke am 07.01.2013.

Update: Die Spende an „Ärzte ohne Grenzen“ ist raus.

Habe meine Schulden umgehend beglichen.

Flattr this!

Vision vom Bundes-Ironblogger-Sommer-Fahrradkino

Seit Jahren schon würde ich ja gern mal sowas hier machen: http://www.fahrradkino.de.

Warum nicht im Sommer als Event der Ironblogger? Inzwischen gibt es ja bundesweit ein paar (Ruhr und Freiburg sind mir neben Berlin nun noch bekannt), vielleicht lassen sich ja welche zusammenschließen und man macht ein Bundes-Ironblogger-Sommer-Fahrradkino daraus? Es sollten sich ja genug Kreative finden lassen, die sich ein Rahmenprogramm ausdenken können, es sollten sich auch ein paar Businesserfahrene finden, die schon mal so was organisiert haben, ein paar Nerds, die die paar Fahrräder zusammengeschweißt kriegen werden sich doch auch auftreiben lassen?

Ich sehe es vor mir: Ein lauer Sommerabend, schon seit dem Nachmittag finden sich die Besucher ein und sitzen wie die Hippies im Schatten und machen Musik, ein großes Feuer wird vorbereitet, über dem sich am Abend ein Ferkel (glücklich gezogen und im vollem Besitz seiner geistigen Fähigkeiten uns zu liebe den Freitod gewählt habend!) dreht, Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg, die Kinder laufen herum und spielen im Staub, es gibt Bier vom Fass. Live-Musik, Gespräche, Spanferkel, Fahrradkino, zelten. Die ganzen Yrren aus der Timeline zusammen und alle sagen: „Smooth, Alter!“

Oh ja, Bär, das wär was!

Flattr this!

Augen zu Spiel

Neulich einen Film irgendwo im Fernsehen gesehen, in einer Szene sitzen Jürgen Vogel, Daniel Brühl und so eine junge Frau am Flughafen und die Frau sagt: „Alle mal Augen zu!“ und alle machen die Augen zu. Keine Ahnung mehr, warum sie das nochmal gesagt hat, aber Daniel Brühl hat zwischendurch gelinst. Und die Frau hat auch gelinst und gesehen, dass Herr Brühl sich nicht an die Abmachung gehalten hat.

Hier nun das Spiel: Die einzige Regel ist, dass alle Mitspieler die Augen zumachen und wer sie als erster wieder öffnet, hat verloren.

Ich finde die Idee irgendwie faszinierend, weil das ganze Spiel mit dem Verlierer steht und fällt. Der Gewinner weiß erstmal nicht, dass er gewonnen hat. Der Verlierer weiß sofort, dass er verloren hat und seine Ehrlichkeit bestimmt im Wesentlichen den weiteren Spielverlauf. Macht er einfach die Augen wieder zu? Oder sagt er „Mist, verloren!“ und gesteht dem anderen zu, der Gewinner zu sein? Was, wenn der Verlierer die Augen offen hat und dann vom Gewinner erwischt wird? Welche Rolle spielt dabei, in welcher Beziehung die Mitspieler zu einander stehen? Wem würde ich als Verlierer die Wahrheit sagen, bei wem würde ich die Augen wieder zu machen und mein Glück später noch einmal versuchen? Könnte man dieses Spiel mit hohem Einsatz spielen? Wer würde sowas tun? Gibt es Leute, die die Augen so lange geschlossen halten, bis alle anderen gegangen sind? Ab welcher Zeitspanne halten sich die Mitspieler für den Gewinner? Ab welcher Zeitspanne werden die, die sich für den Gewinner halten, misstrauisch? Was macht man, wenn man misstrauisch geworden ist? Nur sprechen? Oder gucken und riskieren, dass man dann doch verliert? Ist das ein Spiel, das immer im Streit endet? Wenn ich gewinne, obwohl ich zwischendurch gemogelt habe, wie fühlt sich das an?

Der wesentliche Faktor ist: Es gibt keinen Schiedsrichter. Die Mitspieler sind darauf angewiesen, sich selbst zu einigen, ganz wie im  richtigen Leben.

Flattr this!

California Dreamin‘ auf nordrheinwestfälisch

Heute morgen, also am Montag, dem 2. Januar 2012, war’s schlimm. Erster Tag zurück in den Alltag nach den Weihnachtsferien, verdrehte Kinder, Regen.

Timeline checken, alle anderen Twitterer sind noch zu Hause, haben ihre Ferien noch etwas verlängert. Mit nassen Füßen betrete ich das Büro. Irgendjemand hat mir diesen wunderbaren Ausruf von Boris Becker in die Auslage retweetet: „Vergangenheit ist OVER !!!

