Entspannung (fuck off, Angeber*in!)

Jetzt war ich gerade mit der #Pollykowkaja draußen und habe kurz über meinen letzten Blogbeitrag nachgedacht. Es kommt mir in den Sinn, dass das vielleicht alles Quatsch ist, weil da überall nur „müssen“, „müssen“ und „Körperspannung halten“ steht. Inhaltlich ist da vielleicht viel wahres dran, aber was, wenn ich einfach mal nicht mehr kann? Ich will nicht die ganze Zeit von einem wie mir angetrieben werden, ich schaff’s vielleicht einfach nicht, den Kopf ständig auf „Mission“ eingestellt zu haben.

Mein 23jähriges Ich wäre von mir heute völlig gestresst. Ich zürne meinem 23jährigen Ich nicht. So war ich damals. Aber heute bin ich irgendwie anders.

Jetzt trinken mein 23jähriges Ich und ich noch ein Bier und hören die Musik von vor 19 Jahren.

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Drei Ebenen die Welt zu verbessern

Eine der schönsten und für mich motivierendsten Twitter-Bios hat der höchstanständige und beste @horax geschrieben:

„das leben ist kurz | die welt ist veränderbar!“

Was für ein Satz! Den hat er, wenn ich das richtig erinnere, seit mindestens 2010 da stehen. 2010 wurde der Kleine Sohn geboren, ich kannte noch niemanden bei Twitter und war auch noch nicht in der SPD. Auf der Erwerbstätigkeit habe ich mich aber mit Kolleg*innen gestritten über die Sozis (die ich da schon toll fand). In diesen Diskussionen wurde ich als Phantast abgetan, ein blauäugiges Mäuschen, das in seiner Naivität allen Ernstes an das Gute im Menschen glaubt und die Welt verbessern will. Ich, dieser ziemlich unbedeutende IT-Berater – für wen hältst Du Dich, dass Du die Welt glaubst retten zu können?

Seitdem gucke ich auf meine Hände, von denen ich zum Glück zwei habe, gucke auf meine Füße, von denen ich zum Glück auch zwei habe. Ich freue mich über mein Gehirn, das einige Dinge gut, andere schlecht verarbeiten kann, das manchmal gute Ideen hat und manchmal nicht so gute. Ich benutze meinen Mund durchgängig zum Sprechen*). Ich gucke auf meine Möglichkeiten: Hände, Füße, Hirn und Sprache. Das steht mir zur Verfügung, um die Welt zu verbessern.

Als ich die ersten paar Tweets abgesetzt hatte und eines Tages dieser mir unbekannte, aber deswegen nicht weniger bewunderte @horax anfing, mir zu folgen mit seiner o. g. Bio, da dachte ich: Es macht einen Unterschied. Einer will hören, was ich sage. Ist erstmal nur einer, aber einer will’s hören. Meine nicht minder verehrte Frau Mama hat uns Kindern mal gesagt: In der Menge steht immer ein*e Kenner*in. In meiner bescheidenen Wahrnehmung besaß ich genug Chuzpe, in @horax einen Kenner zu sehen – und hey! Der gehörte zu den coolen Typen von nugg.ad, die immer so coole Parties mit #guwosh Hashtag gefeiert haben, das war also nicht irgendeiner!

Oh, was habe ich gelernt seitdem! Dieses Twitter hat mich mit Menschen zusammengebracht, von denen ich so viel gelernt habe! In Sachen Kommunikation, in Sachen Haltung, aber vor allem Fakten, Tatsachen, Erkenntnisse – Dinge, für die man sich früher in Kellern mit dicken Büchern einschließen musste, die so viel Lesezeit beansprucht haben, dass man mangels zwischenmenschlicher Interaktion zum Soziopathen werden musste. Und dann stimmte das am Ende doch wieder nur so ein bisschen. Bei Twitter lernte ich, was Privilegien bedeuten und welche Pflichten mir als Privilegiertem obliegen, ich lernte, was für unterschiedliche Menschen es gibt, wie super die sein können und wie gleich sie am Ende irgendwie alle in ihren Bedürfnissen sind und wie unterschiedlich in ihren Antrieben und Ressourcen – wie unterschiedlich privilegiert. Ich lernte, welche Rolle Emotion und Irrationales spielen und wie irrational gerade die handeln, die sich besonders auf reine Fakten berufen – die eiskalten Entscheider*innen sind mir schon immer besonders lieb gewesen in ihrer verfickt offensichtlichen Unvollkommenheit. Ich danke Twitter auf Knien für die unfassbare Leistung, zumindest für ein paar Jahre Hierarchien überwunden zu haben, für eine Emanzipation, für eine Sprache gesorgt zu haben, die gänzlich frei von inneren Hürden, Verhaltenskodizes und selbstoktruierter Scheinkorrektheit ist. Man schreibt hier über Sachen mit Käse überbacken. Man schreibt hier über #flausch, Rausch und furchtbar menschliche Sachen. Welch eine Leistung! Die geilsten der Geilen geben hier zu: Hab heute keinen Bock, weil ich gestern gesoffen hab. Was ich da höre! Was ich da lerne, immer noch, jeden Tag!

Und ich kann die Welt verbessern! Einer sucht eine Wohnung in London, ich retweete das nur, zehn Minten später hat der wirklich eine Wohnung und bedankt sich bei mir für den Retweet. Das war aber einfach!

Ich schreibe was politisches rein. Keine Reaktion. Ich blogge was und twittere das. Drei Favs – HAA! WELT verBESSERT! Bei gleich DREIEN!

Aber ich wollte ja eigentlich was ganz anderes schreiben: Wie verbessere ich denn jetzt die Welt? Auf welchen Ebenen? Wo setzt man da an? Über die Jahre scheinen sich drei etabliert zu haben, auf denen ich es immer wieder versuche: Wirtschaftlich (also auf Erwerbstätigkeit, da verbringt man ja schon ziemlich viel Zeit), persönlich (also in der Familie und vor allem als Vater/Mutter) und selbstverständlich schlicht parteipolitisch.

Ich reporte mal denen, die mich wahrscheinlich immer noch für ein blauäugiges Mäuschen halten.

