{"id":1274,"date":"2014-06-03T11:32:23","date_gmt":"2014-06-03T09:32:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.loick.de\/blog\/?p=1274"},"modified":"2014-06-03T11:39:32","modified_gmt":"2014-06-03T09:39:32","slug":"das-zuckern-von-gebratenem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.loick.de\/blog\/?p=1274","title":{"rendered":"Das Zuckern von Gebratenem"},"content":{"rendered":"<p>Ist der Erfolg von Ketchup dem Umstand zu verdanken, dass das Zuckern von Gebratenem bis heute keine gesellschaftliche Anerkennung erfahren hat? Und hat umgekehrt der Erfolg des Ketchups den Anerkennungsprozess nicht entscheidend verlangsamt? Und wer &#8211; diese Frage muss an dieser Stelle erlaubt sein &#8211; profitiert eigentlich davon?<\/p>\n<p>Beim Essen von Wurstbroten stellt sich ja die Frage, mit welcher Hand man das Brot und mit welcher das Smartphone h\u00e4lt. Eine erste Antwort lieferte mir meine Schwester (an dieser Stelle schnell ein #ff f\u00fcr <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Aetideopsis\" target=\"_blank\">@Aetideopsis<\/a>):<\/p>\n<p>https:\/\/twitter.com\/Aetideopsis\/status\/473748567988129792<\/p>\n<p>In dieser Form\u00a0ist mir die Antwort jedoch\u00a0zu pauschal, ich glaube, es kann keine einfache Antwort darauf geben, denn einfache Antworten werden\u00a0den spezifischen Gegebenheiten eines jeden Brotes\u00a0nicht gerecht. Was f\u00fcr ein Brot ist das, das ich da halte? Ist Ketchup drauf? Drohen Salat und Aufschnitt auf eben diesem Ketchup seitlich herauszurutschen? In welcher Situation ist das Ablegen des Brotes, in welcher das des Smartphones angemessen? Gibt es Brote, die gar mit Besteck zu essen sind (so wie es in der Generation meiner Eltern in Westfalen bis heute noch verbreitet ist)? Wohin mit dem Device in diesem Fall?\u00a0Kein Wunder, dass es in der Generation meiner Eltern in Westfalen so viele Offliner gibt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1276\" aria-describedby=\"caption-attachment-1276\" style=\"width: 147px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.loick.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/ketchup.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1276\" src=\"http:\/\/www.loick.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/ketchup-147x300.jpg\" alt=\"Zutaten: Tomatenmark, Rohrohrzucker, Branntweinessig, Meersalz\" width=\"147\" height=\"300\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1276\" class=\"wp-caption-text\">Zutaten: Tomatenmark, Rohrohrzucker, Branntweinessig, Meersalz<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber wenden wir unseren Blick nun dem Spiegelei zu. Also dem Spiegelei auf Brot. Auch in meiner eigenen Generation &#8211; so lautet zumindest ein Ergebnis meiner\u00a0empirischen Beobachtungen &#8211; werden derlei Brote nicht nur mit Ketchup, sondern vor allem auch vom Teller mit Messer und Gabel verspeist, das Device wird dabei neben dem Teller abgelegt und sporadisch mit dem abgespreizten kleinen Finger bedient. Schlimm ist dabei das ewige Sich-Abschalten des Bildschirms, was zu vielen Wachhalte-Stuppsen auf selbigen f\u00fchrt. Auch das Scrollen mit dem kleinen Finger, w\u00e4hrend man das Messer h\u00e4lt, kann noch nicht die finale Ausbaustufe des Always-On beim Spiegelei auf Brot essen bedeuten, ich verlange da einfach mehr von mir selbst und von der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Ich wage daher die Prognose: Der n\u00e4chste Hice Shice wird die Portierung der F\u00e4higkeiten von Smartphones auf\u00a0handlos zu bedienende Devices und somit der Aufl\u00f6sung des Smartphones sein. Nur Ketchup, der bleibt, zumindest sehe ich keinerlei Anzeichen, dass das Zuckern von Gebratenem in absehbarer Zeit salonf\u00e4hig w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist der Erfolg von Ketchup dem Umstand zu verdanken, dass das Zuckern von Gebratenem bis heute keine gesellschaftliche Anerkennung erfahren hat? Und hat umgekehrt der Erfolg des Ketchups den Anerkennungsprozess nicht entscheidend verlangsamt? Und wer &#8211; diese Frage muss an dieser Stelle erlaubt sein &#8211; profitiert eigentlich davon? 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