Blogparade „Wir stehen zusammen – #WithRefugees“

Der fabelhafte Peter Ruhenstroth-Bauer hat in seiner Funktion als Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe zu einer kleinen Blogparade aufgerufen – und weil ich zum einen Peter toll finde und weil zweitens die deutsche Blogosphäre imho mal ein deutliches Zeichen setzen sollte, wer hier eigentlich die Mehrheitsmeinung vertritt, beteilige ich mich sehr gern daran.

Hier die Fragen und meine Antworten darauf:

Wie hat sich die Willkommenskultur in Deutschland deiner Meinung nach verändert?

Als im Sommer und Herbst 2015 u. a. wegen des Krieges in Syrien sehr viele Geflüchtete nach Europa und vor allem auch nach Deutschland kamen, war ich richtig ergriffen ob der Hilfsbereitschaft, die unzählige Freiwillige und Ehrenamtliche an den Tag gelegt haben. Die „Trains of Hope“ liefen in vielen deutschen Großstädten ein und tausende Geflüchtete wurden dort mit offenen Armen, Spenden und direkter Hilfe begrüßt. Angela Merkel hat mit ihrem Satz „Wir schaffen das“ ein sehr wichtiges Zeichen gesetzt, nämlich dass wir nicht nur verpflichtet sind, Menschen in Not zu helfen, sondern dass wir auch das Selbstvertrauen haben sollten, dass wir das auch können. Tausende Freiwillige haben das eindrucksvoll bestätigt. Heute, zwei Jahre später, ist zumindest in den Medien der Ton ein anderer. Konservative erzählen uns was über „sichere Herkunftsländer“, in die Geflüchtete abgeschoben werden sollen, auch wenn dort Menschen nach wie vor Terror, Krieg und Gewalt ausgesetzt sind.

Dabei habe ich das starke Gefühl, dass bei denen, die bis heute freiwillig helfen, sich an der ursprünglichen Haltung eigentlich gar nichts geändert hat. Ich glaube, dass die, die 2015 nachts zu den Bahnhöfen geströmt sind, das heute wieder tun würden. Ich glaube, dass die, die bis heute täglich freiwillig und ehrenamtlich Hilfe leisten, immer noch genauso zahlreich sind – aber nicht so laut. Warum auch, wenn ich täglich wie selbstverständlich meine gute Arbeit abliefere, dann ist das eigentlich keinen schreienden Medienbericht wert. Wäre es aber eigentlich doch.

Was Angela Merkel bei ihrem eigentlich guten Satz „Wir schaffen das“ vergessen hat: einen Halbsatz, der mit „indem wir“ anfängt. Einer entschlosseneren Kanzlerin wäre so ein Halbsatz leicht gefallen.

Was können du und andere Blogger unternehmen, um die öffentliche Meinung gegenüber Flüchtlingen positiv zu beeinflussen?

Wir sollten dem, was vielen selbstverständlich erscheint, mehr Raum geben – im Internet, in den klassischen Medien, in den Schulen, im Bus morgens, in den Büros und in den Kneipen. Wir sollten nicht von Flüchtlingswellen sprechen, sondern uns Mühe geben, die persönlichen Schicksale zu erkennen und von diesen zu erzählen. Wir sollten uns Mühe geben, das Framing zu verändern, in dem über Geflüchtete gesprochen wird. Wir sollten uns klar machen, dass Flüchtlingshilfe ein wesentlicher Faktor gegen Radikalisierung ist – und genau das sollte in allen o. g. Kanälen von den Blogs über die Schulen bis in die Kneipen ein allgemeiner Tenor werden. Blogger*innen spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle, prägen sie doch maßgeblich Diskurse, die online geführt werden, indem auf ihre Artikel in Diskussionen in den verschiedenen Timelines einfach verlinkt werden kann.

Hast du eine Idee, was Menschen, die sich (online) für Flüchtlinge engagieren möchten, noch tun können?

Tut Euch zusammen. Bei Facebook gibt es die fabelhafte Idee #ichbinhier – dort tun sich Menschen zusammen, die in Online-Diskussionen Widerstand leisten gegen Hetze und an den Haaren herbeigezogenen Kommentaren. Dort findet man konkrete Hilfe, wie man sich dem Hass entgegenstellt.

