Dialog Resterampe, #046

„Verdammt, nicht schon wieder.“

„Doch, er ist es wieder gewesen. Die gleichen Spuren. Der gleiche Tathergang.“

„Und sein Markenzeichen?“

„Hier.“

„Ovid of Ysdy, Vith and Shuft. Verdammt.“

„Was für ein krankes Gehirn tut so etwas?“

„Krank ja. Aber auch genial. Verdammt.“

„Und was soll dieser Name? Klingt irgendwie nordisch, Ysdy.“

„Ich habe keine Ahnung.“

„Herr Kommissar! Wir haben noch etwas gefunden!“

Flattr this!

Harms, der Mörder

Kurzer Einakter von Maxim Loick

Personen:

Harms, der Mörder
Ein Mädchen mit Bandagen an den Fesseln
Ein Cowboy mit Mundharmonika

Erster Akt

Die Bühne ist dunkel, am vorderen Rand links (vom Zuschauer aus betrachtet) sitzt der Cowboy, die Beine lässt er vom Bühnenrand baumeln. Er spielt ein trauriges Lied auf seiner Mundharmonika. Das Mädchen mit den bandagierten Fesseln sitzt rechts (vom Zuschauer aus betrachtet) und lässt ebenfalls die Beine baumeln. Von Zeit zu Zeit kichert sie ins traurig-schöne Mundharmonikaspiel.

Mädchen: Hihihi.

Harms (tritt auf, Spot auf ihn, er trägt Jeans und T-Shirt): Mein Name ist Harms, ich bin der Mörder. (Er breitet die Arme aus und lässt sie dann fallen.) Genaugenommen bin ich es aber nicht. Noch nicht. Aber ich werde ein Mörder sein.

Der Cowboy unterbricht sein Mundharmonikaspiel.

Harms: Spiel weiter, Freundchen! Spiel bloß weiter, sonst geht’s hier gleich los! Ich bin Harms, der Mörder!

Der Cowboy fängt an, etwas anderes, aber ebenfalls trauriges zu spielen.

Harms: Als ob das alles nicht schon traurig genug wäre! Jetzt spielt der das! He, Freundchen!

Der Cowboy spielt unbeirrt weiter.

Harms: He, Freundchen! Spiel was anderes, hörst Du schlecht?

Der Cowboy spielt unbeirrt weiter.

Harms: Freundchen! Ich sag: SPIEL WAS ANDERES! (macht einen Schritt auf den Cowboy zu)

Der Cowboy spielt trotzdem unbeirrt weiter.

Harms: Weißt Du nicht, dass ich der Mörder bin? (überlegt) Er scheint’s nicht zu wissen. (zum Mädchen) He, olle Trine! Wer ist das da?

Mädchen: Bin keine Trine, hihihi.

Harms (geht ein paar Schritte zum Mädchen): Wer ist das? Kennt der mich nicht? Ich sag, er soll was anderes spielen! Der Hampelmann, was spielt der da? Er soll was lustiges spielen. Ich habe einen Grund dafür.

Mädchen: Hihihi.

Harms: Lass das Gegicker, hörst Du, olle Trine?

Mädchen: Bin keine Trine, hihihi.

Harms (hält sich die Ohren zu): Seid Ihr denn alle blöde? (zum Mädchen) Wer ist das? Er soll was lustiges spielen!

Mädchen: Er ist ein Präriedent, hihihi.

Harms: Ein Präsident? Ein Präsident spielt nicht auf so einem Instrument! Na warte! (macht zwei Schritte auf den Cowboy zu, der aber weiter sein trauriges Lied spielt).

Mädchen: Nein, er ist ein PRÄ-RIE-DENT. Er spielt Mundharmonika.

Harms (zum Cowboy): He, Präsident! Im Namen des Volkes bestimme ich: Spiel was Lustiges!

Der Cowboy spielt weiter trauriges.

Harms (zieht einen Revolver aus dem hinteren Hosenbund): Ich bin’s, Harms! Der Mörder Harms!

Der Cowboy blickt nicht einmal hoch.

Harms (zielt auf den Cowboy): Ich knall Dich ab, Junge! Spiel was lustiges, oder ich knall dich ab wie eine Maus!

Der Cowboy spielt immer weiter.

Harms (gibt einen Warnschuss in die Luft ab): Lustig, sag ich!

Der Cowboy spielt weiter.

Harms (macht drei Schritte zum Mädchen): Ist er vielleicht taub?

Mädchen: Hihihi, taub.

Harms: Taub? Wie kann er dann spielen?

Mädchen (singt): Taub, taub, taub sind alle meine Blumen.