Persönlich

Als Kind auf einem Bauernhof im südlichen Westmünsterland aufgewachsen kann ich nicht gerade sagen, dass ich per se progressiven Positionen zugeneigt gewesen wäre. Im Gegenteil, als Jugendlicher habe ich meiner Erinnerung nach ziemlich stramme Besitzstandswahrungsmeinungen vertreten, Veränderung war gefährlich, denn ich hatte eine sehr sehr glückliche und behütete Kindheit, an der etwas zu ändern eigentlich nur Verschlechterung bedeuten konnte. Interessanterweise hat unsere Mutter uns Werte, Empathien, eine fröhliche Offenheit und nicht zuletzt einen gehörigen Schuss Feminismus mitgegeben. Und es ist mein ausdrückliches Privileg, dass ich durch den Hof, durch meine fest zusammenhaltende Familie und die Abgeklärtheit meiner Eltern und Geschwister ziemlich immun bin gegen irrationale Ängste. Selbst in den schwersten Phasen der Existenzangst (2009 lief meine Firma echt scheiße!) hatte ich die Fähigkeit, mich mit dem Gedanken über Wasser zu halten: „Wenn wir hier mit einem kleinen Kind mitten Europa verhungern müssen, wird es einen Skandal geben! Aber von sowas liest man nicht so oft in der Zeitung, also scheint es wohl in den meisten Fällen doch irgendwie ganz gut auszugehen.“ Ein anderer Aspekt meiner Privilegiertheit ist, dass meine Eltern gefeiert haben wie die Kesselflicker, aber am nächsten Tag wurden die Kühe um sechs Uhr morgens gemolken (mein Vater) und die Kinder der ersten Klasse ab viertel vor acht unterrichtet (meine Mutter). Befindlichkeiten haben wir als Familie insgesamt lieber als Partygag verstanden als uns davon treiben zu lassen. „Außen weich und innen hart“ fanden meine Schwester Julia und ich im Alter von 16/18 Jahren in Umkehrung der Männlichkeitsideale von Hollywoodfilmen lustig, meinten das aber ganz tief drinnen irgendwie ernst. Das Jammern ist uns als Kulturtechnik nie vermittelt worden.

Auf der persönlichen Ebene wünsche mir nichts sehnlicher, als meinen Kindern solche Fähigkeiten verleihen zu können, wie meine Familie sie mir verliehen hat. Wenn meine Kinder einfach nie Angst haben, weil sie sich immer auf uns (@frau_ratte und mich) verlassen können, wenn sie sich ihrer selbst immer sicher genug sein können, um gefahrlos sich selbst zu vergessen und ihren Geist auf Sachverhalte zu richten vermögen, die nicht unmittelbar sie selbst betreffen, dann werden wir auf persönlicher Ebene die Welt verbessert haben. Vielleicht tragen diese tollen Kinder das dann weiter.

Wirtschaftlich / auf Arbeit

Im Jahr 2008 oder so war es, nachdem der Große Sohn ein paar Monate alt war und mich das ganze UngeübtMitKindDingsi völlig überfordert hat, fing ich an, völlig unprofessionell auf der Arbeit davon zu erzählen, wie die letzte Nacht war, wie unsicher ich war, was ich alles nicht kann. Lange vor dem Kontrollverlust, den Social Media uns allen bescheren sollte, war ich bereit dafür. Ich habe einfach alles erzählt. Aufgrund unmittelbarer Erfolgserlebnisse an dieser Stelle war eigentlich da schon klar, dass ich ein wehrloses Opfer Social Medias werden würde. Die Kolleg*innen wussten, warum ich scheiße aussah mit Ringen unter den Augen. Sie haben mir vielleicht manche Dünnhäutigkeit nachgesehen, die ohne Hintergrundwissen als ungehörig hätte gelten müssen. In jenen Tagen habe ich vor mich hinformuliert: „Aufgrund der wenigen mir zur Verfügung stehenden Informationen über Dich muss ich Dich leider scheiße finden.“ Offenheit, ein bisschen Vertrauen und das Fallenlassen überkommenen Scheinprofessionalitätsgehabes vermitteln denen um mich herum ein Bild von mir, das sie mich verstehen statt blöd finden macht.

Um materiell handlungsfähig zu bleiben, muss ja ein Studienabbrecher wie ich ziemlich viel Zeit in die Erwerbstätigkeit investieren. Als Konsequenz verbringt man viele Stunden mit Menschen, die man sich nicht unbedingt ausgesucht hätte, ohne dass das heißen muss, dass diese Menschen deswegen blöd wären. Aber Erwerbstätigkeit ist, von der Sinnstiftung und ihrer selbstbewusstseinschaffenden Kraft einmal abgesehen, vor allem auch ein natürliches Durchbrechen der persönlichen Filterbubble. Ich habe dort in einer Weise Einfluss auf Menschen (und werde von denen beeinflusst), die nicht meinem Gusto entsprechen müssen – was  als eine große Chance gesehen werden muss. Mein Handeln und Sprechen hat bei denen eine ungleich wichtigere Bedeutung, weil hier ich hier Menschen erreiche, die nicht per se meiner Selbst entsprechen. Wenn ich auf der Erwerbstätigkeit plötzlich alle Anforderungsdokumente im generischen Femininum verfasse, dann konfrontiere ich Menschen damit, die im Zweifel noch nie etwas davon gehört haben. Und ich diskutiere nicht mit denen, sondern ich juble es ihnen unter. Ich schaffe hier das kraftvollste Moment, das man für die Verbesserung der Welt überhaupt schaffen kann: Selbstverständlichkeit. Wer Fragen dazu hat, kriegt sie beantwortet. Aber die meisten fragen nicht, sondern übernehmen einfach aus Selbstverständlichkeit den Sprachgebrauch**). Es entsteht eine kraftvolle Veränderung, die mich staunen macht.

Nun habe ich seit den Anfängen meiner Erwerbstätigkeit, in der ich als externer Berater in Konzernen herumlaufe, noch zwei neue Firmen mitgegründet. Die eine ist das Start-up (wink! wink! trackle.de! kauft, Leute, kauft!), das ich mit @frau_ratte am Laufen habe, die andere ist Calliope. Als ordentlicher Progressiver, wenngleich nicht geborener, sondern gelernter Linker, s. o., stelle ich mir die Frage: Was sind Deine Prinzipen wert, wenn Du plötzlich selbst in der Position des Arbeitgebers bist? Bist Du noch für den Mindestlohn, wenn sich herausstellen sollte, dass Dein Businesscase nicht mehr funktioniert, wenn Du Deine Leute bezahlen musst? Werde ich der Gier widerstehen? Die Frage, wie ich handeln werde, wenn es meiner Firma, meiner Existenz, der Existenz meiner Kinder an den Kragen geht, muss trotz der Erfahrungen aus dem Jahre 2009 (s.o.) weiter offen bleiben. Aber bis dato bin ich guter Dinge, dass ich meine Haltung werde halten können. Im Gegenteil habe ich großen Bock, auf wirtschaftlicher Ebene nachweisen zu können, dass man einen Laden betreiben kann, der mich, meine Familie und alle, die mit uns in dem Laden arbeiten, erfüllt, ernährt und vielleicht sogar ein Stückchen glücklich macht. Das hat mit Geld zu tun, ganz klar. Das hat aber auch mit guter Zeit zu tun, die man verbringt. Das hat mit Sinnstiftung zu tun.

Wenn ich mal auf das Thema „Verbesserung der Welt“ zurückkommen darf: Ganz viele große Gründer*innen haben als ihre Triebfeder genau das angegeben: Verbesserung der Welt. Ich dachte immer by default, man müsse sich parteipolitisch einsetzen, um die Welt zu verbessern, aber das Schaffen von Fakten, Möglichkeiten und schlicht Kraft, die mit einer erfolgreichen Gründung eines Wirtschaftsunternehmens einhergehen, sind starke Faktoren, die dafür sprechen, die Welt durch Wirtschaftskraft zu verbessern.

