Raum und Zeit

Jetzt ist der Kehllappen-elect also Präsident der USA und just gestern oder so ist in mir eine Erkenntnis gereift, die ebenso banal wie folgereichtig erscheint: Der Tag hat 24 Stunden und wir haben nur diese eine Welt (außer jetzt wenn wir Drogen nehmen, aber das ist ziemlich ungesund).

Jetzt geht da einer hin und macht nichts anderes als Tabus brechen. Ein Trump oder die AfD. Björn Höcke, dieser gräßliche Mensch. Jemand auf Twitter hat geschrieben: „Die AfD hält das Stöckchen hin und Ihr alle springt.“ (oder so ähnlich). Das ist die Erkenntnis. Sie rauben uns den Raum und die Zeit mit kalkulierten Skandaläußerungen und uns stockt der Atem, wir sind paralysiert und handlungsunfähig.

Wir müssen den Raum und die Zeit zurückgewinnen. Wir müssen sie am langen Arm verhungern lassen, wir müssen uns von diesen Brunnenvergifter*innen abwenden und uns zuwenden. Wir müssen wieder über die reden, die konstruktiv sind und über deren Vorschläge. Dann legt sich auch die Aufregung. Wir sollten uns mit unseresgleichen über unseresgleichen unterhalten, mit und über die, die 2015 Flüchtlingszüge zu Trains of Hope gemacht haben, über die, die Elterngeld Plus eingeführt haben, über die, die sagen „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“ Wir sollten unsere erstarrt aufgerissenen Münder wieder schließen und unsere wachen Augen öffnen für die, die konstruktiv sind. Denen sollten wir Raum und Zeit geben (yes, (Social)Media, I’m talking to you!).

Nein, es ist kein totschweigen. Nach wenigen Äußerungen war und ist klar, wes Geistes Kind Trump und die AfD sind. Das müssen wir konstatieren und benennen und wir müssen ihnen den Raum und die Zeit zugestehen, die ihnen gebührt. Und wir dürfen nicht jene der Zeit und des Raumes berauben, die dieser Zeit und dieses Raumes würdig sind, z. B. all jene Unermüdlichen, die sich als Lokalpolitiker*innen für nichts, nada und nothing die Nächte in Stadtratssitzungen um die Ohren schlagen, für die vielen in den Landesparlamenten, die sich bis zum Erbrechen mit Themen auseinandergesetzt haben, die mit einer schmissig geführten Feder als nichtig diskreditiert werden, für die vielen, die sich dieser Tage auf den Straßen als Volksverräter*innen beschimpfen lassen müssen aber in Wahrheit unser letztes Bollwerk gegen die völlige Verrohung und Dekonstruktion unseres Zusammenlebens bilden.

Wir sollten die Kameras neu ausrichten, weg von den Täter*innen, hin zu denen, die verzweifelt die Gesellschaft zusammenhalten: yes, I’m talking about politicians, my dear! Gebt denen Raum und Zeit, schenkt denen Eure Aufmerksamkeit, die konstruktiv sind. Lasst die Destruktiven alleine. „Talk to the hand“, hat der große Charakterdarsteller Arnold Schwarzenegger in einer der zahlreichen nachdenklichen Szene seines volksnahen Œvres mal gesagt.

Wenn das Bundesverfassungsgericht der NPD nachweist, dass sie demokratiezersetzend wirken möchte, aber dazu zu unbedeutend ist, dann sollten wir diesem Prinzip folgen.

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Wie ARD und ZDF das Finale der EM 2016 aufziehen sollten

Das Finale der Euro 2016 wird von der ARD übertragen, als Kommentator ist Gerd Gottlob vorgesehen.

Derweil läuft ja das Turnier bereits, zwei Spiele wurden im ZDF von Claudia Neumann kommentiert. In den Social Media Kanälen ergießt sich eine frauenfeindliche Suppe über diesen Umstand, der in meiner Wahrnehmung im Jahr 2016 eigentlich keines Kommentars würdig wäre. Ich finde, es wäre Zeit für ARD und ZDF ein Zeichen zu setzen und Claudia Neumann jetzt erst recht das Finale kommentieren zu lassen.