Harms: Bist du bescheuert? Was soll das? Ist der Mann da taub? Wie kann er spielen, wenn er taub ist?

Mädchen: Hihihi, er ist taub wie eine Blume.

Harms: Woher weißt du das? (macht einen Schritt auf den Cowboy zu und versucht, dessen Aufmerksamkeit durch Herumfuchteln mit dem Revolver vor seiner Nase zu gewinnen) Halloo! Ich bin’s! Harms, der Mörder!

Der Cowboy spielt trotzdem weiter.

Harms (geht wieder zu dem Mädchen, flüstert): Er wird doch nicht auch noch blind sein?

Mädchen: Hihihi.

Harms: Hör mal zu, Trine, ich bin’s bald leid mit Dir!

Mädchen: Bin keine Trine, hihihi.

Harms: Ist dieser Mann auch noch blind?

Mädchen: Hihihi, blind.

Harms: Wie?

Mädchen: Der Prä-rie-dent ist blind wie eine Natter.

Harms: Nattern sind nicht blind.

Mädchen: Doch, sind blind wie die Schlangen und schlau wie die Füchse!

Harms: Schlangen sind nicht blind! (er setzt sich auf den Boden)

Der Cowboy spielt weiter. Harms guckt erst ihn, dann das Mädchen an. Er steckt die Waffe wieder in seinen Hosenbund. Das Mädchen singt ein wenig vor sich hin.

Harms steht auf und geht ab. Vorhang. Der Cowboy und das Mädchen bleiben vor dem Vorhang sitzen.

Mädchen (zum Cowboy): Ich… ich bin verletzt, wissen Sie, ein Reitunfall, beide Fesseln gesplittert.

Der Cowboy hört auf zu spielen. Hinter dem Vorhang fällt ein Schuß. Vorhang auf. Auf der Bühne sitzt Harms und hält sich das Knie. Neben ihm liegt der Revolver.

Harms (jämmerlich): Aua aua aua! Mein Knie, au weh! Es blutet, um Himmelswillen, ich blute! Olle Trine! Hilf mir!

Mädchen: Bin keine Trine! (steht auf und geht zu Harms) Tut’s weh?

Harms (nickt mitleiderregend): Jaa, au au au!

Mädchen (fängt an, eine ihrer Bandagen abzuwickeln): Hier, lieber Mann, ich habe eine Bandage. (wickelt weiter)

Harms: Bist eine gute Trine, so ist’s lieb, du bist eine liebe Trine.

Mädchen (wickelt weiter): Bin keine Trine.

Der Cowboy fängt wieder an zu spielen, wieder ein trauriges Lied.

Harms: Jetzt spielt der wieder sowas trauriges. So traurig ist er. Kann nicht hören und nicht sehen und ist immerzu traurig.

Das Mädchen fängt an, die abgewickelte Bandage um Harms Knie zu wickeln.

Harms: Und du? Was ist mit dir?

Mädchen: Reitunfall, beide Fesseln gesplittert.

Harms: Und lachst den ganzen Tag?

Mädchen: Ja. (bandgiert weiter Harms Knie)

Harms: Du bist ein gutes Mädchen.

Mädchen: Ich kann auch singen, auch lustige Sachen. Oder schöne. (sie lächelt Harms an)

Harms (lächelt zurück und nimmt ihre Hand): Gutes Mädchen, wie heißt Du?

Mädchen: Kovacevic.

Harms (nimmt den Revolver und erschießt das Mädchen): Ich bin Harms, ich bin der Mörder.

Vorhang. Der Cowboy spielt so lange traurige Lieder, bis alle Zuschauer den Saal verlassen haben.

 

Flattr this!

Ich zu fünft unter der Dusche

Ich fange mal so an: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es die Unendlichkeit nicht gibt, und zwar sowohl zeitlich als auch räumlich. Und darüber hinaus vielleicht noch in etlichen, wenn nicht gar unendlich vielen Dimensionen, die ich weder kenne, noch mir vorstellen kann.

Aber bleiben wir mal bei Raum und Zeit. Ich gehe also fest davon aus, dass sowohl Raum als auch Zeit unendlich sind.

Wenn das der Fall ist, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass alles, was denkbar ist, nicht nur einmal, sondern unendlich oft passiert. Und es kommt noch schlimmer: Alles, was nicht denkbar ist auch! Ist das nicht ein schöner Gedanke?

Ein Beispiel: Es kam unendlich of vor und wird unendlich oft vorkommen, dass der BVB immer Meister wird. Cool. Aber genauso unendlich oft passierte es, dass ich das gar nicht cool fand, weil ich gerade Fan von Fortuna Düsseldorf war.