Parteipolitisch

Aber natürlich muss man sich parteipolitisch engagieren und einbringen! Alle Ideen, die ich im persönlichen oder wirtschaftlichen Bereich entwickle, jede Veränderung bedarf der breiten Anerkennung und schließlich einer Gesetzeskraft entwickelnden Legitimierung. Und das geht nur über die seit 1949 etablierten und bewährten Mechanismen. Es ist Teil meiner Verantwortung als Mensch, der eine glückliche Kindheit erleben durfte, die Verbesserungen, die ich für mich und die mir unmittelbar Verbundenen erreicht habe, allen mit weniger glücklichen Biographien ebenfalls zu ermöglichen, und zwar einklagbar! Warum, ist das etwa Selbstlosigkeit, mein speziell edles Gemüt? Keineswegs. Ein Leben für mich selbst und ein Leben für meine Kinder in einer Gesellschaft, der es leicht fällt, freundlich, offen und belastbar zu sein, ist nur möglich, wenn wir eine breite Zufriedenheit herstellen. Parteidemokratisch erzielte Ergebnisse sind das sicherste und belastbarste, was wir erreichen können (wohlwissend, wie fragil selbst diese sind!). Auch wenn Ihr nicht am Infostand stehen mögt, um Euch für Peer Steinbrück beschimpfen zu lassen, solltet Ihr dennoch die demokratischen Parteien (am besten natürlich die SPD!) stützen, indem Ihr eintretet, und sei es nur, um zu signalisieren, dass es zu Despotie, Tyrannei oder Ochlokratie eine erprobte und nachgewiesenermaßen erfolgreiche Alternative gibt. Es ist sehr sehr wichtig, dass man sich äußert, aber es ist mindestens genauso wichtig, dass man sich bekennt und einsteht. Es gibt keinen Grund, Angst zu haben, für Verfehlungen Sigmar Gabriels verantwortlich gemacht zu werden. Viel größer ist die Gefahr, dass man sich unverstanden fühlt, wenn man sich nicht in einem verbindlichen Rahmen artikuliert. Viel größer ist die Gefahr, dass man zu jemandem wird, der/die postfaktisch mit komischen Pegida-Ärschen mitrennt, wenn man sich seines politischen Fundaments unsicher ist. Parteipolitisches Engagement ist tägliche Auseinandersetzung und tägliche Überprüfung der eigenen Haltung, was zumindest mich erstens ziemlich informiert hält und mir zweitens für die beiden oben genannten Bereiche eine Menge Widerstandsfähigkeit verleiht.

Die Welt ist veränderbar. Lasst uns die Ärmel aufkrempeln und auf allen Ebenen mit beiden Händen tief hineingreifen ins Leben, es ist so wunderbar, wenn man etwas Freundlichkeit, etwas Witz und eine ambitionierte Mission zusammen nimmt. Es gibt nur dann etwas zu verlieren, wenn wir nichts tun, hingegen gibt es nur etwas zu gewinnen, wenn wir auch nur den kleinsten Finger rühren. In der Bio von @horax steht, was geht, in meiner, für wen.

 

 

*) Ich nehme das mal als Generaldingsi für Sprechen, Bloggen, Twittern, mich äußern, kapierse, ne?

**) Jemand auf Arbeit hat mal gefragt, was denn mit den männlichen Zustellern sei, wenn wir immer von Zustellerinnen sprächen. Es war mir ein besonderer Genuss, den Satz „Männliche Kolleginnen sind selbstverständlich immer mitgemeint.“ fallen zu lassen.

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Lass krachen, Sigmar!

Lieber Sigmar Gabriel,

auf dem IT-Gipfel hattest Du einen Auftritt, der Dir ausgesprochen gut gestanden und zu recht viele Sympathien eingebracht hat: Du hast Dich geweigert, eine Frage des Moderators zu beantworten, weil die Frauen auf diesem Panel zu wenig zu hören gewesen waren. Da dachte ich seit langem endlich mal wieder: Schön in der SPD! Schön mit Dir als unserem Vorsitzenden.

Jetzt hat Angela Merkel gestern verkündet, dass sie 2017 erneut als Kanzlerkandidatin für die CDU ins Rennen gehen will. Die Reaktionen waren irgendwas zwischen „meh“ und „jaGutÄäh“ und „nunJaMussDannWohl“. In den USA, in Europa, hier in Deutschland laufen die Wähler*innen vermehrt Rechtpopulist*innen hinterher, die politischen Inhalte scheinen sie dabei nicht wirklich zu interessieren. Wenn die CDU meint, durch ein „weiter wie bisher“ könne man diesem Trend entgegenwirken, dann versinkt das Land und mit ihm der Kontinent in Nationalismus, Misstrauen und braunen Parolen. Dabei wollen die Wähler*inen eigentlich nur eins: Andere Gesichter, eine andere Ansprache und einen Rumms, Hauptsache anders. Das ist in dieser Situation eine große Chance für uns als SPD.

Lass uns eine der zahlreichen Frauen in der SPD zur Kanzlerkandidatin machen. Wenn Du noch in die Geschichtsbücher möchtest, dann als der, der in der SPD endlich den Glasboden gesprengt und Frauen nach ganz oben gelassen hat. Was Dir im kleinen auf dem IT-Gipfel so gut gestanden hat, kann Dich als Parteivorsitzenden unsterblich machen. Lass uns Manuela Schwesig oder Katharina Barley zur Kanzlerin machen. Stell Dir das mal vor: Endlich eine junge Frau im höchsten Staatsamt, frischer Wind, aber aus der richtigen Richtung! Ein modernes Fanal, mit einer Partei dahinter, die diese Werte auch wirklich in der Breite vertritt! Es ist Zeit, Christian Wörns durch den jungen Mats Hummels zu ersetzen, das erfordert ein bisschen Mut, aber ohne Mut braucht man uns nicht.

Die Eintritte in die SPD nehmen zu – zumindest gefühlt, ich habe das nicht geprüft. Der Wille zur Veränderung ist da. Wenn Du so eine Veränderung nun zulässt, könntest Du der stille Retter Europas werden. Das wäre schön, denn es macht mir als Basisparteimitglied richtig Spaß, Dich toll zu finden!

Viele Grüße
Maxim

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IT Gipfel – eine Abrechnung!

Ich glaube, Ihr habt zwischendurch ein bisschen mitbekommen, dass die Kolleg*innen von @CalliopeMini und ich auf dem diesjährigen IT-Gipfel insgesamt ganz gut*) angekommen sind beim Publikum.