Und das ist symptomatisch dafür, was man tun kann: Sich gegenseitig stärken, sich virtuell unterhaken, der Sprache der Hetze eine andere Sprache entgegensetzen, die „Frames“ zu verschieben. Durch die Verwendung von Namen statt von Zahlen – und vor allem durch das klare Bekenntnis: Ich stehe hier und bei mir treffen Geflüchtete und deren Helfer*innen auf ein offenes Ohr.

Hattest du schon persönliche Begegnungen mit Flüchtlingen? Erzähle uns doch von Deiner Begegnung.

Meine Kinder berichten, dass in ihren Klassen auch geflüchtete Kinder auftauchen und dass diese Kinder es nicht leicht haben. Dass sie manchmal aggressiv sind – und sogar mein sechsjähriger Sohn versteht, dass solche Aggressionen Gründe haben müssen.

Wir haben, unsere Kinder, @frau_ratte und ich, einer Geflüchtetenunterkunft in Bonn mal 200kg Spielsand im Baumarkt gekauft. Die Kinder haben ihr abgelegtes Sandspielzeug dazugelegt. Als wir später am Abend ein Foto in der TL sehen konnten, auf dem die Kinder der Geflüchteten mit unseren Sandautos und Schippen gespielt haben, hat das glaube ich in meinen Kindern etwas sehr schönes ausgelöst. Das Gefühl, geholfen zu haben, ist etwas sehr schönes und eindrucksvolles, das sollten wir viel mehr kultivieren.

So, und wenn Du selbst vielleicht auch noch eine Kleinigkeit tun möchtest, dann

a) schreib auch einfach eine Blogpost und
b) unterzeichne wenigstens die Petition der UNO Flüchtlingshilfe.

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Die elf Fragen des @adenauerhut

Soeben sehen meine entzündeten Augen, dass el @adenauerhut mir ein Blogstöckchen zugeworfen hat, das ich natürlich gerne auffange, hier kommen die Fragen und meine Antworten:

 

  • Bier oder Wein?
    • Bier, auch wenn Wein in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat.
  • Magst du den Winter?
    • Ja, aber nur kurz. Die knapp 20°C kurz vor Weihnachten fand ich gar nicht so schlecht, die Kinder können im Garten spielen.
  • Welches Buch liest du gerade?
    • Habe gerade „Schneckenmühle“ von Jochen Schmidt ausgelesen. Ich stelle fest: Die Unterschiede zwischen Ost und West waren gar nicht so groß, die Sprache habe ich damals tief im Westen auch so verwendet.
  • Welche Serie kannst du derzeit empfehlen?
    • Fargo. Ich bin aber nicht so der Seriengucker, et @frau_ratte ist da beschlagener.
  • Döner oder Falafel?
    • Döner. In der Rolle, nicht in der Tasche.
  • Deine nächste technische Anschaffung?
    • Wahrscheinlich irgendwas fürs Coder Dojo Bonn. Gerade finde ich diese ganzen Klein-Boards auf Arduino-Basis ganz spannend, z. B. den CodeBug, von dem habe ich mal zwei bestellt, im Moment haben die Dojo Ninjas die mit nach Hause genommen.
  • Wie stehst du zu Clowns im Allgemeinen?
    • Ich finde Clowns lustig und möchte gerne selber einer sein. Also nicht so einer, der Kindern Angst macht, weil er hinter der Maske eigentlich ein Finsterling ist, sondern einer, der gar keine Maske trägt und Witze macht, die er selbst auch lustig findet.
  • Lernt man in der Schule für das Leben oder für die Schule?
    • Man lernt ja nicht nur im Unterricht. Ich finde Schule als soziales Ökosystem sehr spannend. Die Digitalisierung rüttelt heftig an den alten Mauern und es ist überfällig, dass weite Teile davon endlich einstürzen. Die alten Antipoden „Lehrer*innen“ vs. „Schüler*innen“ gibt es leider immer noch, statt dass endlich verstanden wird, dass man kollaborativ und am gleichen Strang ziehend eine sehr sehr gute Zeit haben kann, in der man viel von einander lernt.
  • Suggestivfragen sind blöde, oder?
    • Ja, sie setzen mich unter Druck, etwas total unorthodoxes sagen zu müssen.
  • Tesla oder Porsche oder was ganz anderes?
    • Bin bei den Luxus-Autos raus. Das dicke Auto als Statussymbol langweilt mich. Low Carbon Footprint, zufriedene und interessierte Kinder und eine Beziehung auf Augenhöhe finde ich als Grund, mich zu bewundern, viel besser. In technologischer Hinsicht dann aber doch Tesla, weil die als erste die uralte Idee des Elektroautos wieder salonfähig gemacht haben.
  • Worauf willst du am Ende der Woche stolz sein?
    • Dass wir mit unserer neuen Firma trackle wieder ein paar große Schritte gemacht haben werden. Hoffentlich. Und auf irgendwas, was meine Kinder gemacht haben werden, es hilft ihnen sehr, wenn ich stolz auf sie bin, denn dann fühlen sie sich sicher.