Das wäre ja noch denkbar.

Schwieriger wird’s schon bei den schwer denkbaren Dingen, etwa wenn ich mir vorstelle, dass ich selbst zu meinen anderen Ichs, die parallel laufen, eine Verbindung habe. Was bedeutet das für mein Bewusstsein?
Oder dass es ein Problem mit der Trennschärfe gibt und fünf meiner anderen Ichs räumlich leicht verschoben immer um mich herum sind. Das würde eng unter der Dusche und eines meiner Ichs würde ständig das vermaledeite Duschgel runterschmeißen, während wieder ein anderes Ich mit dem Hintern an die Mischbatterie kommt und alle meine Ichs plötzlich verbrüht werden. Ich meine mich auch an Morgende zu erinnern, an denen vergleichbares auch schon vorgekommen ist…

Und bei den undenkbaren Dingen wird’s dann richtig abgefahren: Plötzlich gibt es eine größte Zahl, nämlich Raportzki, die genau unendlich plus eins ist (Unendlich plus zwei oder plus irgendeine Zahl größer eins wäre dann ein Fehler wie im hier und jetzt die Division durch Null). Und die Division durch Null ginge plötzlich. Keine Ahnung, wie das gehen soll, aber cool ist: Ich wusste es unendlich oft und werde es auch noch unendlich oft wissen. Und unendlich oft werde ich es vergessen und unendlich oft für immer behalten.

Das einzige Problem ist das scheiß Hier und Jetzt. Ich gehe mir mal die Zähne putzen.

Flattr this!

Warum ich gerade in die SPD eingetreten bin

Ich bin soeben der SPD beigetreten.

*hintergrundHymneAn*

Warum die SPD?

Allen Unkenrufen zum Trotz scheint mir die SPD nach wie vor die Partei zu sein, die immer noch am glaubwürdigsten versucht, einem möglichst umfassenden Gesellschaftsbild gerecht zu werden. Sie ist in meiner Wahrnehmung die einzige Partei, die sich im Ringen um dieses möglichst umfassende Gesellschaftsbild traut, sich selbst immer wieder vor die Zerreißprobe zu stellen. In meinen Augen ist die SPD die Partei, die vor allem die Menschen – hier und jetzt – in den Mittelpunkt stellt, die Erneuerung vorantreiben will und dabei alle mitnehmen möchte.

Warum nicht Die Grünen?

Ja, die waren auch in der engeren Auswahl. Aber letztlich glaube ich einen Haken in deren Haltung ausgemacht zu haben: Die Grünen klingen mir immer ein bisschen zu sehr nach „Wir gehen jetzt dahin, in die saubere, goldene Zukunft, auch wenn wir den einen oder anderen zurücklassen müssen.“ Dieses Gefühl habe ich bei der SPD nicht – vielleicht gehen wir langsamer in die saubere, goldene Zukunft, aber wir gehen alle.

Ist die SPD nicht ein unglaubwürdiger Trümmerhaufen?

Hartz IV, Abbau des Sozialstaates, „Fördern und Fordern“… alles Schlagworte, die eng mit der Misere der SPD in den letzten Jahren verwoben sind. Ohne dass ich in den Einzelthemen en detail genug Sachkompetenz für eine tiefere Diskussion vorweisen könnte, habe ich dennoch das Gefühl, man habe mit dieser Politik durchaus hehre Ziele verfolgt – mit sicherlich streitbarem Zwischenergebnis. Aber die Trümmer, aus denen dieser „Trümmerhaufen“ SPD besteht, tragen immer noch mehr gute Ideen, Ideale und Esprit in sich als die Betonklötze mit den undurchsichtigen Fassaden der meisten anderen Parteien.

Ach ja, und noch was an mich selbst: Wer sich aufregt, hat ja in diesem schönen demokratischen System immer die Möglichkeit, es selbst besser zu machen. Das gilt auch für mich.

Deswegen bin ich heute in die SPD eingetreten. Und jetzt *hintergrundHymneAus* bin ich gespannt darauf, was davon in einem Jahr noch übrig ist.

P.S.: Kommt getz Herr Gabriel mit Pikkolöchen vorbei?

Flattr this!

Geschichte in Echtzeit nachtwittern

Vor einiger Zeit hat der geschätzte @alsowirklich mal nebenbei etwas fallen lassen, was mir keine Ruhe lässt: Wie wäre es, wenn man geschichtliche Ereignisse per Twitter in Echtzeit wiedergäbe?