Und plötzlich höre ich in meinem Kopf „Advantage Becker“, Schiedsrichterstimme, herausgerutschte und mühsam zurückgeholte Jubler aus dem Publikum am Center Court von Wimbledon.

Und dann ist die Sonne da, warm, wir laufen in kurzen Hosen und barfuß in Tennisschuhen herum. Mein Vater lebt noch, er hat gerade seinen von ihm mit seinen Tennisfreunden gebauten Tennisplatz gewässert, das kleine Turnier kann losgehen. Im Fernsehen spielt Boris Becker und revolutioniert das deutsche Tennis. Ein Freund aus dem Tennisverein (in dem mein Vater und wir Kinder Mitglied sind) arbeitet irgendwas in der Industrie im Ruhrgebiet und hat einen selbstgeschweißten Stahlgrill angekarrt, ein ganzes Schwein wird sich daran drehen. Viele Freunde, Verwandte und Bekannte der Verwandten kommen auf unseren Hof, Sommerwetter at its best. Wir haben alle Gäste in Gruppen eingeteilt und spielen ein Turnier, immer Doppel, immer nur einen Satz (weil wir nur einen Tennisplatz haben und wir sonst nicht alle durchkämen). Ich bin irgendwas um die neun oder zehn Jahre alt. Unser Hof ist groß, der Tennisplatz liegt rechts von dem Weg, der von der Hauptstraße zu unserem Hof hinunter führt. Auf dem Hof angekommen, steht links die weiße Scheune, in der mein Vater seine landwirtschaftlichen Geräte unterbringt, die er aber für das Fest beiseite geräumt hat. Der monströse Grill steht vor dieser Scheune, falls es Regen geben sollte und man schnell in die Scheune umziehen muss. Aber es regnet kein bisschen, es ist Kaiserwetter. Meine Großmutter lebt auch noch, sie hat ihren Butterkuchen gebacken, dessen Rezept sie Jahre später kurz vor ihrem Ableben exklusiv meiner ältesten Schwester weitergegeben hat. Die aus Düsseldorf und Umgebung angereisten Gäste lobpreisen diesen Kuchen hymnisch. Alle tragen weiße Tennissachen und alle sind fröhlich. Mein Onkel, der Bruder meiner Mutter, der derjenige ist, über den die ganzen Düsseldorfer zu uns gefunden haben, ist der lustigste. Mein Vater spielt gerade sein erstes Match, niemand hat so einen harten Aufschlag wie er (außer Boris Becker im Fernsehen, der hat einen so harten Aufschlag wie noch nie jemand vor ihm. So an die 200 Sachen!)

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob der alte Spieker noch vollständig steht oder ob der Brand schon war, dem die Hälfte des Gebäudes irgendwann zum Opfer gefallen ist. In diesem Feuer hatte ein Pferd derartig schwere Verbrennungen und Vergiftungen davongetragen, dass es notgeschlachtet werden musste.

Der ganze Hof steht voller Autos mit Recklinghäuser, Düsseldorfer und Borkener Kennzeichen, mein Onkel (der Bruder meiner Mutter) zapft das erste Bier, natürlich wurde auf einer Feier wie dieser eine Theke von Finke, der lokalen Kneipe gleich hinter den Bahnschienen, herbeigeschafft und es wurde Bier vom Fass getrunken. Ich trinke nur Mineralwasser, weil ich noch ein Kind bin, vielleicht darf meine älteste Schwester schon mal etwas Sekt probieren. Alle Gäste bleiben über Nacht, sie haben sich in allen irgendwie verfügbaren Ecken unseres Hauses eingerichtet, einige zelten auf dem Rasen. Der Hof ist staubig, wenn man barfuß darüber läuft, merkt man, wie warm er ist.