Nun muss ich selbst elf Fragen stellen und zwar an @kaffeeringe, @hilliknixibix, @holadiho und @wasalski, here we go:

  1. Wenn Du ein Song wärst, auf welchem Instrument wärst Du komponiert worden?
  2. Du hast eine Verabredung mit Angela Merkel auf einer Kuhweide im Allgäu, welches Schuhwerk trägst Du? Und was würde @Nico als Kanzler besser machen als Angela Merkel (also auf der Kuhweide jetzt)?
  3. Wie ist der Name der Hauptfigur in Deinem ungeschriebenen Roman?
  4. Du gehst mit Deine*r Partner*in durch den Wald, plötzlich wird Dein*e Partner*in von einem Russen angegriffen. Du hast eine Waffe dabei. Wie reagierst Du?
  5. Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?
  6. Stell Dir vor, @frau_ratte kommt mit einer Stinkwut nach Hause, wie heiterst Du sie auf?
  7. Was ist Dein Lieblingsessen und was bedeutet essen für Dich?
  8. Die Welt lässt sich ja im Kleinen ganz gut verbessern. Wo bei Dir?
  9. Was ist das freundlichste, was Du kennst?
  10. Welche Impertinenz würdest Du gern mal begehen?
  11. Seit wann schlägt Dein Herz nur noch für den BVB?

 

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Gastbeitrag: Blogparade #DigitalLEBEN

Was für ein Glück: Ich muss mir keinen Eiskübel über den Kopf stülpen. Nein, der famose @pausanias lässt mich den Meinungsgeschirrspülertodeath ausräumen und nimmt mich für die Blogparade #DigitalLEBEN gleichsam in seine binär-vulgäre Kommune „… wie wir hier sagen!“ auf. Vielen Dank für das Forum, Mäx!

In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich …

… nicht in einer besonderen, von der „richtigen“ Welt getrennten Ecke zu sein. Analoges wird digital, und Digitales wird vernetzt. Mit Freunden tausche ich mich in sozialen Netzwerken aus, verabrede Treffen mit Messenger-Apps, Kalender, Kontakte und selbst der Einkaufszettel sind digital. Ich entscheide, von welchem Dienst ich in verschiedenen Themenbereichen Nachrichten und Informationen erhalte. Fernsehen schaue ich nicht mehr linear, es sei denn, das Bild ist grün und 22 (meist Männekes) laufen rum und spielen Ball.

Mein Computer ist für mich …

… eine Maschine, die Eingaben bzw. Befehle ausführt, Rechenprozesse vollzieht und Ergebnisse auf Peripheriegeräten darstellt. – Das wäre meine Antwort Mitte der 1980er Jahre gewesen, als ich auf dem VC 20 meine ersten digitalen Gehversuche unternommen habe. Heute habe ich nicht einen Computer, sondern Smartphone, Tablet, Dienst-Notebook. Dazu Smart-TV, Spielekonsole und einen Blu-ray-Player. Alle digital und mit dem Internet verbunden. Das ist für mich Arbeit, Unterhaltung, Informations- und Kommunikationsmedium. Meine „Computer“ sind Lebensbegleiter.

Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist …

… poah! Wer das weiß, ist in zwei Jahren Multimilliardär und hat Mark Zuckerberg als seinen Laufburschen ;-) Heute würde ich sagen: Digitalisierung von Informationen und Vernetzung von Menschen und Maschinen ist die bestimmende gesellschaftliche, wirtschaftliche und wissenschaftliche Triebfeder der nächsten einhundert, zweihundert Jahre. Digitalisierung und Vernetzung ist für mich gleich Buchdruck mal Aufklärung mal Industrialisierung mal Automatisierung mal Elektrifizierung.

Bedrohlich! Wir müssen aufpassen, dass …

… wir Macht, Produktivität und Chancen in der digitalisierten und vernetzten Welt freiheitlich, gerecht und solidarisch verteilen.

Die Digitalisierung verändert mein Leben durch …

… die Chance auf Vernetzung mit potenziell allen Menschen und Informationen.

Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?

Das, was sie daraus machen. Ich hoffe: Nähe, Gemeinschaft, Flexibilität im Alltag.

Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung der Zukunft aussehen?

Bildung begleitet uns ein Leben lang: Wir lernen als Kleinkinder soziale, motorische und kognitive Grundfähigkeiten, als Kinder möglichst viele Sprachen, als Jugendliche Umgang mit Quellen, Meinungen und Medien, und als Erwachsene, die kindliche Neugier nie zu verlernen.

An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter?

In dem Maß, in dem Arbeitgeber*innen von der Erreichbarkeit profitiert, müssen Arbeitnehmer*innen aus der Flexibilität Nutzen ziehen können. Das bedeutet für Vertrauensarbeitszeit und keine Stechuhren mehr. Die Forderung „Samstag gehört der Papa mir“ muss neu definiert werden. Dafür brauchen wir starke Gewerkschaften, die sich nicht an der Besitzstandswahrung, sondern am Fortschritt orientieren.

Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt?

Wir müssen Märkte für Neugründungen offen halten und Vermachtungen unterbinden. Produktivitätsfortschritte müssen gerecht verteilt werden, insbesondere wenn Erwerbstätigkeit als Quelle der Einkommenserzielung zunehmend zurückgehen wird. Vermögende müssen langfristiger denken, sich auf Wagnisse einlassen und ihr Vermögen in digitale Innovationen anlegen. Zudem brauchen wir einen neuen Ordnungsrahmen für Daten als Handelsware und Währung, am besten auf europäischer und internationaler Ebene.

Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass …

… sie sich weiterhin dem Fortschritt verschreibt und für Chancengerechtigkeit, sozialen Ausgleich und Freiheit sorgt – gerade in einer digitalisierten und vernetzten Welt.

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#DigitalLEBEN – mein Beitrag zur Blogparade

Endlich! Ich werde ganz offiziell nach meiner Meinung gefragt, der unvergleichliche @kaffeeringe hat mich für die #DigitalLEBEN Blogparade (starkes Symbolbild, btw, hehehe…) nominiert, und hier sind meine Antworten:

  1. In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich…
    1. … keinen Dualismus, der in irgendeiner Weise der sog. analogen Welt irgendwie entgegenstünde oder etwas anderes als diese bedeutete. Die sog. digitale Welt gibt es für mich nicht, es gibt nur mein Leben und darin benutze ich digitale Tools, über die ich Menschen kennenlerne und mit ihnen zusammenarbeite, es sind Tools, die mich unterstützen in meinem Zusammenleben mit diesen vielen anderen Menschen.
  2. Mein Computer ist für mich…
    1. … ein Werkzeug. Ich habe Aufkleber mit politischen Botschaften draufgeklebt und schreibe politische Botschaften damit. Und viele Albernheiten. Oder ich nehme das Smartphone dazu. Oder das Tablet. Oder den Rechner auf der Arbeit.
  3. Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist…
    1. … Teilhabe für Unterprivilegierte.
  4. Bedrohlich! Wir müssen aufpassen, dass…
    1. … nicht vier fünf einzelne das große Kapital aus den unermesslichen Produktivitätssteigerungen, die die Technologien ermöglichen, schlagen und der Großteil der Menschen davon nichts abkriegt.
  5. Die Digitalisierung verändert mein Leben durch…
    1. … viel größere Nähe zu ganz vielen Dingen. Zu meiner Frau, zum politischen Geschehen, zu Menschen mit gleichen Interessen, zu Wissen.
  6. Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?
    1. Nähe.
  7. Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung der Zukunft aussehen?
    1. Neben dem Handwerkszeug wie dem Grundverständnis von Algorithmen und dem ganzen technischen Gedöns wird Wissen um menschliches Miteinander umso wichtiger. Ich muss wissen, wie es auf fremde, andere wirkt, wenn ich mich in einer bestimmten Art und Weise verhalte. Empathische Fähigkeiten werden an Bedeutung gewinnen. Freundlichkeit wird an Bedeutung gewinnen. Wir werden über die Shitstorms der frühen Jahre im Neuland eines Tages lachen, weil wir kaum noch begreifen werden, wie unerfahren und überfordert wir mit uns selbst waren, als wir plötzlich so direkt miteinander kommunizieren konnten. Wir werden die Erfahrung machen, die jedes Kindergartenkind schon heute macht, nämlich dass es keine gute Idee ist, jemandem einfach eine runterzuhauen.
  8. An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter?
    1. Freiheit. Auch das erreichbar sein – zumindest für all jene, von denen ich erreicht werden möchte. Mit etwas Übung ist es aber auch einfach, für die nicht erreichbar zu sein, von denen ich nicht erreicht werden möchte.
  9. Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt?
    1. Erstmal müssen wir die Energiewende schaffen, was nach meinem Bauchgefühl ein erheblich digitaleres Thema ist als es uns heute vorkommt. Wir müssen die etablierten Industrien umbauen, sie müssen vom „hardwaregetriebenen“ Ansatz zum datengetriebenen Ansatz umschwenken – Hardwareproduktion wird ein Zulieferbetrieb für die datengetriebenen Unternehmen werden. Nicht das Auto mit dem dicksten Motor wird mich am schnellsten von A nach B bringen, sondern das intelligenteste.
  10. Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass…
    1. … sie eine Politik macht, die alle Menschen, vor allem die minderprivilegierten, in die Lage versetzt, frei und selbstbestimmt zu leben. Das fängt klassisch mit der Bildung für alle an, das geht ganz konkret über leistungsfähige Datenleitungen in kommunaler Hand, und endet mit der gerechten Verteilung der aus den Technologien gewonnenen Erträge.

Ich nominiere als nächstes @rheinwaerts, @horax und @stedtenh0pp1A.

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Follow Friday Empfehlungen

Heute ist ja #ff bei Twitter und ich finde, ich sollte mal wieder ein paar Twittererer*innenen lobhudeln. Folgt folgenden:

@huckhaas: Ganz oben auf der Liste, weil er so schön gebloggt hat zu die WM, die so schön hat geprickelt in unseren Bauchnäbeln (allesamt tiefliegend, aber sauber). Ein Mann mit Assoziationsfähigkeiten, die mir imponieren. Hab ihn sogar auf der letzten re:publica kennenlernen dürfen (keine Ahnung, ob er sich auch an mich erinnert, aber: ICH HAB DIE KOTELETTEN! SAG WAS ZU MEINER SCHUHMODE!)
Lest sein Blog!

@personaldebatte: Kenne ich nicht persönlich, verfügt aber wahrscheinlich über mehrererere Austauschgehirne, die durchgängig parallel arbeiten. Hat siebenzwanig Augen und neunhundert Ohren, die diese Gehirne speisen. Mixt das wie die 900 Watt Bosch in unserer Küche (rot und mit Chrom).

@leonidobusch: Der, der immer das schon gemacht hat, was ich hypothetisch vielleicht im nächsten Blogbeitrag mal andenken könnte, wenn ich gerade einen lichten Moment habe UND die Kinder schon im Bett sind. Hat außerdem mal gesagt, er möge meine D64-Ticker.

@placetogo: Heißt bürgerlich „Gelb wegen Meckern“, ist das nicht unglaublich? Hat öfter mal Haake Beck im Foto und hat vor Jahren mal was getwittert, was so sau cool gezeigt hat, dass Scheißegalness Superschlauness schon auf den ersten sechs Zentimetern alt aussehen lässt.