Nun ist der IT-Gipfel ja eine Veranstaltung, die völlig zu recht seit zehn Jahren als eine Veranstaltung kritisiert wird, die jedes Mal wie ein Feigenblatt vor den DDR**) gehalten wird und noch bevor der letzte Rollcontainer nach dem Abbau im letzten LKW verschwunden ist, sind die dort vorgestellten Projekte schon wieder vergessen.

v.l.n.r.: ich, @katti, @thinkberg, Neele, @GescheJoost, Tilda, @birte2go (hinter Tildas Arm), Klaus-Jürgen Buss, Franka Futterlieb, @holadiho (hinter Frankas Arm), Thomas Kern
v.l.n.r.: ich, @katti, @thinkberg, Neele, @GescheJoost, Tilda, @birte2go (hinter Tildas Arm), Klaus-Jürgen Buss, Franka Futterlieb, @holadiho (hinter Frankas Arm), Thomas Kern

Dieses Jahr durften wir mit Calliope mitmachen. Uns war sehr bewusst, auf was für einer Veranstaltung wir da ausstellen würden. Und wir wollten das anders machen. Wir wollten den Gipfel als Auftakt, nicht als Ziel. Wir wollten den Gipfel als Donnerschlag, der die Blicke auf uns richtet, damit wir die Unterstützung bekommen, die wir für eines der ambitioniertesten Projekte der Geschichte des Neulands dringend brauchen. Wir fangen jetzt erst an, Leute! Wir wollen nicht vergessen werden, sondern noch viel weiter, wir wollen, dass unser schönes föderales Bildungssystem informatische Kompetenzen vermittelt, statt sie zu verbannen. Wir wollen das mit dem System erreichen und nicht gegen dieses System. Klingt wenig revolutionär, ist es aber.

Stichwort Revolution, ich fange mal beim vielgescholtenen Sigmar Gabriel an. Ohne ihn gäbe es das Projekt Calliope mini schlicht nicht, fullstop. Auch auf die Gefahr hin, dass möglicherweise viele in ihrer Euphorie gebremst werden, wenn sie hören, dass ihr Lieblingsschuldiger Sigmar Gabriel in diesem Fall mal alles richtig gemacht hat, sind wir ihm persönlich zum Dank verpflichtet. Als @holadiho ihm die ersten Prototypen vorgestellt hat, die bei Berührung eine Star Wars Melodie abgespielt haben, hat er gesagt: Macht das! Aber legt mir vor, wie Euer informatisches Curriculum aussehen soll. Ich habe keinen Bock auf ein reines Technologie-Projekt, ich will ein Bildungsprojekt. Das war stark von Dir, Sigmar, echt mal ein Danke, das dicker ist als Du :)!

Der zweite revolutionäre Punkt ist, dass wir mit dem Bildungssystem zusammen arbeiten wollen. Bei aller Kritik ob der Schnarchigkeit des föderalen Bildungssystems, aber wenn man mal in so ein Landesbildungsministerium geht, dann trifft man plötzlich Menschen, die so viel mehr Erfahrungen haben als wir – oder zumindest ich -, die die Strukturen kennen, über die Lehrer*innen erreicht werden, die keineswegs digital bremsen, sondern im Gegenteil keinen Bock mehr darauf haben, neben Sigmar Gabriel die zweiten Defaultschuldigen der Republik zu sein. Die aber auch nur damit arbeiten können, was ihnen zur Verfügung steht. Als ich zusammen mit @katti in Mainz im Ministerium für Bildung unser Konzept in einem noch ziemlich frühen Stadium vorstellen durfte, haben uns die Expert*innen für die Grundschule (!) die Frage gestellt: „Warum in der dritten Klasse?“ und mein innerer Harnisch hatte bereits alle Stacheln ausgefahren, als sie die Frage nachlegten: „Warum nicht in der ersten Klasse? Als Einschulungsgeschenk?“. Mir blieb nichts anderes, als verdattert darum zu bitten, die zweite Frage bitte noch einmal zu wiederholen. Die meinten das ernst und seitdem will ich, dass das Ministerium für Bildung in Mainz meine Frau wird.

Aber nur, weil da noch nicht wusste, wozu das Pendant in Saarbrücken in der Lage sein würde. Wie mutig die dort zugegriffen haben, zu einem Zeitpunkt, als sie noch nichts hatten, als unsere Versprechen. Diesen Mut bewundere ich zutiefst und an dieser Stelle gilt es @r_fries zu danken, der alle Saarbrücken***) geschlagen hat zwischen uns, dem Ministerium und dem LPM. Was für eine saugeile Aktion, liebes Saarland, dass Ihr Euch das getraut habt. Was für eine unfassbar revolutionäre Handlung, lieber Ulrich Commerçon, sich so bold aus dem Fenster zu lehnen und uns damit dazu zu verpflichten, diesem Vertrauensvorschuss unbedingt gerecht werden zu müssen! So ein Support eines Politikers in Regierungsverantwortung motiviert ungemein! Seit dem 15.11.2016, als wir diese unglaublich schöne Veranstaltung in der Wiedheckschule mit den Kindern gemacht haben, bei der Mädchen und Jungen innerhalb weniger Minuten dem Minister das Coden beigebracht haben, will ich, dass Saarbrücken meine Frau wird, neben Mainz. Und Ulrich Commerçon. Und Rüdiger.

Aber ich schweife ab. Der dritte revolutionäre Punkt ist der unglaubliche @holadiho. Was für ein Mensch! Welch revolutionärer Akt, dass er für die Kanzlerin eine Krawatte angelegt hat! Aber mal im Ernst: Da lädt der mich 2013 dazu ein, zusammen mit ihm in eine Grundschule zu gehen, um da einen Projekttag „Internet“ zu machen. Später machen wir Tinkeringkurse mit Grundschüler*innen. Ich sage einfach immer ja, weil ich will, dass Stephan vielleicht eines Tages meine Frau wird. Der aber dreht das Rad einfach immer weiter. Geht zu Sigmar Gabriel ohne Powerpoint, sondern mit zusammengelöteten Boards, die Star Wars Melodien spielen können. Geht da hin mit einer Idee statt mit einem Konzept. Dann fängt der an, Leute zu fragen, ob sie mitmachen wollen (u. a. mich). Verspricht @GescheJoost, dass er ihre Frau werden wird, wenn sie uns hilft. Hat bereits da im Kopf, dass wir das ganze nur schaffen, wenn wir das ehrenamtlich machen und wenn wir eine gemeinnützige GmbH dazwischen schalten. Was für ein Gespür für Menschen, für ökonomische Strukturen und für Befindlichkeiten des Bildungssystems! Hat mit Bernd Poloczek einen Pädagogen an der Hand, der uns von Anfang an gesagt hat, was mit Grundschüler*innen funktioniert und was nicht. Wir verdanken Bernd Poloczek, dass wir wesentliche Defizite des MicroBit vermeiden konnten: „Wenn Ihr die Pins so dicht aneinander legt wie beim MicroBit, könnt Ihr die Stunde in der Grundschule vergessen, da werdet Ihr nur Kurzschlüsse haben und keine einzige leuchtende LED.“ Daher kommt die Sternform der Calliope mini. Aber ich schweife ab, bei Stephan, dem Monster, war ich eigentlich, muss aber vielleicht mal zum Gesamtteam Calliope übergehen.

Wenn ich mir in Bewusstsein rufe, dass wir vor elf Monaten nicht viel mehr hatten als eine Ideenskizze, vor allem große Ambitionen und ein Excel-Sheet, auf dem stand „800.000 Schüler*innen“, wenn ich dann sehe, dass die Hände meines Großen Sohnes einen Landesminister beeindrucken und dass die f2f Begegnung von Neele und  Tilda mit der Kanzlerin breite Euphorie hervorrufen, dann bin ich einfach nur dankbar, dass ich mit diesen Menschen so was tolles machen durfte. Das sind @thinkberg, der alles programmiert hat, @katti, die unermüdlich Workshops durchgeführt hat, @birte2go, die Presse-Events organisiert, von denen ich möchte, dass sie meine Frau werden, und nicht zu vergessen die Ingenieure von Delta Systems in Aachen, die den Abrieb von Sand in Wind oder Nordseebrandung im Kopf rechnen, bevor ich „zwei im Sinn“ gesagt habe.

