{"id":1507,"date":"2015-03-17T20:45:24","date_gmt":"2015-03-17T19:45:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.loick.de\/blog\/?p=1507"},"modified":"2015-03-17T20:50:11","modified_gmt":"2015-03-17T19:50:11","slug":"peter-ruhenstroth-bauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.loick.de\/blog\/?p=1507","title":{"rendered":"Peter Ruhenstroth-Bauer"},"content":{"rendered":"<p>Meine G\u00fcte, was f\u00fcr ein komplizierter Name. F\u00fcr den soll ich jetzt also Wahlkampf machen.\u00a0Peter Ruhenstroth-Bauer. In f\u00fcnf Stadtteilkonferenzen haben er und Ernesto Harder sich den Genoss*innen vorgestellt. Dass Peter bei der Abstimmung dann so deutlich gewonnen hat, hat mich \u00fcberrascht. Ich war bei der Abstimmung leider selbst nicht zugegen und daher auch nicht direkt daran beteiligt.<\/p>\n<p>Jetzt gucke ich mir den Herrn also mal an. Auf der Beueler Vorstellung fand ich ihn gut. Ich habe mich gefragt, wie ein m\u00f6glicher SPD-OB mit dem schwarz-gr\u00fcn-gelben\u00a0Stadtrat umgehen w\u00fcrde. Ich glaube, dass er als ein Unverbrauchter in dieser Gemengelage bessere Handlungsoptionen hat als einer, der vielleicht schon (zu) lange dabei ist. Die Genoss*innen haben zurecht beklagt, dass ein Mehltau auf der Bonner Kommunalpolitik liegt. Ich finde das auch. Es wurde ins Feld gef\u00fchrt, dass man genau dieses Argument damals auch gezogen habe, als J\u00fcrgen Nimptsch zu unserem Kandidaten gek\u00fcrt wurde\u00a0und heute wird das Verh\u00e4ltnis von J\u00fcrgen zum Stadtrat und zur SPD-Fraktion als &#8222;schwierig&#8220; bezeichnet. Ich kenne mich da nicht so aus, ich bin kommunalpolitisch nicht drin in Bonn. Aber einen Unterschied kann ich schon erkennen: W\u00e4hrend J\u00fcrgen damals als Leiter der Beueler Gesamtschule nur vergleichsweise wenig politische Erfahrung hatte, scheint mir das bei Peter anders gelagert zu sein.<\/p>\n<p>Er war als Staatssekret\u00e4r Teil der Bundesregierung. Er hat Verhandlungen im Bundesrat gef\u00fchrt. Er hat kleine, mittlere und gro\u00dfe Budgets verantwortet. Er hat politische Erfahrung auf unterschiedlichen Ebenen gesammelt. Das finde ich schon mal gut.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.general-anzeiger-bonn.de\/bonn\/themen\/ob-wahl\/Stadtteilbuechereien-nicht-schliessen-article1590556.html\" target=\"_blank\">Im Interview im Bonner Generalanzeiger hat er heute einen Satz gesagt, der\u00a0mir mein sozialdemokratisches Herz erw\u00e4rmt hat<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Wenn ich bei den Sportvereinen und bei der Jugendarbeit spare, habe ich unter Umst\u00e4nden sp\u00e4ter h\u00f6here Kosten bei der Jugendsozialarbeit. Das ist kein Sparen mit Augenma\u00df.<\/p><\/blockquote>\n<p>Damit spricht er mir aus der Seele und ich hege Hoffnung, dass die SPD im allgemeinen und die Bonner SPD im Besonderen aus solchen S\u00e4tzen f\u00fcr sich etwas ableitet, was meiner Wahrnehmung nach eines der wichtigsten\u00a0Mittel gegen Politikverdrossenheit \u00fcberhaupt ist: Haltung.<\/p>\n<p>Now to the Kritik:\u00a0Was soll&#8217;n das hei\u00dfen: &#8222;Es ist eine Personenwahl&#8220;?