Ein Beispiel: Bau der Berliner Mauer im August 1961. Man könnte ein paar Twitteraccounts aufsetzen, sagen wir mal diese hier:

Walter Ulbricht
Nikita Chruschtschow
John F. Kennedy
Willy Brandt
Konrad Adenauer
und weitere Unterhändler und politische Berater oder so…

Dann müsste man genau recherchieren, wer was wann genau gemacht hat und könnte die involvierten Personen aus ihrer jeweiligen Situation heraus twittern lassen. Wenn man alle beteiligten in einer Twitterliste zusammenfasst, kann man denen ja auch mit einem Klick folgen – und man kann sogar zur Laufzeit ggf. noch neue Personen hinzufügen.

Für das Projekt „Bau der Berliner Mauer“ würde man dann ein Startdatum festlegen, sagen wir mal den 15. Juni 2011. Da könnte ein Pressevertreter irgendwas von der internationalen Pressekonferenz twittern – also so tun, als wäre es der 15. Juni 1961. Man könnte Walter Ulbricht darüber twittern lassen, was er genau mit „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ gemeint hat. Man könnte Annamarie Doherr zu Wort kommen lassen und und und… und das ganze dann eben in Echtzeit und wir Follower könnten das ganze gespannt noch einmal miterleben. Man könnte die ganze Episode bis zum 27. Oktober laufen lassen (also dem Datum der Konfrontation am Checkpoint Charlie). Oder so.

Dazu bräuchte es eine Menge Recherchearbeit, es bräuchte Leute, die einen detaillierten Zeitplan aufstellen, wer wann was zu twittern hat, es bräuchte ein paar gute Schreiber, die die passenden Tweets formulieren, es bräuchte gleichsam einen Regisseur, der das ganze auch dramaturgisch aufzubauen weiß, es bräuchte dann eine große Werbeaktion, damit auch viele den Ereignissen folgen, es bräuchte ein paar Leute, die am Ende die Tweets mit den richtigen Accounts zum richtigen Zeitpunkt twittern.

Das fänd ich voll cool, muss ich mal sagen. Wer macht’s? Oder hat das vielleicht schon jemand auf der Agenda?

Vielleicht kämen ein paar Fernsehsender oder größere Verlagshäuser in Frage, also jemand mit Recherche-Erfahrungen, Geld und dramaturgischem Gespür.

Update: Aha. Es gab also doch schon mal etwas in der Richtung im Zusammenhang mit der Mondlandung.

Flattr this!

Yes, the goal is cross the world!

Today, I received the following e-mail by @janquim:

Hi
I’m a journalist based in Barcelona.
Gimsieke has given me your email adress.
I’d like to write an article today about trawom.
Could you please answer few questions?
– How the project was born? How and when did you get the idea?
– Which is the „aim“ of the project? Different owners cannot give to the account a unique identitity so in what would be based its digital reputation?
– I undesrstand you are not looking for followers, so, waht are you looking for?
– The goal… is cross the world? When will you  clearly put the end of this project or i s a neverending twitter account?
Please, could you also give me some details? I mean, I’d like to introduce you to our audience, so, whoyouare, etc. Some links could be great1
If there is something else you wanted to say and I did not ask just say it.
Thanks a lot for reading this email.
Joan

And here’s my answer:

Hi Joan,

finally, I found the time to answer your mail properly.

A couple of weeks ago I just found an old text I wrote when I was a student, which in fact was not so very good. I wrote that text in a time when social media was not at all in anyone’s focus, people were playing around with their first homepages and handmade HTML pages.
But the idea of the text was mainly that person A in a certain situation is thinking of Person B, who again is wondering what Person C might be doing at the moment and so on. In the end there was a mental circle around the world.
As I’m on Twitter for a while now, it came to my mind that with a travelling twitter account it may be possbile to track something comparable and maybe make it visible. So all I needed was another Twitter Account @Trawom, a short description of the idea and pass it on – that was done in an instant.

The whole thing started just as an experiment, how would people react on this? What practical issues would they face? Would the story tell us something about the people behind the account? How would people make use of the account? As it was so easy to start the whole thing, I did not spend too many thoughts about it, but just started it.
I described the idea in my blog under http://www.loick.de/blog/?p=33, posted one or two Tweets with my regular account @Pausanias, then started to write some Tweets with @Trawom. After one or two days, I announced that it was time to pass on the account and simply posted a tweet with the password of @Trawom. It was @CBra1 (a guy I know via some friends and colleagues), who caught it and changed the password first. As it took a while until someone was willing to take over the account, I recommended @CBra1 to maybe pass it on (means: give away the password) via Direct Message, otherwise everyone is watching, but nobody feels like really catching it. That was the first learing: It works better if you hand it over to a dedicated person, asking explicitly to take it over.