Und jetzt stehen wir da, mit einem herzergreifend schönen Ergebnis auf dem IT-Gipfel, und was kann ich tun?

Ich packe kleinlaut einen Umschlag und tue, was ich am besten kann: Ich schreibe einen tränenrührenden Brief. Nach Mainz, packe drei Calliope mini in dazu, die ich am Ende des IT-Gipfels krawattetragenden Verächtern aus den Händen gewunden habe, und hoffe, dass wir vielleicht eines Tages alle unsere Frau werden.

 

 

*) Uns war klar, dass unser Thema ganz gut ankommt. Aber dass uns der Google CEO als „hidden star“ bezeichnen würde und dass wir’s in die Tagesschau schaffen würden, hatten wir nicht unbedingt erwartet. Wir freuen uns offengestanden gerade den Arsch weg ob der unfassbar positiven Resonanz. That’s what they call „resounding success“, glaubich.

**) Deutscher Digitaler Rückstand

***) Hammerwortspiel, oder?

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Joviales Weltretten, aber mit Niveau!

Ich hab eigentlich gar keine Lust, irgendwas zu schreiben zu Donald Trump. Und eigentlich auch keine Lust was über die politische Linke. Was habe ich 2013 im Wahlkampf für Peer Steinbrück noch „Inhalte! Inhalte!“ gerufen. Aber Inhalte machen gefühlt – Stand heute – nur noch 15% dessen aus, was Menschen dazu bringt, jemand die Stimme zu geben. Abermals steht die politische Linke als Verliererin da. Ich trage heute schon den ganzen Tag den Gedanken mit mir rum, dass es vielleicht an drei Dingen gelegen haben könnte: Mangelnde Geschlossenheit des linken Lagers, Sprache und Habitus.

Wahrscheinlich lässt sich das nicht ohne weiteres auf Amerika übertragen, ich nehme das unheilvolle Ergebnis der Wahl also eher als Anlass, ich sehe mich nicht imstande, das Ergebnis zu analysieren, dazu habe ich zu wenig Ahnung von den amerikanischen Verhältnissen. Ich meine lediglich, ein paar Beobachtungen in meiner größtenteils deutsch geprägten TL gemacht zu haben.

Mangelnde Geschlossenheit

Da hat der famose @mathiasrichel bei Facebook die Frage gestellt „Könnt ihr mir noch einmal sagen, wen die Amerikaner jetzt wählen sollen?“ – und da wir uns ja im lustigen Internet befinden einerseits und weil wir im Internet ja immer was besser wissen andererseits, haben sich dort gerade drei (einer davon ich) hinter Hillary Clinton gestellt. Natürlich haben die meisten das irgendwie lustig gemeint. Aber weil jede*r auf Teufel komm raus etwas besonderes sein will in der Selbstdarstellungmaschinerie, tun nur die wenigsten was dringend nötig wäre: Geschlossen stehen. Und wenn dann alles in die Grütze geht, sind die wenigen Deppen Schuld, die ihr Gesicht hingehalten haben.

Sprache

Das linke politische Lager ist meiner Wahrnehmung nach zu viel Kopf und Superschlauness und viel zu wenig Bauch mit Pommesvokabular. Da gewinnt ein dicker Sack mit geerbten Millionen trotz übelster sexistischer und rassistischer Ausfälle die Wahl – und die politische Linke beschwört „postfaktische Zeiten“, führt tiefschürfende Analysen in feinstem Akademiker*innendeutsch ins Feld und findet als einzige Erklärung, dass die Trump-Wähler*innen dumm sein müssen. Aber statt „postfaktisch“ zu googeln wählen die Leute dann lieber den, der „grab them by the pussy“ sagt. Nicht unbedignt, weil sie sexuelle Übergriffe nun so toll fänden, sondern weil da einer eine Sprache verwendet, die jede*r versteht. „Wie würdest Du das Problem XYZ angehen?“ – „Wir müssen da abwägen, einerseits…“ Schüss, Wähler*in weg. Wenn ein Trump aber lospoltert mit seinem Vokabular, dann bleiben sie dran. „Genau!“ sagt der/die eine oder andere vielleicht noch. Können wir nicht auch richtige Sachen in einfacher, von mir aus polternder Sprache sagen? „Wenn da ein Flüchtling kommt, dann ist das mein Freund, fertig aus! Im Urlaub waren die auch nett zu mir!“ Ob der Geflüchtete dabei aus Syrien kommt, ich aber in Ägypten im Urlaub war, ist dabei völlig unerheblich, quasi postfaktisch. So unglaublich es klingen mag, aber #spülerAusräumenToDeath ist immer noch nötig, ich hatte mich eigentlich inzwischen längst ein bisschen geschämt für den Artikel. Die Änderungen, die wir als Linke anstreben, müssen klingen. Einfach, handlich, verständlich. Das geht, ich bin mir da sicher.

Habitus

Schröders Brioni-Anzug war der Anfang, Heiko Maas als bestangezogener Mann des Jahres 2015 (oder so) die Fortsetzung und Hillary Clinton im Hosenanzug vor Glasfassaden von Banken das vorläufige Ende. Einerseits war es immer Ziel sozialdemokratischer Politik, Minderprivilegierten den Aufstieg zu ermöglichen und nicht wenige Sozialdemokrat*innen haben das tatsächlich geschafft. So weit so richtig. Aber schon Franz Walter hat die Probleme dieser Aufsteigergeneration beschrieben: die, die zurückbleiben, sind entsolidarisiert, stehen für einige Zeit unschlüssig herum und werden dann komisch, wenn diese ekeligen AfD-Typen in ihren furchtbaren Neckermann-Anzügen mit den noch viel billigeren Phrasen daherkommen. Wir müssen unseren Habitus ändern. Nicht nur von Nichtausgrenzung reden, sondern selbige auch zulassen. Helene Fischer spielen lassen, Pilsken heben. Hannelore Kraft mit ihrem heimeligen Ruhrdeutsch ist nicht von ungefähr immer noch ziemlich beliebt bei Wähler*innen, eine mit dem Habitus von „uns“ – und macht dazu noch die richtige Politik*). Der Habitus muss sein: Mir egal, wie ich wirke. Zuhören, Frage erfassen, antworten wie es nun mal aus mir rauskommt. Ungefiltert, ungesteuert, keine Taktik. Gespräche führen wie Fußball in den 70ern gespielt wurde: Stoppe, loore, scheeße. Mein Gegenüber nicht intellektuell abzuhängen versuchen, sondern den Zugang über Sprache und Habitus zu finden versuchen**).