@ekelias: Hart. Hasst wahrscheinlich meine Partei, aber wer tut das nicht? Geht da hin, wo es weh tut, ich muss mir oft beim Lesen die Augen zu halten (aber dann kann ich nicht weiterlesen). Wenn der twittert, ertönen die Gerechtigkeitshymnen, aber in einer Version, die mich mit dem Fuß mitwippen lässt. Meistens finde ich seine Wortwahl nicht diplomatisch genug, aber Sozis hab ich ja genug um mich rum.

@tante: Eigentlich will ich seine Blogposts in jedem meiner D64-Ticker bringen, aber dann sind die immer schon von 1989. Scheint mir sowas wie ein Vordenker zu sein. Ist der einzige, dem ich zutraue, dass er bei „Bill und Ted“ in der Szene, wo der eine sagt „Wenn Du also mein böses Ich aus der Zukunft bist, dann müsstest Du ja auch sagen können, wie viele Finger ich jetzt gleich zeige“ und das böse andere Ich von dem dann sagt: „Drei“ und der zeigt dann drei Finger und ruft „Stimmt!“, sagt: „Mann, der hätte doch einfach was anderes als drei Finger zeigen müssen.“

@pickiHH: Nennt mich ganz oft „Prince of Twitter“ und „King of the web“ und wünscht mir einen guten Morgen. Hab ihr noch nie die Hand geschüttelt, ihr dafür aber die Daumen für was gedrückt, von dem ich nicht weiß, was es war und ob es sich am Ende ausgezahlt hat. Hat für mich Twitter seit ich dabei bin geprägt. Die große alte Dame des… äh… Twitterns.

@e13Kiki: Guckt immer so grimmig von ihrem Avatar und manchmal hab ich das Gefühl, dass sie mich, nähme sie mich ernst, der Sozialromantik und des Neoliberalismus gleichzeitig bezichtigen würde. Sieht sich gern als Korrektiv und hat, zumindest für mich, voll recht damit.

Abspann: Ihr wisst ja, dass Ihr darüber hinaus allen meinen anderen Lieblingen folgen müsst, also @frau_ratte, @katharinchen, @ion_tichy@mamamarischen, @holadiho, @horax, @_sibylle, @nico, @aetideopsis, @botnautzki, @kokolores70, @wasalski, @haetscher,  @ewakaludis@chilligonzales@queenblatifah, @pramesan, @stedtenh0pp1a, @zeilenkino, @rheinwaerts, @kommandomutti, @moellus, @maxheadroom, @alsowirklich, @claylob, @antonialoick UND! UND! natürlich dem @BVB. Wahrscheinlich habe ich ganz viele vergessen, seid nicht sauer, ich liebe ja eigentlich alle Menschen.

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Tassenparade

Herr @hirnrinde fragt nach unseren Lieblingstassen, also hier meine:

Meine Lieblingstasse ist rosa mit weißen Punkten.
Meine Lieblingstasse ist rosa mit weißen Punkten.

Meine Lieblingstasse ist henkellos und rosa mit weißen Punkten. Sie war ein Geschenk von @mamamarischen und @holadiho, als wir in der KommuneZwoNull mal ein Twitteria-Grünkohlessen gemacht haben. Zu jener Zeit hatte ich gerade damit begonnen, über meine Einflussmöglichkeiten auf die Söhne in Sachen Genderpopender nachzudenken. Ich hatte darüber mit @ion_tichy, @katharinchen und zwei Freunden der beiden gesprochen, wir waren dabei irgendwie an rosa Strumpfhosen für Jungs im Kindergarten hängen geblieben und zu dem Schuss gekommen, dass @ion_tichy und ich als Väter eigentlich mit rosa Strumpfhosen ins Büro gehen müssten, weil Kinder ja am besten durch Nachahmung lernen*).

Als @mamamarischen und @holadiho uns dann diese (und eine weitere) Tasse schenkten, habe ich mir angewöhnt, sie immer zu benutzen, damit ich keine rosa Strumpfhosen anziehen muss. Und es gab sogar schon einen kleinen Erfolg, den ich nur aufgrund Benutzung dieser Tasse verbuchen konnte.

Naja. Und ausserdem ist diese Tasse schön, liegt gut in der Hand und durch die Henkellosigkeit hat man einen sehr direkten Bezug zum Getränk.

 

*) Ich glaube übrigens tatsächlich, dass das stimmt, auch wenn ich mir bis heute keine rosa Strumpfhose gekauft habe.

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