Humano Menetekel macht munter weiter

Mir wird allmählich kalt, der Frost schiebt sich unter meinen Mantel. Die Wildpferde stehen im fahlen Mondlicht und dampfen, was sehr hübsch aussieht. Ich sitze auf dem Boden, auf dem Gras, mit Raureif überzogen, meine Beine werden langsam feucht und klamm. Die Zäune, diese münsterländischen Reihen, unten die Pöhle genau acht Schritt auseinander, oben windschief, mit drei Reihen Stacheldraht verbunden, stehen dick und weiß. In die unterste Drahtreihe hat das Gestrüpp gegriffen. Nun hängt es erfroren daran.
Ich bin raus aus dem Zug, auf offener Strecke habe ich die Notbremse gezogen und bin raus, mitten in der Nacht, mitten im Frost, und ich bin gerannt, bis zu den Wildpferden, die da plötzlich standen und dampften.
Ich muss mich langsam darum kümmern, hier wieder wegzukommen, mir wird kalt. Ich will nach Hause. Ich bin Humano Menetekel.

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Humano Menetekel rettet die Welt

Mein Name ist Humano Menetekel, ich rufe kurz mal meine Frau an. Hallo, Liebe, ist der große Benutzki schon oben? Noch nicht? Gut. Ja, werde ich!
Also, der große Benutzki ist noch in seinem Bett, da kann ich Euch noch eben das Haus zeigen. Wollt Ihr zuerst den Spirituosenflügel sehen? Dann schlage ich vor, wir fangen mit der Single Malt Revue an, die Idee eines guten Freundes von mir. Wir wollten uns hier die Stärke der Highlands ins Haus holen, ja klar. Unter sechzehn ist hier keiner. Ein paar sind die letzten ihrer Art, aber ich möchte das nicht dramatisieren. Andere Väter haben auch schöne Söhne und Töchter. Wenn Ihr mögt, probiert ruhig.
Als wir damals angefangen haben, da war das ganze ja nur so eine Idee, wenn ich ehrlich bin kam die von meiner ersten Frau. Ach nein, das war ja der Weinsalon, sie wollte da ja diese blauen Textiltapeten reinmachen, aber Litriana hat das dann letztes Jahr rausnehmen lassen. Überhaupt haben wir uns da auch von den Rhoneanbaugebieten eher ins Languedoc verlagert, ich mag ja den Kreidefelsen in der Bauchnote, Ihr wisst das ja, ja genau.
Wollen wir runter ins Schwimmbad gehen? Ich weiß jetzt aber nicht, ob das geheizt ist, wenn da das Reinigungsprogramm läuft, habe ich Rutger gesagt, soll er die Heizung runter drehen. Wartet, ich ruf kurz unten an… Rutger? Ja, wie ist denn die Temperatur gerade unten? Ja? Ja bestens! Und die Gäste-Swimsuits? Entschuldigt, ich habe gerade nur sechs Naturfaserswimsuits da, einer müsste sich mit Kunstfaser… ja? Na, dann ist ja ok! Ja, Rutger, wir kommen jetzt runter, bist Du so gut und magst Heide Bescheid sagen? Wegen des Shallowfondues? D’ accord, d’accord, mein Guter.
Nehmt die Gläser ruhig mit. Achtung, hier auf der Wendeltreppe, die Damen! Ja, zieht ruhig die Schuhe schon aus. Oh, hier unten ist’s aber doch frischer als ich… Rutger? Rutger! Machst Du uns den Kamin vielleicht gerade… danke, mein Guter! So, wer mag, schlüpft gerade mal in den Badeanzug, nur nicht so schüchtern, hehehe, nein, ihr könnt euch natürlich dort hinter dem Paravent umziehen, ja klar. Mögt ihr auch das Wasserspiel anhaben? Ach, ihr könnt euch vorstellen, dieses Wasserspiel, das mag ich besonders, das erinnert mich so an… Ja, Heide? Ja, bereiten sie’s so weit schon mal vor, die Herrschaften mögen gerade noch die eine oder andere Bahn ziehen.
Das Wasserspiel, das hat mir so gut gefallen, denn wisst ihr, wenn ich hier hinten meine Bahnen ziehe und mit jedem Zug sehe ich dieses Wasserspiel, da fühlt man sich doch so recht wie ein Schaumgeborener, als wäre man dem Wasser selbst entstiegen. So eine Leidenschaft.
Also gut, meine Leben, wollen wir uns mal ansehen, was die gute Heide uns gezaubert hat…

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Männerklischees: Raise your voice, guys!