Then @ennomane heard about it, he’s quite an successful Twitterer in Germany, he was able to make the first 100 people follow @Trawom – and made @Trawom follow some interesting german twitterers. After him, it went via Leipzig to Barcelona, where it still resides at the moment.

My first idea was that every tenant of @Trawom should keep it for a couple of days and post some interesting tweets, telling what’s in the media at the moment in that location, how’s the weather and what the tenant is doing and thinking. In fact, I must admit: Everyone taking over the account is really owning it, I mean, the tenant has the password, so she or he can do with it whatever s/he wants – and I sit and watch. And as it turns out: The most exciting thing is the handover itself. It is now in Barcelona, but in an instant, it may be in the US or in China, who knows?

When @CBra1 set up a map on google, tracing the route, he had the idea, that one could draw something on the map, and I’m looking forward to further ideas like this. And it brings places into your focus you may not have thought of.

So you ask for a goal or what’s the aim of the whole thing. I wanted to see connections, learn what people are there. Even if they might use languages I don’t understand, it would be just awesome to see that account travelling. It’s the people, it is somewhat of getting in touch with them, but still every tenant decides her/himself what to share.
You are right, it is not about building up a unique identity, but somehow I hope that from each hand touching the account a little trace might stick on it and give it a million colors.

The „digital reputation“ I suppose are the twitterers around it, talking about it, people like you writing about it, things that happen in my head and hopefully in the heads of those following @Trawom. I just don’t know. And yes, the goal is cross the world. And I don’t know, if or where it ends. It’s an experiment. And it is not me who can stop it, it is not under my control, I just started it. All I can do is comment if someone asks me and watch @Trawom travelling.

You ask what I’m looking for… hmmm… except for money and world domination as we all do, I think I would like to see @Trawom becoming something nice, something that people like. I want to see what ideas it uncovers. I want to read what the other end of the world is thinking. But I guess this experiment is not about what I want, it’s about what it becomes.

I hope this is not too solemn, is it?!

Flattr this!

Tupperdosenabbitte

Wie ich bei Twitter las, scheinen Plastikbehältnisse mit Deckel bei vielen einen Kreditkartenreflex auszulösen. Kaum in irgendeinem Supermarkt gesehen, wird die Karte gezückt und zombiegleich trägt man wieder fünfzehn weitere Tupperdosen (bzw. die billige Kopie davon) nach Hause.

Im Küchenschrank sammeln diese sich dann, aber weil sie aus Plastik sind und alle unterschiedlicher Form, können sie nicht gestapelt werden. Das hat zur Folge, dass man nach dem Öffnen des Schranks vor einem labilen Gebilde fein austarierter Kunstftofftürme steht, die über einem zusammenbrechen, sobald man es aufgibt, die Hände hinter dem Rücken verschränkt zu halten. Und das schlimmste: Die Scheißdinger werden im Spüler nie richtig trocken und man muss immer mit einem Lappen nachtrocknen.

Nun habe ich ja  für mich vor einiger Zeit die Biofleisch-Challenge ausgerufen und mich tatsächlich dazu durchgerungen, mein Essen für’s Büro selbst zuzubereiten und mitzunehmen. Das funktioniert ganz prächtig, hier eine Liste der Vorteile:

  • schmeckt gut – und wenn nicht, dann bringt einen das zumindest wieder einen Schritt weiter, wie man’s beim nächsten Mal nicht machen sollte (man kann zum Beispiel sehr wohl zu viel Rotwein an Rind geben, aber das ist jetzt nicht das Thema).
  • man bestimmt die Portionsgröße selbst
  • die Mittagspause verkürzt sich um mindestens eine halbe Stunde – was für Freelancer 30 Minuten mehr fakturierbare Zeit bedeutet – oder 30 Minuten früher gehen, was auch nicht zu verachten ist

Allein, ich musste nun leider feststellen, dass wir in Wirklichkeit gar nicht genug Plastikdosen mit Deckel haben. Leiste also Abbitte.

Flattr this!

Performance für Keinen

Hier ein Konzept für eine Installation, ich bitte das durch einen Künstler umsetzen zu lassen:

Ein Holzpavillon, rund, Durchmesser etwa vier Meter, außen senkrechte Latten, jede ca. 4-5cm breit, dazwischen ca. 1cm dunkle Zwischenräume. Im Inneren weiße Wände, irgendein organisch wirkendes Zeug, bucklig von Hand aufgetragen, vielleicht weiß eingefärbter Lehm oder so. Das Dach liegt mit einer Lücke von 15cm auf den Wänden auf.