Als BVB-Fan und Einwohner des WDR-Sendegebiets gehört Sabine Töpperwien zu meinen alltäglichen Fußballstimmen. Ich könnte mir folgendes gut vorstellen:

  • Sabine Töpperwien und Claudia Neumann kommentieren das Finale in der ARD (auch wenn Frau Neumann eigenlich beim ZDF unter Vertrag steht).
  • In der Halbzeitpause lässt man wahlweise Gerd Delling, Oliver Welke oder Tim Wiese Getränke reichen, während alle Interviews von Frauen geführt werden.
  • Gerd Gottlob, der eigentlich für den Final-Kommentar vorgesehen war, muss man in einer begleitenden Kampagne zum Helden erklären, weil er der erste Mann im Sendebetrieb ist, der vom Baum steigt und Claudia Neumann und Sabine Töpperwien das Feld überlässt. Unmittelbar vor Beginn des Finales muss man ihn im Fernsehen vor einem Millionenpublikum einen Satz sagen lassen, der für die Geschichtsbücher taugt, damit er in alle Ewigkeit in einem Atemzug mit Herbert Zimmermann (1954), Rudi Michel (1974), Gerd Rubenbauer (1990) und Tom Bartels (2014) genannt werden kann.

Zum Glück hat @schoemi auch gleich eine Petition erstellt. Unterschreibt da mal und twittert das @ZDF und @DasErste mal diesbezüglich an.

Bis zum Finale sind’s noch 22 Tage. Das ist zu schaffen!

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Quia Chayenne – Tim’s Party

Quia Chayenne - Tim's Party
Quia Chayenne – Tim’s Party aufgenommen am 19. und 20. September 1995 in Dr. Hirschs Rockbüro in Borken (Westf).

Die liebe Kommunardin @katharinchen hat, nachdem wir neulich in der Kommune Zwo Null alte Demotapes meiner früheren Schülerband gehört haben, eines dieser Bänder zu wir-digitalisieren-alles.de getragen und mir gestern eine CD und die digitalen Tracks mitgebracht. Hurra! Da will ich doch gleich mal das originale Booklet aus der schwarzen Kiste holen und hier alles verbloggen!

Alle Lieder sind von Quia Chayenne höchstselbst komponiert + betextet. Aufgenommen + abgemischt von Daniel Reekers im Dr. Hirsch-Studio in Borken am 19.+20. Sept. 1995.

Line-up

Mäx - Drums Felix - Lead Vocal, Guitar + Casoo Tobi - Lead Guitar + Vocal Josh - Bass + Vocal Guestmusician: Leo, the Dog; Background Vocal on Jazz-Standard No. 17
Mäx – Drums
Felix – Lead Vocal, Guitar + Casoo
Tobi – Lead Guitar + Vocal
Josh – Bass + Vocal
Guestmusician: Leo, the Dog; Background Vocal on Jazz-Standard No. 17

Unsere Band hieß Quia Chayenne, hier seht Ihr detailgenaue Wiedergaben unserer Antlitze anno 1995. Ich hatte da noch lange Haare und hab noch geraucht.

Die Songs

Lustig, diesen alten Shice wieder zu hören und heute mit Euch teilen zu können. Ich hab mal alles auf Soundcloud hochgeladen. Ich muss sagen, ich schäme mich nicht (auch wenn ich im Jazz-Standard No. 17 an der einen Stelle den Stock statt der Hi-Hats treffe, ein kleiner Fehler, den ich seit 1995 immer genau im Ohr habe, hehehe…)

Fool

Dieser Song handelt von einem Kopf, in dem zwei wohnen und sich gegenseitig als Trottel bezeichnen, wenn ich mich recht erinnere. Wir waren damals sehr stolz auf den zweistimmigen Gesang.

An Erection

Sehr funky, geht heute immer noch direkt ins Blut, dieses Kleinod. Jung wie wir waren sind wir immer rot geworden, wenn wir gesagt haben, dass der Song „An Erection“ heißt. Schöne Einlage von @botnautzki als „everyday I’ve got!“ und von Felix am Kazoo.

