Frauen around me

Gerade meldet die New York Times: „Uber’s work force is overwhelmingly male. That’s not that different from other major tech companies.

Und ich denke: HA! Ich kenne ein Tech-Unternehmen, das overwhelmingly female ist: @trackle_de mit @frau_ratte als CEO, @sandlicht1 ‏und @ExPhilosophin als Schubraketen auf allen Ebenen. Und mit mir. Und wenn nur eine Frau eine Verbesserung um 67% bringt, dann sind das bei uns ja… äh… ganz viele Prozent mehr! Und ich teile die Erfahrung „Ich arbeite zu 99% mit Frauen und ich kenne wirklich kein Ellbogen-Verhalten„.

Und jetzt bestellt bitte trackle: https://www.startnext.com/trackle/

Hohe Energie

Wenn ich an mein Studentenzeit-Ich zurückdenke, dann wäre das von meinem trackle/Calliope/Erwerbstätigkeits/Vater/SPD/Blogger-Ich im Jahr 2017 allein von der bloßen Betrachtung derart gestresst, dass ich wahrscheinlich kein Wort mit mir wechseln würde. Rush-Hour des Lebens, halt, wa?

Im Moment dreht es sich derart schnell, dass ich manchmal die Tageszeit googeln muss. Aber das ist gut! Ich habe die Energie, also raus damit! Ich mache das zusammen mit @frau_ratte, gegen die ist der #Schulzzug ’ne Rangierlok. Morgen startet unsere Crowdfunding-Kampagne für trackle und wir sind ganz offen völlig hibbelig – was wenn keine*r kommt? Wenn keine*r trackle bestellt? Was, wenn Ihr das Video kacke findet? Wenn mein Haar plötzlich stumpf werden sollte?

Es gibt zum Glück ein paar Rückversicherungen: @horax wird morgen dabei sein. @frau_elise wird morgen dabei sein. Ganz alte Freund*innen und meine Schwester @antonialoick werden dabei sein. Wir gehen All In, voller Zuversicht! Mit wehenden Fahnen zwischen die Weinflaschen aus Jacques Weindepot oder mit wehenden Fahnen ins nächste Kapitel im Buche Reuter-Loick, das da heißt „Markteintritt als zertifizierte Medizinprodukteherstellerin“!

Morgen wird ein Tag sein, den @frau_ratte damit beginnt, den Kindern aus Harry Potter vorzulesen. Kretschnaku patavi!

Was übrig bleibt von einem Wahlprogramm

Nach der einen oder anderen kleineren Diskussion auf Twitter und anderswo ist mir dieser Tage der Gedanke gekommen: Vielleicht wissen einige Menschen nicht, was von dem, was so eine Partei vor der Wahl in ihr Programm schreibt nach der Wahl übrigzubleiben pflegt.

Ich habe deswegen mal ein unwissenschaftliches Schema gemalt:

Was ich damit sagen will: Je mehr Stimmen Ihr einer Partei gebt, desto mehr wird auch von ihrem Programm umgesetzt. Dabei wird niemals zu 100% alles umgesetzt, nicht mal dann, wenn diese Partei alleine regieren würde. Aber klar ist auch: Je schwächer die Position einer Partei für eine Legislaturperiode ist, desto weniger werden ihre Inhalte Realität. Eigentlich ja ganz einfach.

Was folgt daraus? Wenn ich ein Programm gut finde, dann muss ich das auch wählen.

 

 

 

Nobody loves Donald Trump

You are such a loser, @realDonaldTrump. Look at the pictures of your inauguration ceremony, nobody wanted to come around and cheer for you. Although your pressefritzen lied for you, you know yourself it was a lie and that hurts you.

Kehllappen-elect seine Inauguration. Ausser ein paar toten Zweigen guck niemand zu.

Everybody in the world knows that the heap of money you own would have piled up to mountains if you hadn’t touched it with your tiny fingers at all. But you touched it and you f**** it like everything you touch.

You have no idea that nothing but the wealth you were born into is the only thing that brought you where you are today (Feb 13th, 2017). All the businesses you failed with! All the women that left you! Not even this short period of power is you, it’s that fascist Steve Bannon, who is stirring all your pies with his long fascist fingers. Those who voted for you feel embarrassed for what they have done, only two weeks after you have taken power. How you hurt them! How you hurt your country! How you hurt what once has made America great! How you turn la tête of the free world into its biggest threat! It’s a shame, all that just because you are nothing but a loser.