Gerade bekomme ich von @annnalist einen Blogbeitrag in die Timeline getwittert, in dem sich Lisa Harmann völlig zu Recht echauffiert über das scheinheilige Gelaber von Kai Wiesinger nach der Trennung von seiner Frau und seinen zwei Kindern.

Präriemundwinkel, ganz heftig.

Ich möchte in diesen Rant mit einstimmen, und ich habe einen handfesten Grund dafür: Allein durch die Tatsache, dass ich auch ein Mann bin, stehe ich potenziell und – wie Herr Wiesinger nun wieder beweist! – aus guten Gründen unter dem Verdacht, auch so einer zu sein. So einer, dem plötzlich auffällt, dass er “seine Freiheit ausleben muss”. So einer, dem sein Leben plötzlich “zu eng” wird. So einer, der bedeutungsschweres mannhaftes Verstehernicken erheischt, wenn er erzählt, dass das ja nun alles keinen Zweck mehr habe mit der Frau und den Kindern, weil er – und er denke da ja nur an die Kinder! – nicht mehr er selbst sein könne. “Ich erwarte kein Verständnis”, aber was sich in meinem Kopf abspielt, das könnt ihr anderen einfach nicht verstehen. Dieses ganze Gewäsch!

Was sind das nur für armselige Jammerlappen, die über Jahre wissen!, dass was nicht stimmt, aber statt solch essentielle Themen sofort und unverzüglich zusammen mit der Frau und der Familie anzugehen, blind immer weiter machen und nicht mit ihren Partnerinnen sprechen und das alles sehenden Auges immer größer werden lassen und am Ende Jaschüssdann sagen! Und sich dann noch in der Rolle des Lonely Cowboy gefallen, “ich weiß, ich hab da Mist gebaut, aber ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss”! Schluck aus der Pulle, Präriemundwinkel.

Ich sage das hier extra noch mal: Ich will keiner von denen sein! Ich will nicht, dass jemand denkt, ich wäre einer von denen, die bei Hart aber Fair in der Reihe stehen und Krokodilstränen weinen, der größte Fehler ihres Lebens sei gewesen, nicht genug Zeit mit den Kindern verbracht zu haben. Ich will keiner von denen sein, die glauben, sie könnten ihre Bequemlichkeit durch Dünnpfiff reden kaschieren.

Und ich kenne ein paar, bei denen das auch so ist. Raise your voice, guys!

Disclaimer: Mir ist völlig klar, dass Beziehungen kaputt gehen können. Mir ist nicht klar, was bei Kai Wiesinger und seiner Familie kaputtgegangen ist. Leider erfüllt diese Geschichte von Herrn Wiesinger in ein Klischee, das mir missfällt und das ich nicht auf mich angewendet sehen möchte, daher muss diese Geschichte nun für diese kleine Aufregung herhalten.

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Vision vom Bundes-Ironblogger-Sommer-Fahrradkino

Seit Jahren schon würde ich ja gern mal sowas hier machen: http://www.fahrradkino.de.

Warum nicht im Sommer als Event der Ironblogger? Inzwischen gibt es ja bundesweit ein paar (Ruhr und Freiburg sind mir neben Berlin nun noch bekannt), vielleicht lassen sich ja welche zusammenschließen und man macht ein Bundes-Ironblogger-Sommer-Fahrradkino daraus? Es sollten sich ja genug Kreative finden lassen, die sich ein Rahmenprogramm ausdenken können, es sollten sich auch ein paar Businesserfahrene finden, die schon mal so was organisiert haben, ein paar Nerds, die die paar Fahrräder zusammengeschweißt kriegen werden sich doch auch auftreiben lassen?

Ich sehe es vor mir: Ein lauer Sommerabend, schon seit dem Nachmittag finden sich die Besucher ein und sitzen wie die Hippies im Schatten und machen Musik, ein großes Feuer wird vorbereitet, über dem sich am Abend ein Ferkel (glücklich gezogen und im vollem Besitz seiner geistigen Fähigkeiten uns zu liebe den Freitod gewählt habend!) dreht, Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg, die Kinder laufen herum und spielen im Staub, es gibt Bier vom Fass. Live-Musik, Gespräche, Spanferkel, Fahrradkino, zelten. Die ganzen Yrren aus der Timeline zusammen und alle sagen: “Smooth, Alter!”