Wir brauchen eine nicht-intellektuelle Linke. Unsere Positionen dürfen nicht wie unangenehme Übel daherkommen, die auszuhalten sind, um in unbestimmter Zukunft einen unbestimmten ideellen Gewinn zu verheißen. Unsere Forderungen und Positionen müssen sich jetzt und sofort gut anfühlen – und dann, wenn die Verheißung eintritt, die Früchte liefern. Joviales Weltretten sozusagen, aber mit NIVEAU! Das schöne an den postfaktischen Zeiten ist ja, dass wir keine unserer Positionen aufgeben müssen. Let’s nutz it!

 

*) Außer bei Braunkohle jetz!

**) Hihi, das ist ein schmaler Grat zwischen Authentizität und Anbiederung, das kann wirklich zu peinlichen Fehltritten führen. Aber wie heißt es so schön? Sei einfach ganz Du selbst :)

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Barrieren senken

Ah, wunderbar, die Diskussion über Digitales in Schulen ist in vollem Gange. Gestern hatten wir einen schönen Artikel bei ZEITonline, gerade hat Bundesbildungsministerin Wanka ein 5-Mrd.-Programm für die digitale Ausstattung von Schulen gefordert und heute meldet sich der Lehrerverband zu Wort.

Es gibt wie erwartet Widerstände: Soll „das Digitale“ als Pflichtfach Informatik eingeführt werden? Ist nicht Singen im Unterholz viel wichtiger für die Entwicklung von Kindern? Welche Inhalte sollen rausfliegen, wenn jetzt dieses ganze Digitalgedöns reinkommt? Sitzen die Kinder nicht sowieso schon genug vor „der Kiste“ resp. vor „dem Ding“ (aka Smartphone)? Löst sich alles in Wohlgefallen auf, wenn die bockigen alten Lehrer*innen erst alle weggestorben sind und wie von selbst nur noch Digitalenthusiast*innen nachwachsen?

Was mir zu den einzelnen Punkten derzeit so durch den Kopf geht:

Hier, Kinder! Ihr dürft jetzt über Euren Lehrer nachdenken, witzig, oder?
Hier, Kinder! Ihr dürft jetzt über Euren Lehrer nachdenken, witzig, oder?

Pflichtfach Informatik: Ich halte es für unbestritten, dass wir informatische Grundprinzipien, algorithmisches Denken, das Zerlegen von alltäglichen Abläufen in kleine Unterabläufe, schon in der Grundschule vermitteln sollten. Die Abfolge von Tanzschritten ist genau genommen schon ein Algorithmus. Man kann Kinder bereits im Kindergarten dazu auffordern, sich nach Alter/Größe/Haarfarbe sortiert aufzustellen – und wird dabei Zeug*in eines laufenden Algorithmus, ganz ohne Computer, Bildschirm oder Code. Das kann man sogar singend im Unterholz tun. Das große Problem eines „Pflichtfachs Informatik“ ist die Barriere, die diese beiden Begriffe aufbauen. Bei Pflichtfach denke ich – ganz Kind meiner Zeit – an einen separaten Block von Inhalten, der einen anderen separaten Block von Inhalten verdrängen muss. Nicht gut in der Diskussion und nicht gut in der Denke. Der zweite Begriff „Informatik“ lässt mir spontan den Geruch diverser Weichmacher aus Nadelfilzteppichböden und Batterien von hellgrauen AT-Gehäusen in die Nase steigen. Das Pfiffigste, was meiner Erfahrung nach im Fach Informatik gefordert wurde: Bilde eine Klasse „Mathelehrer“ und zeiche ein Klassendiagramm dazu. Na danke!

Dennoch gibt es auch wichtige Aspekte, die für ein „Pflichtfach Informatik“ sprechen: Wenn junge Menschen, die sich an die Uni begeben und dort vielleicht Informatik auf Lehramt studieren möchten, später keinen Job finden, weil Wahlkurse in ihrem Fach an gefühlt 90% der Schulen nicht zustande kommen, dann enstcheiden sich diese jungen Menschen wohl eher dafür, Deutsch oder Mathe auf Lehramt zu studieren. Die Folge: Alle Inhalte, die tatsächlich nur in der Informatik gelehrt und erforscht werden, bleiben auf der Strecke. Das einzige, wessen ich heute als Informatiklehrer sicher sein kann: Du bist alleine für das Netzwerk von 1000 Schüler*innen und einer Handvoll Kolleg*innen verantwortlich. Ich übertreibe. Aber nur ein bisschen.

Singen im Unterholz: Kinder sollen um Gottes willen gerade nicht in den unsäglichen Computerräumen der 80er und 90er Jahre verblöden. Aber wenn sie schon in den Wald gehen, kann man ihnen doch ein paar Sensoren und ein

Welches Rot hat welche Messwerte? Wie können Farbwerte überhaupt ausgedrückt werden?
Welches Rot hat welche Messwerte? Wie können Farbwerte überhaupt ausgedrückt werden?

einfaches Board mitgeben. Man kann sie Dinge messen lassen, Farbwerte zum Beispiel oder Schritte, vielleicht die Feuchtigkeit in einem Blumentopf. Wenn wir informatisches Wissen wie früher vermitteln („Hier ist der vi-Editor, jetzt lernen wir erstmal fünf Stunden, wie wir aus dem Shiceding wieder rauskommen!“) werden Kinder sicher weniger im Unterholz singen. Wenn wir das neu machen, werden sie sich informatisches Wissen ganz nebenbei aneignen. Das Rot der Schulmauer ist ein ganz anderes als das Rot der Fußnägel meines Lehrers, das kann ich in den Messwerten des Sensors genau erkennen.

Als wir die Tinkering Kurse in der Grundschule gemacht haben, wurde das ganze erst richtig spannend, als wir die Kinder gebeten haben, einer LED, die da nun so sinnlos auf dem Papier leuchtet, eine Bedeutung zu geben. Wenn wir mit der Bedeutung anfangen und uns fragen, wie wir diese informatisch abbilden, geht dem zu 99% eine sinnliche Erfahrung voraus. Das schöne dabei: Die Kinder machen nicht nur die sinnliche Erfahrung, sondern sie hinterfragen sie auch gleich und erhalten eine Erklärung dazu. Ich finde, schöner kann man sich die Welt um sich herum kaum erschließen.

Welche Inhalte sollen für das Digitalgedöns rausfliegen? Wenn wir algorithmisches Denken als etwas verstehen, was uns zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten an die Hand gibt, müssen wir meiner Einschätzung nach nicht besonders viel von den alten Inhalten wegwerfen – wir müssen sie nur anders vermitteln. So wie Kinder heute ganz selbstverständlich Dinge aufschreiben sollen, könnten sie andere Dinge ganz selbstverständlich in eine Abfolge von Schritten bringen. Das ist dann schon ein Algorithmus, aber ich sage bewusst „Abfolge von Schritten“: In der allgemeinen Wahrnehmung ist ein Algorithmus etwas magisches, geheimes, was in nicht zu öffnenden Gehäusen Dinge tut, die wir nicht verstehen und nicht beeinflussen können. Aber genau diese Wahrnehmung ist ja gerade die falsche. Wenn wir es richtig anpacken, holen wir die Algorithmen aus ihren Gehäusen und gestalten sie – und machen die Erfahrung, dass sie dann genau das tun, was wir wollen. Übrigens eine Erfahrung, die mich jedesmal aufs neue völlig euphorisiert und imho das Zeug dazu hat, Kindern mit geringem Selbstbewusstsein (z. B. aus sozialen Gründen) ein gerüttelt Maß an Selbstvertrauen zu schenken.