Im Inneren ein Satz Lautsprecher. Eine Tür, keine Fenster. Im Inneren eine bunte Biergartenlichterkette. Im Inneren ein Projektor.

Der Projektor zeigt einen Stummfilm, grell bunt, schnelle Schnitte, über Menschen.
Aus den Lautsprechern ertönt klassische Musik, mehrere noch zu schreibende Stücke, ein Grand Oevre.
Die Lampen beleuchten das Innere des Pavillons mit gemütlichem Licht, eine bunte Lichterkette wie in einem Sommerbiergarten.

Die Tür ist geschlossen, aber nicht abgeschlossen.

Wenn sich keine Personen im Pavillon befinden, sind Licht, Stummfilm und Musik eingeschaltet. Die Musik ist draußen zu hören, der Lichtschein der Lampen und des Films ist durch die 15cm Dachlücke draußen zu erahnen.
Sobald jemand den Pavillon betritt, werden Film, Licht und Musik sofort abgeschaltet. Genauer: Solange die Türklinke nur heruntergedrückt ist, laufen Film, Licht und Musik weiter, aber sobald die Tür bewegt wird, wird alles abgeschaltet. Genauer: Sobald die Tür so weit bewegt wird, dass ein Lichtstrahl von innen nach außen dringen würde, wird alles abgeschaltet. Genauer: Film, Licht und Musik werden angehalten.

Personen, die den Pavillon betreten, sehen einen weißen Raum, der im Dunkeln liegt bzw. durch das durch die 15cm Dachlücke eintretende passive Licht erleuchtet wird.

Sobald die letzte Person den Pavillon wieder verlassen hat und die Tür wieder so weit geschlossen ist, dass kein Lichtstrahl durch die Tür mehr nach draußen dringen kann, werden Film, Licht und Musik wieder eingeschaltet. Genauer: Sie laufen in genau an der Stelle weiter, an der sie beim Öffnen der Tür unterbrochen wurden.

Umfeld: Der Pavillon steht in der ersten Installation in einem Wald. Die Perfomance für Keinen startet nach Sonnenuntergang. Ein langer, dunkler Weg führt zum Pavillon. Rundherum ist alles finster, dunkler Wald und Gebüsch.

Der Pavillon steht in der zweiten Installation auf einem Marktplatz. Die Performance für Keinen startet nach Sonnenuntergang.

Der Pavillon steht in der dritten Installation in einem Museum, also in einer großen Halle. Die Performance für Keinen läuft nonstop.

Flattr this!

Überlasst das Feld doch nicht den Doofen, Ihr Superschlauen!

Liebe Kritiker der SPD aus den eigenen Reihen,

was ist das eigentlich für eine komische Modeerscheinung, die SPD aus Protest zu verlassen? Frustriert alles hinwerfen, in der Presse herumkokettieren, dass das nicht mehr Eure SPD sei. Was soll das? Wenn Ihr so viel schlauer seid und die Restgenossen alles nur noch Doofe, wieso überlasst Ihr denen dann das Feld? Oder könnt Ihr die Geschicke Eurer (ehemaligen) Partei etwa von außen so viel besser beeinflussen? Oder wollt Ihr nur auch mal ins Fernsehen? Keine Lust mehr auf Hinterbank?

Habt Ihr nicht mal irgendwann einen Grund gehabt, dieser Partei beizutreten? Und den gebt Ihr nun preis, kampflos? Die SPD vertrete keine sozialdemokratischen Werte mehr, mimimimimih! Deswegen also raus aus der Partei. Deswegen also nicht mehr mitmachen. Weil Sarrazin drinbleiben darf. Weil die Schlauen lieber abhauen, bis nur noch die Sarrazins übrig sind. Wenn’s Euch stinkt in der Partei, dann setzt Euch auf Euren Arsch und seht zu, dass Ihr’s besser macht, seht zu, dass sich Eure Werte durchsetzen! Jetzt reißt Euch mal am Riemen und besinnt Euch darauf, dass das sozialdemokratische Gesellschaftsverständnis das umfassendste und gerechteste ist, das die deutsche Parteienlandschaft zu bieten hat. Das ist ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt!

Und jetzt gehts naus und spuits Fußball!

Viele Grüße
Euer Wähler Maxim Loick

Flattr this!