Oh ja, Bär, das wär was!

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Die Welt ist ein guter Platz

Wenn @PickiHH ihren Morgentweet schickt, wenn @moellus “sei nich traurich“ sagt und wenn @chilligonzales leise meinen Tweet favt, dann ist die Welt ein guter Platz.

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Kinder und Gender

Wie ist das nun mit der Kindererziehung und dem Genderdingens? Sollte man nicht, statt sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was man seinen Kindern nun anerzieht und wegerzieht und an ihnen herumerzieht, lieber den Kopf darüber zerbrechen, wie man sich selbst so verhält, dass sie so werden, wie man das gern hätte? Und sich dann so verhalten?

Ich habe mal gelesen, dass Kinder gern und viel nachahmen, stimmt das?

Dann könnte man sie auch spielen lassen, was sie wollen und setzte sich nicht der Gefahr aus, dass sie einem später vorwerfen, sie hätten im übrigen schon immer lieber den Matchboxautokoffer gehabt als das verschissene Puppenhaus. Oder umgekehrt.

Wenn nur dieses “Und sich dann so verhalten” nicht wäre.

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Augen zu Spiel

Neulich einen Film irgendwo im Fernsehen gesehen, in einer Szene sitzen Jürgen Vogel, Daniel Brühl und so eine junge Frau am Flughafen und die Frau sagt: “Alle mal Augen zu!” und alle machen die Augen zu. Keine Ahnung mehr, warum sie das nochmal gesagt hat, aber Daniel Brühl hat zwischendurch gelinst. Und die Frau hat auch gelinst und gesehen, dass Herr Brühl sich nicht an die Abmachung gehalten hat.

Hier nun das Spiel: Die einzige Regel ist, dass alle Mitspieler die Augen zumachen und wer sie als erster wieder öffnet, hat verloren.

Ich finde die Idee irgendwie faszinierend, weil das ganze Spiel mit dem Verlierer steht und fällt. Der Gewinner weiß erstmal nicht, dass er gewonnen hat. Der Verlierer weiß sofort, dass er verloren hat und seine Ehrlichkeit bestimmt im Wesentlichen den weiteren Spielverlauf. Macht er einfach die Augen wieder zu? Oder sagt er “Mist, verloren!” und gesteht dem anderen zu, der Gewinner zu sein? Was, wenn der Verlierer die Augen offen hat und dann vom Gewinner erwischt wird? Welche Rolle spielt dabei, in welcher Beziehung die Mitspieler zu einander stehen? Wem würde ich als Verlierer die Wahrheit sagen, bei wem würde ich die Augen wieder zu machen und mein Glück später noch einmal versuchen? Könnte man dieses Spiel mit hohem Einsatz spielen? Wer würde sowas tun? Gibt es Leute, die die Augen so lange geschlossen halten, bis alle anderen gegangen sind? Ab welcher Zeitspanne halten sich die Mitspieler für den Gewinner? Ab welcher Zeitspanne werden die, die sich für den Gewinner halten, misstrauisch? Was macht man, wenn man misstrauisch geworden ist? Nur sprechen? Oder gucken und riskieren, dass man dann doch verliert? Ist das ein Spiel, das immer im Streit endet? Wenn ich gewinne, obwohl ich zwischendurch gemogelt habe, wie fühlt sich das an?

Der wesentliche Faktor ist: Es gibt keinen Schiedsrichter. Die Mitspieler sind darauf angewiesen, sich selbst zu einigen, ganz wie im  richtigen Leben.

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California Dreamin’ auf nordrheinwestfälisch

Heute morgen, also am Montag, dem 2. Januar 2012, war’s schlimm. Erster Tag zurück in den Alltag nach den Weihnachtsferien, verdrehte Kinder, Regen.

Timeline checken, alle anderen Twitterer sind noch zu Hause, haben ihre Ferien noch etwas verlängert. Mit nassen Füßen betrete ich das Büro. Irgendjemand hat mir diesen wunderbaren Ausruf von Boris Becker in die Auslage retweetet: “Vergangenheit ist OVER !!!

Und plötzlich höre ich in meinem Kopf “Advantage Becker”, Schiedsrichterstimme, herausgerutschte und mühsam zurückgeholte Jubler aus dem Publikum am Center Court von Wimbledon.