Eine Frau ist unter den Gästen aus Düsseldorf, die Melitta mit Vornamen heißt, wir Kinder lachen uns kaputt, die heißt ja wie das Filterpapier! Ich spiele auch Tennis, ich spiele im Doppel mit Florian, ein Freund meines Cousins aus Düsseldorf oder so (die genauen Beziehungen der Gäste untereinander und zu uns sind mir fast alle nicht klar). Ich spiele gar nicht schlecht, aber leider verlieren wir unser Spiel. Mein Vater gewinnt alle Spiele und schwärmt von Boris Becker. Wenn mein Vater nicht spielt, macht er an der Seite nach, wie Boris Becker ANSATZLOS – zupp!- einen Stop spielen kann. Er erzählt, dass er im Fernsehen gesehen hat, dass Boris Becker hundert Bälle zugespielt bekommt und jeden dieser hundert Bälle genau auf eine Zeitung zurückspielen kann, alle hundert. Und dass sie dann die Zeitung halbiert haben und Boris Becker wieder alle hundert Bälle auf die Zeitung gesetzt hat. Und so weiter. Wir treffen die Bälle oft nicht richtig und sie eiern in hohem Bogen über den hohen Maschenzaun in die Brombeerbüsche oder noch weiter bis in den Bach. Ständig sind Gesandschaften aus Kindern und Erwachsenen im Gebüsch und im Bach unterwegs, um die vielen Bälle wieder einzusammeln. Dabei essen wir Brombeeren (auch die roten sauren).

Boris Becker hat wie ich am 22. November Geburtstag. Boris Becker ist ein Phänomen, das ich mit offenem Mund bewundere. Meine Schwester (also die dritte von uns Kindern, die direkt über mir) ist bereits in einem Lästeralter und malt hämische Bilder, wie Boris Becker Pommes isst und ganz fett wird. Das hat mich damals gekränkt.

Zwischen dem alten Spieker (von dem ich immer noch nicht weiß, ob er zu dieser Feier nun schon abgebrannt war oder nicht) und dem großen Kuhstall stehen zwei riesige Kastanienbäume. Meine älteren Schwestern haben eine Hängematte dazwischen gehängt. Ich liege mit meiner Tante oder irgendwem anderen in dieser Hängematte und gucke in die Kastanienblätter, wir lachen über den Namen der Filterpapierfrau und die Filterpapierfrau lacht mit uns. Ich weiß nicht mehr, wie der Tag für mich zu Ende ging, vielleicht bin ich irgendwann irgendwo auf jemandes Schoß eingeschlafen. An dem riesigen Grill dreht sich das ganze Schwein, viele sind inzwischen aus dem Turnier ausgeschieden und trinken Bier und reden und machen so eine Sommerabendgeräuschkulisse. Die letzten Spiele auf dem Tennisplatz finden spät und bereits im Halbdunkel statt.

Aber Vergangenheit ist OVER !!! Nur hin und wieder nicht so ganz. Und Ihr könnt alle sagen was Ihr wollt, aber Boris Becker, den mag ich immer noch.

Die Arbeit rief, ich klappte den Rechner auf.

Flattr this!

Wie ich 2011 eine Wahrheit fand

Was muss ich mich in Angelegenheiten
mit mir selber ständig streiten?
Sieh es so! Sieh es doch anders!
Lies mal hier! Denk an die Pandas!
Rette diese! Schütze jene!
Wisse das hier und verstehe!
An den Mühen es nicht mangelt,
von Axiom zu These man sich hangelt,
doch Einwand Einwand folget gleich.
Ist ja doch nicht alles ganz so leicht.

Mit Denken, Lesen, Horchen,
konnte ich nichts finden
was im Bestand bis morgen
jeden Widerspruch sollt überwinden.

Da besann ich mich.

Dem Volke auf das Maul geschaut!
Nun eine Wahrheit kann ich sagen!
Stellte fest, man kaum sich traut,
noch Oberlippenbart zu tragen.

Na immerhin.

Flattr this!

Iron Blogger Bonn

Einer wunderbaren Idee von @antischokke und @thornet folgend habe ich mich gestern abend spontan und völlig unbedacht auch der „Iron Blogger“ Aktion angeschlossen. Das bedeutet: Mindestens einen Blogbeitrag pro Woche oder fünf Piepen zahlen!

Am Ende gehen alle Teilnehmer der Aktion das Geld in Bier anlegen (aka saufen).

Das stelle ich mir herrlich vor! „Ich habe Deinen Beitrag »Schummel nicht, Bettina!« geradezu verschlungen, wirklich, die Figur ist aber auch so schön getroffen!“ oder „Ich habe Jahre gebraucht, bis ich Ovid of Ysdy Vith and Shuft auf die Schliche gekommen bin, was habe ich gelacht!“

Ich glaube, dass man durch die „Entschuldigung“, dass man ja für den Iron Blogger schreiben muss!, viele Hemmungen abbaut und auch Texte raushaut, die einem zunächst gar nicht so wichtig sind, die aber mit der Reife der Zeit vielleicht besondere Kleinode werden können.

So bin ich nun der Iron Blogger aus Bonn (gibt’s vielleicht noch mehr hier aus der Gegend?) – ich freu mich!

Flattr this!