Hier sind „Fool“ und „An Erection“ hintereinander weg:

Jazz-Standard No. 17 (Winter Comes)

Mit diesem Song waren wir sogar auf dem regionalen Sampler „Das Borkener Landleben“ vertreten. Mit Special Appearance unseres damaligen Hundes Leo in der Mitte. Der Zusatz „Winter Comes“ ist ein kleiner Witz in Bezug auf den Chanson „Autumn Leaves„. Eine Version davon von Nat King Cole gibt’s bei YouTube.

Axl

Der Songtitel bezieht sich völlig unverfrohren auf Axl Rose. Der Text wurde bei jeder Aufführung des Stücks neu erfunden und nie aufgeschrieben. Einzige Anforderung, die wir an Felix hatten: Lass es wie Englisch klingen.

Hier kommen „Jazz-Standard No. 17 (Winter Comes)“ und „Axl“ hintereinander weg:

Booklet + Artwork

Aber auch das Artwork aus der Feder von Joscha kann sich sehen lassen, ein niedlicher kleiner Comic im Inneren unseres selbstgemalten Booklets:

Comic aus "Tim's Party"
Comic aus „Tim’s Party“

Der Name Quia Chayenne ist übrigens so entstanden:

In der Schule saßen Felix und ich in Deutsch nebeneinander und waren auf der Suche nach einem Namen für unsere Band. Wir fingen an, abwechselnd einzelene Buchstaben aneinander zu reihen. Weil ich es Felix besonders schwer machen wollte, fing ich mit einem Q an und er musste, ob er wollte oder nicht, mit u weitermachen. Ich setzte ein i und Felix ein a. Quia stand da und wir wussten nicht weiter. Uns wurde klar, dass wir ein zweites Wort brauchen würden. Ich wollte ja eigentlich „Düsenjäger“, also im ganzen dann „Quia Düsenjäger“, aber das wollten die anderen nicht. Felix schlug Chayenne vor. Später haben wir das mit @botnautzki und Joscha abgestimmt und dann ist es dabei geblieben.

Später durften wir auf dem Borkener Musik-Festival „Borken intim“ auftreten und plötzlich stand dieser seltsame Name auf allen Wänden in der Stadt. Das hat sich sehr gut angefühlt.

Da fällt mir ein, wir hatten ja noch ein Demotape, das hießt „Leonard Sun Driver“ (was abgekürzt LSD ergibt, knickknack! Mann, wir waren auch echt ziemlich jung noch damals!). Zum Jazz-Standard No. 17 (Winter Comes) haben wir auch mal ein Video in Rostock gedreht, das war auch lustig. Ich spiele darin einen Busfahrer, der mit einem Schaf flirtet. Ich muss mal nachforschen, ob das nicht noch einer irgendwo liegen hat, damit wir das auch zu wir-digitalisieren-alles.de bringen können.

 

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Endorsement

Was regen sie sich wieder alle auf: Malu Dreyer ducke sich weg! Hannelore Kraft scheue den Konflikt auf offener Bühne mit der AfD! Am lautesten rufen Armin Laschet und die seinen aus der Union.

Ich finde, dass Hannelore und Malu völlig richtig entschieden haben. Den hohlen Populismen inhaltlich Paroli zu bieten versteht sich von selbst. Es ist auch gar nicht schwer, in jedem Facebook-Thread und auf jeden dämlichen Tweet müssen hunderte Links und Kommentare folgen, die die Dünnbrettbohrigkeit der AfD entlarven.