I won’t pity you until you have resigned – but after that, I will, because there will be nobody pitying you except people like me. Then I will feel sorry for you, but not today. I will feel sorry for you, and still nobody will love you, not even me. You messed up your life already, you’re messing up the lifes of hundreds and thousands around you right now and I’m quite confident there will be millions of messed up lifes in the end, you loser! Versager is the german word.

Keine Fragen, keine Vorbehalte

Gerade hat @TantePolly bei Twitter diese Frage gestellt:

Und da erinnere ich mich an eine ca. 8 Tage zurückliegende Episode… Ich fuhr den Großen Sohn zu seinem Freund L in Oberkassel, auf dem Rückweg wollte ich auf die B42 auffahren, als da am Rand der Auffahrt ein Typ fuchtelnd neben seinem ziemlich alten Mercedes stand und mich rechts ranwinkte. Ich ließ das Fenster der Beifahrerseite runter und in hektischem gebrochenem Englisch bedeutete mir der Mann, dass er kein Benzin mehr habe und irgendwas mit seinem Baby und seiner Frau sei, Klinik! Durchs Fenster hatte ich gesehen, dass er einen etwa neun oder zehn Jahre alten Jungen hinten im Auto hatte. Der Mann fragte mich nach Geld und bot mir seine vergoldete Uhr an, seine Stimme überschlug sich und nur wenige Worte ergaben einen Sinn in meinem Kopf. Jedenfalls habe ich ihm einfach die 30 Euro gegeben, die ich noch im Portemonnaie hatte. Er hat mir die Hand mehrfach geküsst, schien mir aufrichtig dankbar und emotional immer noch sehr aufgewühlt. Die vergoldete Uhr, die er mir durchs Fenster schon auf den Beifahrersitz gelegt hatte, habe ich ihm selbstverständlich zurückgegeben und ihm gesagt, dass ich ihm das Geld schenke, weil er in Not sei und ich ihm dafür seine kostbare Uhr nicht abnehmen wolle.

Er hat sich so bedankt!

Als ich weiterfuhr dachte ich: Der steht ohne Benzin in der Auffahrt… nützen ihm da 30 Euro in bar überhaupt was? Kommt er noch bis zur nächsten Tanke? Oder hat der mir was vorgespielt? Vielleicht hatte er gar keine Frau in der Klinik? Aber kann man so eine Aufgewühltheit eigentlich spielen, für 30 Euro?

Ich habe beschlossen, dass ich ihm glaube. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass vielleicht eine ganze Familie sich auf ewig daran erinnern wird, dass ihnen mal ein ganz fremder Mensch in höchster Not 30 Euro geschenkt hat, ohne Fragen, ohne Gegenleistung, in Sekunden. Das macht mir ein gutes Gefühl, allein dafür sind 30 Euro eigentlich ein ziemlich fairer Preis.

Minuten, die gut sind

Es war eine lange Woche mit viel Druck und Arbeit auf vielen Baustellen, jeden Tag droht mir vieles im Moment hinten runterzufallen, manches fällt dann tatsächlich, das meiste, hoffe ich, fange ich aber doch kurz vor dem Zerschellen noch irgendwie auf.

Heute abend aber, genauer: just in diesem Moment! sitze ich in der Küche, trinke einen ziemlich alten Single Malt, esse Schokolade dazu und höre Helge Schneider. Es sind gute Minuten. Was ich alles nicht weiß und was ich alles nicht kann… oder auch *oliverKahnModeOn*: Wenn Du ein Start-up gründest, dann machst Du den ganzen Tag Sachen zum ersten Mal, keine davon hast Du je zuvor gemacht und von allen denkst Du, dass Du das gar nicht kannst, aber dann hast Du keine Wahl und machst dann eben so gut Du kannst. Und wenn Du dann plötzlich alle Texte ohne zu überlegen mitsingen kannst, dann sind das gute Minuten. *oliverKahnModusOff*

 

Ressourcen erneuern mit Helge Schneider. Funktioniert.

Martin Schulz

Solche Sachen wie „Gottkanzler“ und „St. Martin“ sind mir als säkularem Sozi ja zutiefst zuwider. Aber #ohneBremsen finde ich geilo. Was ist hier eigentlich los? Habt Ihr mein Blog gelesen, oawah?

In Zeiten von Trump, AfD und weltweit grassierenden Abschottungstendenzen tut es sehr gut, dass Hoffnungen am Staubkorn Martin Schulz kondensieren, festfrieren und zu einem großen Hagelkorn werden, denn Martin Schulz wird für etwas stehen, was sich inhaltlich nicht stark von unserem Programm 2013 unterscheiden wird.