\u00a0Ich habe den Eindruck, dass sich die Bonner SPD nach dem letzten uns\u00e4glichen Kommunalwahlergebnis gerade runderneuert (aber vielleicht ist das nur meine pers\u00f6nliche Wahrnehmung). Ich finde, dass eine bessere Bindung zwischen SPD Fraktion und OB dringend Not tut, denn wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass sich\u00a0die SPD in Bonn in einer besonderen Situation befindet: Im Stadtrat hat sie als Oppositionspartei nicht viel zu kamellen, muss aber f\u00fcr alle falsch\u00a0getroffenen oder noch schlimmer nicht\u00a0getroffenen Entscheidungen den Kopf hinhalten. In der Wahrnehmung vieler ist die Stadt gef\u00fchlt SPD-regiert, weil der amtierende OB nun mal unser Parteibuch innehat. Dass die ma\u00dfgeblichen Entscheidungen jedoch von schwarz-gr\u00fcn getroffen wurden (oder eben gerade NICHT getroffen wurden), hat den daf\u00fcr verantwortlichen Akteuren wenig\u00a0geschadet, weite Teile der Kritik sind von\u00a0der Projektionsfl\u00e4che des Oberb\u00fcrgermeisters und seiner Vorg\u00e4ngerin absorbiert worden. Ich finde wichtig, dass Peter sich viel selbstbewusster und selbstverst\u00e4ndlicher mit seiner Partei hier in Bonn solidarisiert, gerade in der jetzigen fr\u00fchen Wahlkampfphase, um den ganzen sich momentan\u00a0erneuernden Laden hinter sich zu bringen.<\/p>\n<p>Aber das wird er sicher nach meinen unfassbar einflussreichen Worten hier bald tun. \u00c4hem&#8230; \u00e4h.. ok, hehehe&#8230; :)<\/p>\n<p>Und noch ein Kritikpunkt: Ich mag ja Peters\u00a0sozialdemokratische Handschrift. Es geh\u00f6rt aber auch zu den sozialdemokratischen Tugenden, das Machbare zu tun. In seinem Interview hatte ich den Eindruck, dass er aus wirklich guten Gr\u00fcnden die allgemein ins Feld gef\u00fchrten Sparpotenziale (Stadtteilbibliotheken, Hallenb\u00e4der, B\u00fcrger\u00e4mter) alle hinterfragen will. Das finde ich richtig. Allein, was mir fehlt: Wo\u00a0will er denn dann sparen? Oder weiter gefasst: Wie will er den Laden bezahlen? Da fehlt es mir im Moment noch ein wenig an konkreten Szenarien. Mehr Kohle einnehmen? Also Steuererh\u00f6hungen? Und davon das Festspielhaus finanzieren? Da muss noch was kommen.<\/p>\n<p>Was mir hingegen wieder gut gef\u00e4llt: Er verspr\u00fcht Tatendrang. Das hat die Bonner Kommunalpolitik dringend n\u00f6tig. Vielleicht brauchen wir nicht das ganz gro\u00dfe Festspielhaus. Aber so, wie Bonn im Moment mit Beethoven umgeht, ist viel zu viel Potenzial verschenkt. Der Fokus liegt, da folgt die Stadt ganz konservativen Handlungsmustern, auf dem Sparen, dem Nichthandeln, dem &#8222;blo\u00df nicht wieder den\u00a0WCCB-Fehler machen&#8220;, der Bewegungslosigkeit, dem angstvollen Festhalten an dem, was fr\u00fchere Generationen hier aufgebaut haben. Ich finde gut, dass Peter die Potenziale dieser kleinen Stadt am Rhein ins Feld f\u00fchrt. Ich finde gut, dass er im Auge hat, dass man in Bad Godesberg nicht einfach alles zumachen kann, sondern dass man dort was machen muss. Ich finde ausgesprochen gut, dass er im Blick hat, welcher Stadtteil zu kippen droht, wenn wir nicht gegensteuern, dass Stadtteile kippen werden, wenn wir zu lemminghaft dem\u00a0Diktat des Sparens gen\u00fcge tun.<\/p>\n<p>Disclaimer: Der\/die aufmerksame Beobachter*in hat vielleicht gemerkt, dass ich so langsam in Wahlkampfstimmung komme. Komme ich. Komme ich deswegen, weil ich Peter, je l\u00e4nger ich \u00fcber das\u00a0nachdenke, was ich bisher so von ihm so kenne, immer besser finde. RUHENSTROTH-BAUER hei\u00dft der Mann, dabei w\u00e4re zum Beispiel Glocke oder M\u00fcller viel einfacher zu merken. Und Creative Commons Bilder gibt&#8217;s anscheinend auch nicht! Man hat&#8217;s nicht leicht als wahlk\u00e4mpfender Sozi :)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine G\u00fcte, was f\u00fcr ein komplizierter Name. F\u00fcr den soll ich jetzt also Wahlkampf machen.\u00a0Peter Ruhenstroth-Bauer. 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