Meeting Entwicklungsteam „Mann“ drei Wochen vor Go-Live

Teamleiter – TL
Leiter Entwicklungsteam „Muskeln“ – MUSC
Leiter Entwicklungsteam „Fortpflanzung“ – FPFL
Leiter Team Customization Standard Systeme – CUST

TL: „So, Leute, wir hatten ja gestern das Teamleitermeeting, ich kann Euch sagen, die Kacke ist am Dampfen. Also alles was MUSC angeht, ist so abgenommen worden, da gab’s keine Probleme. Allerdings können wir unser Konzept FPFL wohl total in die Tonne treten, die Kollegen vom Team Frau sind da gestern plötzlich mit ganz anderen Anforderungen ums Eck gekommen, ich hatte das ja mit FPFL gestern Abend noch kurz bekakelt.“

FPFL: „Ja, schöne Scheiße. Wir hatten ja alle unsere FPFL Systeme darauf ausgerichtet, permanent Erbgutträger ans Körperäußere zu transportieren, die dann vom System Frau jederzeit abgeholt werden können. Das schöne an der Idee ist ja, dass wir damit Synergien mit der Kühlung hätten nutzen können. Aber jetzt wollen sie die Erbgutträger bis ins Innere ihres Körpers geliefert bekommen, und zwar nicht gerade  subkutan! Ich bin da immer noch etwas ratlos, zumal mir nicht ganz einleuchten will, warum wir jetzt so weit liefern sollen. Einer der Kollegen vom Team FPFL Frau hat mir gesteckt, dass die die befruchtete Eizelle eh noch etwas herumwandern lassen wollen, bevor die sich einnistet. Da hätten sie doch genauso gut unsere Erbgutträger an ihrer Oberfläche auch abholen können, oder etwa nicht?“

TL: „Das blöde an der Sache ist: Der TL vom Team Frau hat einen ganz engen Draht nach oben zur Abteilungsleitung „Fauna“, der kriegt alles durchgesetzt, was er will. Der hat den Leiter „Fauna“ so dermaßen um den Finger gewickelt, dass der dieses System wahrscheinlich auch auf alle anderen Säuger-Systeme ausrollen will. Die werden auf uns hier nicht hören. Also was machen wir jetzt?“

FPFL: „Ich hab mir gestern Abend dann nochmal die Requirements angesehen und mal durchgerechnet. Wir müssen unser Erbgut über eine erhebliche Strecke transportieren. Ich habe da noch keine wirklich gute Idee, wie wir das bewerkstelligen wollen. Einer meiner Entwickler hat den – zugegebenermaßen nicht ganz ernst gemeinten – Vorschlag gemacht, wir könnten ja unser Erbgut über eine Außenleitung ausliefern. Mal davon abgesehen, dass wir so eine Lösung technisch noch gar nicht ganz überblicken, sähe ein Außenleitung auch ziemlich lächerlich aus, zumal die Kollegen vom Team MUSC ja bereits was sehr ansprechendes entworfen haben, was wir nicht gern mit so einem Schlauch verunstalten wollen.“

TL: „Hmm, Außenleitung… Was wäre die Alternative?“

FPFL: „Um eine solche Distanz zu überbrücken brauchen wir irgendwas. Wir könnten möglicherweise bestehende Extremitäten zweitverwenden.“

TL: „Welche?“

FPFL: „Die Finger zum Beispiel. Aber auch da haben wir technische Probleme. Die Erbgutdrüsen, wie wir sie bis jetzt geplant haben, liefern bis maximal an die Fingerspitze, aber das reicht nach unseren Berechnungen nicht aus, da fehlen immer noch ein paar Zentimeter. Außerdem würde die Übertragung nach unserem bisherigen Ansatz erheblich zu lange dauern, etwa sechs bis acht Stunden. Dazu kommt, dass die bestehenden Extremitäten zum Teil stark beansprucht werden, da kann also immer leicht was kaputt gehen.“

TL: „Also doch eine zusätzliche Außenleitung?“

FPFL: „Ich sehe im Moment kaum eine andere Möglichkeit. Das Problem: Wenn wir die Erbgutträger über eine solche Distanz transprotieren wollen, kommen wir mit unseren bisherigen Transportsystemen wir Peristaltik oder den üblichen osmotischen Mechanismen nicht weiter, weil das alles viel zu lange dauern würde.“

MUSC: „Was ist mit dem Herzmuskel und dem Blutkreislauf, könnte man da nicht was drehen?“

CUST: „Oh, da wäre ich ganz vorsichtig, das ganze System ist in sich so geschlossen, da würde ich keine Experimente mit machen. Man müsste ja zum Zeitpunkt der Übertragung kurzfristig andocken und danach wieder abdocken, was wegen der vergleichsweise hohen Drücke, die im ganzen Blutkreislauf verwendet werden, ein sehr gefährliches Unterfangen wären.“