„Die Kiste“ und „das Ding“: Wer nicht versteht, dass auf dem Display eines Smartphones höchst wichtige Dinge ablaufen, wird weiterhin denken, dass Kinder offenbar völlig bescheuert sind, weil sie auf eine tote Mattscheibe starren. Ein Smartphone ist aber kein Stück Holz. Es öffnet ein Fenster auf eine ungeheure Zahl höchstkomplexer und höchst wichtiger Dinge: Freundschaften, Wissen, Hilfe, Hilfsmittel, Organisation, Experimente, Gleichgesinnte, Straßenkarten, Wettervorhersagen… (you name it!). Wenn ich als Lehrer*in, als Vater oder Mutter, nicht begreife, was in so einer „Kiste“ vor sich geht, werde ich es schwer haben, damit um die Aufmerksamkeit der Kinder zu konkurrieren. Der einfachste Weg in die Aufmerksamkeit der Kinder ist übrigens, selbst in „dem Ding“ stattzufinden, und sei es nur mit einem Rätsel, dessen Lösung das WLAN-Passwort freigibt. Der Gedanke, dass Kinder sich zu wenig bewegen würden und sich sozial isolieren könnten, entspringt ebenfalls dem nicht sehr attraktiven Bild, das wir uns in der Vergangenheit von all dem Digitalen gemacht haben: Herumsitzen in ungesunder Körperhaltung in einem Raum ohne Tageslicht. Inzwischen laufen die Kinder aber mit Pokémon Go in Massen kilometerweite Strecken und tauschen sich darüber aus. Meine Söhne spielen Wii U online mit ihren Schulfreund*innen und sprechen darüber am nächsten Tag auf dem Schulhof. Sie wechseln sich vor der Konsole ab, wenn nicht genug Controller für alle da sind oder sie spielen gemeinsam. Dabei bewältigen sie höchst wichtige und komplexe soziale Herausforderungen: „Ich will ganz unbedingt dieses Level noch mal versuchen, beinahe hätte ich es geschafft, aber jetzt soll ich den Controller abgeben. Ich weiß, dass der andere eigentlich gerade dran ist, so haben wir’s ja abgemacht, aber ich beginne zu argumentieren und vielleicht lässt sich mein kleiner Bruder ja auch darauf ein. Lässt er nicht, was mach ich nur?“ Manchmal komme ich, der Vater, dann rein und muss helfen einen solchen Konflikt zu lösen, immer öfter ist das nicht mehr erforderlich.

Bockige alte Lehrer*innen und nachwachsende Digitalenthusiast*innen: Nur zweimal mit Lehrer*innen gesprochen, wird sofort klar: Das hat mit dem Alter nichts zu tun. Es gibt junge Lehrer*innen, die gerade frisch von der Uni kommen und alles das, was ich oben beschrieben habe, für nichtig halten und lieber paukenpaukenpauken wollen. Auf der anderen Seite stehen aufgeschlossene ältere Semester, die Tablets ausprobieren, Flipped Classrooms veranstalten und Internetrecherchen sowieso bereist täglich nutzen. Der Knackpunkt dabei ist, dass einige sich die Freiheit nehmen, Dinge eigeninitiativ auszuprobieren, die sie nicht an der Uni gelernt haben, andere lieber dabei bleiben, was ihnen beigebracht worden ist. Wenn mich eine Materie überfordert, bin ich nicht in der Lage, diese Materie anderen zu vermitteln, schon gar nicht Kindern, die zusätzlich noch besondere didaktische Fähigkeiten erfordern. Wir müssen Lehrer*innen die Dinge beibringen, die sie vermitteln sollen, so unspektakulär, so einfach, so schwierig. Aber wie schaffen wir es, dass Lateinlehrer*innen genug informatische Fähigkeiten haben, um zusammen mit Schüler*innen einen Consecutio-Temporum-Algorithmus programmieren zu können? Eine Frage an die Lehre*innen-Ausbildung einerseits, an das grundsätzliche Selbstverständnis andererseits: Wenn ich bereits in der Grundschule in der ersten Klasse begriffen habe, dass sich beinahe alles in Abläufe zerlegen lässt, dann später begriffen habe, wie mehrere Abläufe miteinander in Beziehung stehen und in Beziehung gesetzt werden können, wenn ich dann noch später gelernt habe, Abläufe zu modellieren, so wie ich gelernt habe, dass Schrift aus Buchstaben besteht, dass ich einen Text wie eine Pressemeldung, einen Essay oder wie einen Tweet verfassen kann, dann wird es auch vielen jungen und den zukünftigen älteren Lehrer*innen viel leichter fallen, genau so etwas zu tun. Also z. B. einen Consecutio-Temporum-Algorithmus zu programmieren und ihn Consecutiotemporummsmotor zu nennen.

Ich bin mir nicht sicher, was ich mit all dem sagen will, aber es geht glaube ich in die Richtung von „wir wollen niemandem etwas wegnehmen“ und „wir müssen auch niemandem etwas wegnehmen“. Wir wollen es nur anders machen. Dafür aber ziemlich anders. Aber es ist eigentlich nicht so schwer, es anders zu machen. Wenn wir alles auf einmal anders machen wollen, dann erscheint es viel, wie ein unüberwindbarer Berg von Dingen, die ich noch nie gehört habe. Aber wenn wir, ganz Beppo Straßenkehrer – ein Schritt, ein Atemzug, ein Besenstrich – erst einmal damit anfangen, eine LED an eine Knopfzelle zu halten, dann geht’s.

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Internationaler Mädchentag, Ada Lovelace Day und Calliope mini

Calliope mini

Es ist ein schöner Zufall (oder vielleicht hat @PatrickBeuth das ja auch ganz bewusst so gemacht? Diese Presseprofis überlassen ja nichts dem Zufall!), dass just heute, am Internationalen Mädchentag und Ada-Lovelace-Day der erste Exklusiv-Artikel über den Calliope mini bei ZEITonline erschienen ist. Das ist ein Projekt, das diese hervorragenden Leute hier ins Leben gerufen haben.

Wir wollen den mini ja vor allem aus zwei Gründen bereits in der Grundschule verteilen: Erstens wollen wir die Barrieren zu informatischem Denken so weit senken, dass weder Lehrende noch Lernende von Berührungsängsten abgeschreckt werden. Deswegen wollen wir in die bestehenden Lehrpläne und zwar schon in der Grundschule. Angefangen hat das Projekt genau genommen mit dem Elektronik-Bastelkursen, die @holadiho und ich in Grundschulen gemacht haben – und genau die stellen wir uns als einfachen Einstieg vor – eine LED an eine Knopfzelle halten, das traut sich jede*r. Und von da aus geht es dann Schritt für Schritt weiter – zunächst ganz ohne Bildschirme und ganz ohne Code.

