{"id":1495,"date":"2015-02-23T13:27:25","date_gmt":"2015-02-23T12:27:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.loick.de\/blog\/?p=1495"},"modified":"2015-02-23T13:36:15","modified_gmt":"2015-02-23T12:36:15","slug":"professionelles-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.loick.de\/blog\/?p=1495","title":{"rendered":"Professionelles Arbeiten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/regierung-was-merkels-minister-gerade-so-machen-kommentar-a-1019942.html\" target=\"_blank\">Heute kommentiert Roland Nelles\u00a0bei Spiegel Online den Politikbetrieb<\/a>. Das ist prinzipiell richtig und gut, denn das ist ja die Aufgabe des Journalismus. Die Taten der M\u00e4chtigen im Auge behalten, kommentieren, Missst\u00e4nde aufdecken, anprangern und wenn n\u00f6tig Minister*innen oder sonst wen zu Fall bringen.\u00a0Also im Idealfall.<\/p>\n<p>Dieser Kommentar jedoch ist shice. Herr Nelles gie\u00dft eine pegida-artige Pauschalverdrossenheitsso\u00dfe \u00fcber die Regierung im speziellen und im Unterton \u00fcber die Politik im allgemeinen aus, die keine belastbaren Hinweise auf schlechte Arbeit, Arbeitsverweigerung oder sonstwie kommentierenswertes hervorbringt. Es werden Vorurteile im Tenor von\u00a0&#8222;die faulen da oben&#8220; und &#8222;inkompetenz regiert uns&#8220; beschworen, ohne einen einzigen Beleg f\u00fcr\u00a0die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Gemaules beizubringen.<\/p>\n<p>R\u00fcckblende: Vor gut einer Woche waren Wahlen in Hamburg. Wieder ist die Wahlbeteiligung zur\u00fcckgegangen. Wieder haben die Medien diesen Umstand beweint, auch <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/hamburg-wahl-gewinner-und-verlierer-bei-cdu-spd-afd-fdp-a-1018668.html\" target=\"_blank\">Spiegel Online schrieb &#8222;Es ist Wahl in Hamburg &#8211; und immer weniger gehen hin&#8220;<\/a>. Auf den Stra\u00dfen stehen &#8222;besorgte&#8220; B\u00fcrger*innen, die kein Vertrauen in die Politik mehr haben.Wenn ich mir diesen Kommentar heute von Herrn Nelles so ansehe, liegt das aber weniger an der miesen Arbeit der Politik als vielmehr an miesen Texten wie diesem.<\/p>\n<p>Was Herr Nelles der Politik unterstellt, n\u00e4mlich eine ruhige Kugel zu schieben und alibim\u00e4\u00dfig ein bisschen vor sich hin zu werkeln, scheint ihm aus allerunmittelbarster eigener Erfahrung wohlvertraut zu sein.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann man als Journalist*in nicht jeden Tag &#8222;Bedingt abwehrbereit&#8220; aus der Feder zaubern. Genauso kann auch ein*e Minister*in nicht jeden Tag den Mindestlohn oder die Frauenquote durchsetzen. Aber wenn Au\u00dfenminister und Kanzlerin ausnahmsweise mal einen guten Job machen, es den anderen anzukreiden, dass sie nicht shiny shiny genug mit Landwirtschaftsthemen da stehen, das hat ja nicht mal Sch\u00fclerzeitungsniveau. Man h\u00e4tte ja vielleicht auch mal darauf hinweisen k\u00f6nnen, dass ein Ministeramt eben gerade nicht zu 90% aus Heldentaten besteht, sondern zu 95% als Fisselsarbeit, f\u00fcr die Herr Nelles sich anscheinend zu fein ist. Ich will keine Helden (au\u00dfer im Kino), ich will, dass wir uns so organisieren, dass wir keine Helden mit \u00fcbermenschlichen F\u00e4higkeiten brauchen &#8211; denn au\u00dfer im Kino gibt es n\u00e4mlich keine Menschen mit \u00fcbermenschlichen F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p>Mann, ist das \u00e4rgerlich!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute kommentiert Roland Nelles\u00a0bei Spiegel Online den Politikbetrieb. Das ist prinzipiell richtig und gut, denn das ist ja die Aufgabe des Journalismus. Die Taten der M\u00e4chtigen im Auge behalten, kommentieren, Missst\u00e4nde aufdecken, anprangern und wenn n\u00f6tig Minister*innen oder sonst wen zu Fall bringen.\u00a0Also im Idealfall. Dieser Kommentar jedoch ist shice. 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