Anders ist es mit Talkshows. Allein dass dort Personen wie Frauke Petry und Dingsdabumsda von Storch auftreten dürfen, ist ein Endorsement (also die Bestätigung einer Legitimierung dieser Personen). Was in der Zeitung steht, dem wird Bedeutung beigemessen. „Du glaubst es, weil es in der Zeitung steht“, ist eine ebenso billige, wie abgeschmackte wie richtige Aussage. Im Massenmedium Fernsehen potenziert sich diese Wirkung, weil die Reichweite ungleich höher ist. Bei Sendern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks noch einmal mehr. Wer im SWR auftreten darf, einem Sender der ARD, der nach wie vor seriösesten Marke der deutschen Medienlandschaft (neben dem ZDF vielleicht noch), dessen Positionen erhalten implizit den Ritterschlag, dass sie vermeintlich genug Wahrheit enthalten, um vom Fernsehen gesendet zu werden – egal wie die Diskussion ausgeht.

Kommunikation – das ist ja nun weiß Gott ein alter Hut! – ist erheblich mehr als die Wörter, die fallen.

Und wenn man sich ansieht, wie eine Talkshow im Allgemeinen abläuft, dann finde ich, hat Daniela Harsch mit ihrer Einschätzung völlig recht:

Wie ging dieser lustige Vergleich noch mal? Wenn Du mit einer Taube Schach spielst, wird sie alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und am Ende darüber stolzieren als hätte sie gewonnen. Und wenn das unter einem öffentlich-rechtlichen Label passiert – zusätzlich durch die Anwesenheit einer Ministerpräsidentin von RLP oder NRW mit Gewicht aka Endorsement legitimiert, dann haben wir erneut einen wesentlichen Teil verloren. Es geht einer Ansammlung von Menschenfeinden wie der AfD niemals um ein Ringen in der Sache, sondern um Vergiftung und Zerstörung demokratischer Grundlagen. Wer die Grundprinzipien demokratischer Diskurse bewusst schädigen will, kann immer nur als Gewinner aus Formaten wie politischen Talkshows hervorgehen.

Deswegen finde ich die Haltung von Hannelore Kraft und Malu Dreyer völlig richtig.

Und deswegen finde ich, dass wir zur breiten Entlarvung des Populismus der AfD anderer Formate bedürfen. Das eine, Social Media Kneipen, Kantinen, Straßenbahnen, Wartezimmer, können müssen wir selbst übernehmen, jede*r einzelne von uns. Holt Euch die Fakten dazu aus dem Internet und habt die Informationen parat, um sie jederzeit einsetzen zu können.

Das andere, die breitenwirksame Aufklärung, ist Aufgabe der Medien in Form von Dokumentationen, Reportagen und Berichten. Behauptungen, die spontan in einer Livesendung getroffen werden, können nur schwer innerhalb von Sekunden in der gebotenen Tiefe entkräftet werden. Hingegen kann jede Aussage der AfD in einem Faktencheck auch im Fernsehen pulverisiert werden – und das ist die Aufgabe von Journalist*innen, nicht von Ministerpräsident*innen.

Denn am Ende läuft es, egal wie eine Talkshow ausgeht, darauf hinaus, dass man den Rechten, den Hetzer*innen, zu einem Millionenpublikum verholfen haben wird. Ich finde, Hannelore Kraft hat mit diesem Satz völlig Recht:

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Coder Dojo Materialien

Da ich gerade erst die Domain www.coderdojobn.org gesichert, da aber noch nichts am laufen habe, veröffentliche ich unsere Materialien vorab erstmal hier.

Wer uns bei der Promotion unterstützen möchte, kann sich hier unseren Flyer runterladen, ihn ausdrucken, einmal durchschneiden und in Bonn verteilen: flyer_coderDojo001

Wer beim Dojo mitmachen möchte, kann sich hier unsere Teilnahmebedingungen schon mal runterladen, ausdrucken und ausfüllen und zum Dojo mitbringen: Teilnahmebedingungen Coder Dojo Bonn

Ich bin auf Eure Ideen gespannt!

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Professionelles Arbeiten

Heute kommentiert Roland Nelles bei Spiegel Online den Politikbetrieb. Das ist prinzipiell richtig und gut, denn das ist ja die Aufgabe des Journalismus. Die Taten der Mächtigen im Auge behalten, kommentieren, Missstände aufdecken, anprangern und wenn nötig Minister*innen oder sonst wen zu Fall bringen. Also im Idealfall.