Zweitens wollen wir dem Gendergap zuvorkommen. In der Grundschule sind Kinder egal welchen Geschlechts zunächst mal alle gleich interessiert. Wenn sie dann informatische Grundprinzipien spielerisch vermittelt bekommen, werden diese etwas ganz selbstverständliches, es kommt ja inzwischen auch niemand mehr auf die Idee, dass Lesen und Schreiben eine reine Jungssache wäre. Als wir das Projekt an diversen Stellen vorgestellt haben, gab es immer wieder den Einwand „Was?! Informatik an der Grundschule?! Ihr wisst schon, dass da nur Frauen unterrichten?“ Als ob Frauen biologisch nicht dazu in der Lage wären, solche Kenntnisse zu vermitteln. Ich glaube eher, dass sich Genderstereotype bereits so fest etabliert haben, dass man sich schon exotisch vorkommt, wenn man behauptet, dass dem nicht so ist. Was aber ein nicht zu unterschätzendes Momentum sein kann: Wenn in der Grundschule informatische Grundlagen gerade von überwiegend Frauen vermittelt werden, könnte das meiner Wahrnehmung nach dazu führen, dass diese Kinder vielleicht resistenter gegen eine spätere „Genderisierung“ technischer Inhalte werden.

 

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Charakterschwächensourcecodes initialisieren

Bei Twitter twittere ich viel dummes Zeug, so wie viele andere auch. Ein paar Bösartigkeiten sind vielleicht manchmal dabei. Wenn man alle die miesen Jokes, die im Konjunktiv verfassten Gemeinheiten zusammennimmt, könnte man Teile von Twitter auch als das Github der nickeligen fiesen Ideen ansehen, eine Sammlung von Charakterschwächensourcecodes.

Es ist denkbar, dass sich ein oder zwei überarbeitete Banker vielleicht eine Charakterschwäche erlaubt haben mögen wie „Ich piss von meinem Geldberg auf Euch da unten!“ Soweit so mies bis hier, aber im Rahmen von innergehirnlichen Vorgängen, die ich laienhaft für irgendwie noch normalpsychologisch erklärbar halte, nichts außergewöhnliches.

Aber jetzt gehen welche da hin und beauftragen eine*n Architekt*in, das hier zu entwerfen:

Das wird also entworfen, dann irgendeinem Gremium zur Abnahme vorgestellt. Die beraten über den Entwurf für sowas. In dem Moment initialisieren die ihre Charakterschwächensourcecodes, die führen das wirklich aus, die wollen das wirklich bauen. Die nehmen eine Handvoll Geld von dem Haufen, auf dem sie sitzen, und schreiben ihre Bösartigkeit in Aufträge. Das ist kein gedankenloser Tweet, was die da schreiben, die lassen Menschen und Material kommen, um einen Witz zu bauen. Die sind so weit weg, dass ihnen der Unterschieb wahrscheinlich nicht mehr auffällt. Die sind so weit weg, dass sie ihren letzten Rest Gewissen dadurch zu retten versuchen, dass sie irgendwas von „wenn Ihr da unten die Möglichkeit hättet, würdet Ihr das auch machen“ faseln, wegen „der schönen Aussicht“. Das mit dem „wir pissen auf Euch“ kommt doch von Euch, nicht von uns! Das spricht der Neid aus Euch, Ihr hattet diesen Gedanken, nicht wir!

Ich reg mich auf! Hoffentlich werden wir mit trackle unermesslich reich, nur zu dem Zweck, allen auf der Welt zu zeigen, dass man dann nicht so werden muss wie die!

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„Selber denken“, wann ist aus Dir eigentlich „traue nichts und niemandem mehr“ geworden?

Neulich schrob @_drsarkozy diesen Tweet hier:

Zuerst wollte ich ihn, ganz meiner Gewohnheit folgend, einfach so faven und retweeten, schließlich hat man mir vor über tausend Jahren, als ich noch zur Schule ging, in nahezu allen Fächern sowas gesagt. Sei kritisch, glaub nicht der Bildzeitung, denke selbst. Doch plötzlich dachte ich: Das ist wahrscheinlich genau das, was Pegidist*innen und AfD-Wähler*innen zu tun glauben, dass sie glauben, sie hinterfragten kritisch und stellten einfach nur mal die unangenehmen Fragen. Dass das, was sie da tun, gar kein kritisches Hinterfragen ist, weil sie nämlich gar keine Argumente abwägen, sondern pauschal alles scheiße finden, ist ihnen womöglich nicht einmal bewusst.

Das ist womöglich genau der Grund, warum die Volksparteien mehr und mehr an Rückhalt verlieren. Was früher™ als kritische Würdigung medialer Berichterstattung gemeint war, scheint mir in ein völliges Misstrauen umgeschlagen zu sein. Egal, was die Volksparteien sagen, by default wird das für Verrat, Vetternwirtschaft, Selbstbereicherung und Betrug gehalten. Das „nicht mehr hinhören“ und das kategorische Abwerten und Ablehnen wird als „ich bilde mir kritisch meine eigene Meinung“ missverstanden.

Heute hat meine Partei auf dem Konvent in Wolfsburg einen Kompromiss zu CETA beschlossen (PDF) und meine TL geht steil, „Wer hat uns verraten?“ allenthalben, wieder einmal. Dabei scheinen mir einige Punkte in diesem Kompromiss ganz ordentlich:

  • Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Beratungen über CETA vor Beschlussfassung im europäischen und in den nationalen Parlamenten (S. 3 und nochmal auf S. 4)
  • öffentlich-rechtlicher Handelsgerichtshof statt privater Schiedsgerichte (S. 4)
  • Sicherung der Entscheidungshoheit der Parlamente „in vollem Umfang“ (S. 5)
  • weitreichende Schutzregelungen für Bereiche wie Wasserversorgung, Bildung, Gesundheit oder soziale Dienstleistungen (S. 6)
  • Diskussion des Abkommens im Bundestag vor Beratung und Entscheidung im EU-Ministerrat (S. 8)
  • der Wille, die weiteren kritische Punkte im weiteren Prozess zu gestalten (S. 7)

Ich finde meine Partei gut, weil sie sich bis in Detail mit diesem Abkommen auseinandersetzt und um jedes Komma streitet, immer mit dem Willen, ein positives Ergebnis zu erzielen, das uns alle voranbringt – auch dann, wenn 300.000 auf der Straße eine pauschale Ablehnung fordern. Die SPD ist die einzige Partei, die sich eben nicht holzschnittartig auf ein „ganz oder gar nicht“ beschränkt, sondern den Scheißtext von A bis Z durchackert und an jeder Scheißstelle konstruktiv den Stift ansetzt und Anpassungen einfordert. Ich finde gut, dass Matthias Miersch, immerhin Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD-Bundestagsfraktion, zur konstruktiven weiteren Mitarbeit aufruft. Ich finde, die SPD tut hier genau das, was für TTIP immer wieder eingefordert wurde: Ein Abkommen verhandeln, politisch zu bearbeiten, für Verbesserungen zu streiten. Ich finde richtig gut, dass in meiner Partei das „Denken Sie selbst! Bewahren Sie Ruhe und sich stets Ihre Skepsis.“ in einer Art und Weise ernstgenommen wird, wie ich es damals™, vor tausend Jahren in der Schule, auch verstanden habe. Diese Retro-Sozis, ey!

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