Und dann ist die Sonne da, warm, wir laufen in kurzen Hosen und barfuß in Tennisschuhen herum. Mein Vater lebt noch, er hat gerade seinen von ihm mit seinen Tennisfreunden gebauten Tennisplatz gewässert, das kleine Turnier kann losgehen. Im Fernsehen spielt Boris Becker und revolutioniert das deutsche Tennis. Ein Freund aus dem Tennisverein (in dem mein Vater und wir Kinder Mitglied sind) arbeitet irgendwas in der Industrie im Ruhrgebiet und hat einen selbstgeschweißten Stahlgrill angekarrt, ein ganzes Schwein wird sich daran drehen. Viele Freunde, Verwandte und Bekannte der Verwandten kommen auf unseren Hof, Sommerwetter at its best. Wir haben alle Gäste in Gruppen eingeteilt und spielen ein Turnier, immer Doppel, immer nur einen Satz (weil wir nur einen Tennisplatz haben und wir sonst nicht alle durchkämen). Ich bin irgendwas um die neun oder zehn Jahre alt. Unser Hof ist groß, der Tennisplatz liegt rechts von dem Weg, der von der Hauptstraße zu unserem Hof hinunter führt. Auf dem Hof angekommen, steht links die weiße Scheune, in der mein Vater seine landwirtschaftlichen Geräte unterbringt, die er aber für das Fest beiseite geräumt hat. Der monströse Grill steht vor dieser Scheune, falls es Regen geben sollte und man schnell in die Scheune umziehen muss. Aber es regnet kein bisschen, es ist Kaiserwetter. Meine Großmutter lebt auch noch, sie hat ihren Butterkuchen gebacken, dessen Rezept sie Jahre später kurz vor ihrem Ableben exklusiv meiner ältesten Schwester weitergegeben hat. Die aus Düsseldorf und Umgebung angereisten Gäste lobpreisen diesen Kuchen hymnisch. Alle tragen weiße Tennissachen und alle sind fröhlich. Mein Onkel, der Bruder meiner Mutter, der derjenige ist, über den die ganzen Düsseldorfer zu uns gefunden haben, ist der lustigste. Mein Vater spielt gerade sein erstes Match, niemand hat so einen harten Aufschlag wie er (außer Boris Becker im Fernsehen, der hat einen so harten Aufschlag wie noch nie jemand vor ihm. So an die 200 Sachen!)

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob der alte Spieker noch vollständig steht oder ob der Brand schon war, dem die Hälfte des Gebäudes irgendwann zum Opfer gefallen ist. In diesem Feuer hatte ein Pferd derartig schwere Verbrennungen und Vergiftungen davongetragen, dass es notgeschlachtet werden musste.

Der ganze Hof steht voller Autos mit Recklinghäuser, Düsseldorfer und Borkener Kennzeichen, mein Onkel (der Bruder meiner Mutter) zapft das erste Bier, natürlich wurde auf einer Feier wie dieser eine Theke von Finke, der lokalen Kneipe gleich hinter den Bahnschienen, herbeigeschafft und es wurde Bier vom Fass getrunken. Ich trinke nur Mineralwasser, weil ich noch ein Kind bin, vielleicht darf meine älteste Schwester schon mal etwas Sekt probieren. Alle Gäste bleiben über Nacht, sie haben sich in allen irgendwie verfügbaren Ecken unseres Hauses eingerichtet, einige zelten auf dem Rasen. Der Hof ist staubig, wenn man barfuß darüber läuft, merkt man, wie warm er ist.

Eine Frau ist unter den Gästen aus Düsseldorf, die Melitta mit Vornamen heißt, wir Kinder lachen uns kaputt, die heißt ja wie das Filterpapier! Ich spiele auch Tennis, ich spiele im Doppel mit Florian, ein Freund meines Cousins aus Düsseldorf oder so (die genauen Beziehungen der Gäste untereinander und zu uns sind mir fast alle nicht klar). Ich spiele gar nicht schlecht, aber leider verlieren wir unser Spiel. Mein Vater gewinnt alle Spiele und schwärmt von Boris Becker. Wenn mein Vater nicht spielt, macht er an der Seite nach, wie Boris Becker ANSATZLOS – zupp!- einen Stop spielen kann. Er erzählt, dass er im Fernsehen gesehen hat, dass Boris Becker hundert Bälle zugespielt bekommt und jeden dieser hundert Bälle genau auf eine Zeitung zurückspielen kann, alle hundert. Und dass sie dann die Zeitung halbiert haben und Boris Becker wieder alle hundert Bälle auf die Zeitung gesetzt hat. Und so weiter. Wir treffen die Bälle oft nicht richtig und sie eiern in hohem Bogen über den hohen Maschenzaun in die Brombeerbüsche oder noch weiter bis in den Bach. Ständig sind Gesandschaften aus Kindern und Erwachsenen im Gebüsch und im Bach unterwegs, um die vielen Bälle wieder einzusammeln. Dabei essen wir Brombeeren (auch die roten sauren).