FPFL: „Nein, wir werden den Blutkreislauf wohl nicht dafür verwenden können, auch wenn wir bereits daran gedacht haben, etwas ähnliches nachzubauen, quasi einen Muskel, der auf Anforderung das Erbgut in einer Flüssigkeit herauspumpt. Da stellt sich aber das nächste Problem: Um einen ausreichenden Druck aufbauen zu können, benötigen wir auf einen Schlag ein vielfaches von dem an Erbgut, was wir bisher geplant haben. Das können unsere Drüsen so schnell aber nicht produzieren.“

TL: „Können wir die nicht auf Halde vorproduzieren lassen und das Zeug irgendwo sammeln?“

FPFL: „Nein, die Erbgutträger halten sich bei Körpertemperatur nur begrenzt. Die würden einfach kaputtgehen, wenn wir die länger im Körper vorhalten würden.“

MUSC: „Mir fällt noch was ein:  Wie wollt Ihr denn – ganz praktisch gesehen – Euren Schlauch andocken? So wie sich mir diese Pläne vom Team Frau darstellen, könnt ihr den da nicht einfach reinbaumeln lassen.“

FPFL: „Das ist auch noch so eine ungelöste Frage, da gebe ich Dir vollkommen recht. Ich denke, wir müssen irgendeinen Knochen dafür verwenden.“

CUST: „Vergiß es, alle Knochen sind bereits mit festen Funktionen belegt und einen neuen kriege ich jetzt in der Kürze der Zeit auch nicht mehr genehmigt.“

TL: „Also mal eins nach dem anderen. Du sagst, dass wir unser Erbgut nicht auf Halde im Körper vorhalten können – dann eben ausserhalb des Körpers, wie wär’s damit? Ich mein, wir müssen unseren schönen Mann ja eh mit einem Schlauch oder sowas verunstalten, dann können wir doch noch ein Lager dadrunter hängen, oder?“

MUSC: „Also, das entstellt ja unseren Entwurf total, ich bin dagegen. Überhaupt, dass ist doch alles Murks, oder nicht?“

TL: „Murks hin oder her, wir stehen hier drei Wochen vor Go-Live, jetzt gefällt, was funktioniert, irgendwie funktioniert!“

MUSC: „Und wo willst Du das ganze Geraffel hinhängen? An meine schöne Männerbrust etwa?“

TL: „Keine Ahnung, wo wäre es denn am günstigsten?“

FPFL: „Naja, es sollte keine zu exponierte Stelle sein, das ganze ist ja doch recht empfindlich.“

MUSC: „Also ich find’s Kacke, echt jetzt!“

TL: „Ja, ich bin auch nicht begeistert, aber ich fürchte, wir haben keine andere Wahl.“

FPFL: „Möglichst in der Körpermitte vorne, das ist eine Stelle, die gut zu schützen ist, oder?“

CUST: „Also, die Standard-Schutzsysteme sehen ja vor, bei Gefahr eher den Rücken preiszugeben als die Vorderseite, von daher muss ich FPFL recht geben.“

TL: „Vorne also, in der Körpermitte, also am Bauch?“

MUSC: „Niemals! Dann schmeiß ich hin! Ich hab doch nicht zum Spaß so ein schönes Sixpack dahin gedrechselt, nur damit Ihr mir da so’n Scheiß dranhängt!“

TL: „Hmm, zwischen den Beinen?“

CUST: „Da liegt ja standardmäßig erstmal die Blase mit dem dazugehörigen Harnausgang.“

TL: „Wir haben da unten eh schon zwei Ausgänge, und jetzt soll da noch dieser Schlauch dazu? Wie soll denn da das Pinkeln aussehen? Das gibt doch ’ne Riesensauerei!“

CUST: „Könnte man nicht Blasenausgang und Schlauch kombinieren? Dann sähe das vielleicht nicht ganz so unaufgeräumt aus.“

MUSC: „Meine schönen Oberschenkel…“

FPFL: „Und was machen wir jetzt mit dem Andockproblem?“

TL: „Da werdet Ihr schon was finden, wir haben aber jetzt keine Zeit zu verlieren. Also, FPFL, Ihr macht weiter an der Außenleitungslösung, CUST kümmert sich um die Einbettung Harnleiter, MUSC, Ihr überlegt, wie wir das ästhetisch am unauffälligsten kaschiert kriegen. Wir treffen uns übermorgen wieder hier, dann sehen wir weiter.“

Flattr this!