Dieser Kommentar jedoch ist shice. Herr Nelles gießt eine pegida-artige Pauschalverdrossenheitssoße über die Regierung im speziellen und im Unterton über die Politik im allgemeinen aus, die keine belastbaren Hinweise auf schlechte Arbeit, Arbeitsverweigerung oder sonstwie kommentierenswertes hervorbringt. Es werden Vorurteile im Tenor von „die faulen da oben“ und „inkompetenz regiert uns“ beschworen, ohne einen einzigen Beleg für die Rechtmäßigkeit des Gemaules beizubringen.

Rückblende: Vor gut einer Woche waren Wahlen in Hamburg. Wieder ist die Wahlbeteiligung zurückgegangen. Wieder haben die Medien diesen Umstand beweint, auch Spiegel Online schrieb „Es ist Wahl in Hamburg – und immer weniger gehen hin“. Auf den Straßen stehen „besorgte“ Bürger*innen, die kein Vertrauen in die Politik mehr haben.Wenn ich mir diesen Kommentar heute von Herrn Nelles so ansehe, liegt das aber weniger an der miesen Arbeit der Politik als vielmehr an miesen Texten wie diesem.

Was Herr Nelles der Politik unterstellt, nämlich eine ruhige Kugel zu schieben und alibimäßig ein bisschen vor sich hin zu werkeln, scheint ihm aus allerunmittelbarster eigener Erfahrung wohlvertraut zu sein.

Natürlich kann man als Journalist*in nicht jeden Tag „Bedingt abwehrbereit“ aus der Feder zaubern. Genauso kann auch ein*e Minister*in nicht jeden Tag den Mindestlohn oder die Frauenquote durchsetzen. Aber wenn Außenminister und Kanzlerin ausnahmsweise mal einen guten Job machen, es den anderen anzukreiden, dass sie nicht shiny shiny genug mit Landwirtschaftsthemen da stehen, das hat ja nicht mal Schülerzeitungsniveau. Man hätte ja vielleicht auch mal darauf hinweisen können, dass ein Ministeramt eben gerade nicht zu 90% aus Heldentaten besteht, sondern zu 95% als Fisselsarbeit, für die Herr Nelles sich anscheinend zu fein ist. Ich will keine Helden (außer im Kino), ich will, dass wir uns so organisieren, dass wir keine Helden mit übermenschlichen Fähigkeiten brauchen – denn außer im Kino gibt es nämlich keine Menschen mit übermenschlichen Fähigkeiten.

Mann, ist das ärgerlich!

 

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In dieser Küche

In dieser Küche stehe ich abermals und sperre den Mund auf. In Paris haben zwei Terroristen einen Anschlag auf die Redaktion des Satireblatts Charlie Hebdo verübt. Wieder schwirren undefinierte Bilder durch meinen Kopf, während ich in dieser Küche stehe. In diesem direkten Moment, in dem ich gar nicht weiß, was ich denken soll, in dem ich ziemlich emotional bin.

Und plötzlich habe ich Erinnerungen daran, wie ich in dieser Küche stand, als in Fukushima das Atomkraftwerk in die Luft flog und mich an meine Kindheit erinnerte, als Tschernobyl in die Luft flog, und wie ich in meinem zu Hause Unsicherheit fühlte.

Und wie ich in dieser Küche stand, als der arabische Frühling umging und mit offenem Mund da stand und nicht glauben konnte, was geschieht, in Nordafrika und Arabien, so weit weg, und ich konnte sie sehen und hören, in dem Moment, in dem es geschah.

Wie sich die Zeiten geändert haben. Noch vor ein paar Jahren hätte ich jeweils einen 2min Beitrag abends in der Tagesschau gesehen und danach den Spielfilm oder Fußball geguckt. Heute springt mir das alles aus dem Smartphone direkt ins Gesicht und ich muss, nach dem joggen noch ungeduscht, erstmal was ins Internet schreiben, weil es mir ein Bedürfnis ist.

Gleich muss ich die Kinder aus dem Kindergarten abholen. Die Pressefreiheit geht mit duschen.

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