Boris Becker hat wie ich am 22. November Geburtstag. Boris Becker ist ein Phänomen, das ich mit offenem Mund bewundere. Meine Schwester (also die dritte von uns Kindern, die direkt über mir) ist bereits in einem Lästeralter und malt hämische Bilder, wie Boris Becker Pommes isst und ganz fett wird. Das hat mich damals gekränkt.

Zwischen dem alten Spieker (von dem ich immer noch nicht weiß, ob er zu dieser Feier nun schon abgebrannt war oder nicht) und dem großen Kuhstall stehen zwei riesige Kastanienbäume. Meine älteren Schwestern haben eine Hängematte dazwischen gehängt. Ich liege mit meiner Tante oder irgendwem anderen in dieser Hängematte und gucke in die Kastanienblätter, wir lachen über den Namen der Filterpapierfrau und die Filterpapierfrau lacht mit uns. Ich weiß nicht mehr, wie der Tag für mich zu Ende ging, vielleicht bin ich irgendwann irgendwo auf jemandes Schoß eingeschlafen. An dem riesigen Grill dreht sich das ganze Schwein, viele sind inzwischen aus dem Turnier ausgeschieden und trinken Bier und reden und machen so eine Sommerabendgeräuschkulisse. Die letzten Spiele auf dem Tennisplatz finden spät und bereits im Halbdunkel statt.

Aber Vergangenheit ist OVER !!! Nur hin und wieder nicht so ganz. Und Ihr könnt alle sagen was Ihr wollt, aber Boris Becker, den mag ich immer noch.

Die Arbeit rief, ich klappte den Rechner auf.

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Wie ich 2011 eine Wahrheit fand

Was muss ich mich in Angelegenheiten
mit mir selber ständig streiten?
Sieh es so! Sieh es doch anders!
Lies mal hier! Denk an die Pandas!
Rette diese! Schütze jene!
Wisse das hier und verstehe!
An den Mühen es nicht mangelt,
von Axiom zu These man sich hangelt,
doch Einwand Einwand folget gleich.
Ist ja doch nicht alles ganz so leicht.

Mit Denken, Lesen, Horchen,
konnte ich nichts finden
was im Bestand bis morgen
jeden Widerspruch sollt überwinden.

Da besann ich mich.

Dem Volke auf das Maul geschaut!
Nun eine Wahrheit kann ich sagen!
Stellte fest, man kaum sich traut,
noch Oberlippenbart zu tragen.

Na immerhin.

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Iron Blogger Bonn

Einer wunderbaren Idee von @antischokke und @thornet folgend habe ich mich gestern abend spontan und völlig unbedacht auch der “Iron Blogger” Aktion angeschlossen. Das bedeutet: Mindestens einen Blogbeitrag pro Woche oder fünf Piepen zahlen!

Am Ende gehen alle Teilnehmer der Aktion das Geld in Bier anlegen (aka saufen).

Das stelle ich mir herrlich vor! “Ich habe Deinen Beitrag »Schummel nicht, Bettina!« geradezu verschlungen, wirklich, die Figur ist aber auch so schön getroffen!” oder “Ich habe Jahre gebraucht, bis ich Ovid of Ysdy Vith and Shuft auf die Schliche gekommen bin, was habe ich gelacht!”

Ich glaube, dass man durch die “Entschuldigung”, dass man ja für den Iron Blogger schreiben muss!, viele Hemmungen abbaut und auch Texte raushaut, die einem zunächst gar nicht so wichtig sind, die aber mit der Reife der Zeit vielleicht besondere Kleinode werden können.

So bin ich nun der Iron Blogger aus Bonn (gibt’s vielleicht noch mehr hier aus der Gegend?) – ich freu mich!

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