Das Programm 2013 war gile (hab ich, mein‘ ich, damals auch schon so geschrieben), aber mit Peer Steinbrück, der für die Entfesselung der Märkte stand, hatten wir keinen Kandidaten, der diese gilen Forderungen glaubhaft vertreten konnte. Mit Martin ist das anders.

Es gibt eine große Sehnsucht, glaube ich, diesen ganzen Tendenzen entgegenzutreten, die uns jeden Morgen mit offenem Mund auf unser Smartphone starren lassen: Nationalismus, Rassismus, Sexismus, quasi unkaschierter Faschismus. Und niemand ist da, der unsere Werte – Freiheit! Toleranz! Aufklärung! – verkörpern kann. Die vermeintlich alten Zöpfe*) boten einzig Fläche für abgeschmackte „Wer hat und verraten?“ Anwürfe, aber nicht für ein forsches Eintreten für das, was in unserem Programm stand.

Nun also Martin mit seinem unvergessenen Auftritt als Präsident des europäischen Parlaments, bei dem er einen nazihaften Typen des Hauses verweist. Haltung. Wortgewandheit. Kenntnis der rechtlichen Lage. Europa und Sozialdemokratie at its best.

Und vielleicht habt Ihr ja auch zwischendurch ein bisschen mein Blog gelesen. Dann wisst Ihr, dass Martin gar nicht sooo überraschend plötzlich durchstartet. Wir haben über Jahre etwas getan dafür.

 

 

*) erstens tun wir alle Sigmar Gabriel ständig Unrecht, denn er war es, der es geschafft hat, die SPD inhaltlich zu korrigieren und zweitens hatte auch Peer Steinbrück 2013 schon eine Reihe Einsichten und hervorragende Ideen, die uns einiges dessen erspart hätten, was wir heute ertragen müssen.

Haare nicht gekämmt!

Es will nicht in meinen Kopf. Die Welt versinkt in Nationalismus, Trump überzieht die USA mit rechtsnational bis faschistischen Dekreten, die AfD kriegt für jede noch so vorhersehbare Provokation vierzehn Stunden Brennpunkt mit Schneegstöber auf allen Sendern und die SPD ist der einzige Laden, der sich durch und durch dagegen stemmt, inkl. ihres neuen Spitzenkandidaten Martin Schulz. Und dann fangen Linke immer noch an, das Haar in der Suppe zu suchen.

  • Von 1994 bis 1997 wart Ihr ja gar nicht für den Mindestlohn, wer hat uns verraten?!
  • Martin Schulz hat „unsere Frauen“ gesagt, also ICH besitze ja keine Frau! Sexist!
  • Kriegskredite, Hartz IV, Asylreform 1992, die Klassiker
  • Die sollen sich erstmal entschuldigen!

Da zerlegen wir lieber die SPD mit so einem Shice statt gegen Hetze, Rassismus und Nationalismus zusammenzustehen. Das, liebe sehr sehr Linke, ist sowas von dämlich. Es will nicht in meinen Kopf, dass Ihr, nur weil ein Sozi sich vergleichsweise die Haare nicht gekämmt hat, das Feld stramm rechten Brunnenvergifter*innen überlassen wollt.

Raum und Zeit

Jetzt ist der Kehllappen-elect also Präsident der USA und just gestern oder so ist in mir eine Erkenntnis gereift, die ebenso banal wie folgereichtig erscheint: Der Tag hat 24 Stunden und wir haben nur diese eine Welt (außer jetzt wenn wir Drogen nehmen, aber das ist ziemlich ungesund).

Jetzt geht da einer hin und macht nichts anderes als Tabus brechen. Ein Trump oder die AfD. Björn Höcke, dieser gräßliche Mensch. Jemand auf Twitter hat geschrieben: „Die AfD hält das Stöckchen hin und Ihr alle springt.“ (oder so ähnlich). Das ist die Erkenntnis. Sie rauben uns den Raum und die Zeit mit kalkulierten Skandaläußerungen und uns stockt der Atem, wir sind paralysiert und handlungsunfähig.

Wir müssen den Raum und die Zeit zurückgewinnen. Wir müssen sie am langen Arm verhungern lassen, wir müssen uns von diesen Brunnenvergifter*innen abwenden und uns zuwenden. Wir müssen wieder über die reden, die konstruktiv sind und über deren Vorschläge. Dann legt sich auch die Aufregung. Wir sollten uns mit unseresgleichen über unseresgleichen unterhalten, mit und über die, die 2015 Flüchtlingszüge zu Trains of Hope gemacht haben, über die, die Elterngeld Plus eingeführt haben, über die, die sagen „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“ Wir sollten unsere erstarrt aufgerissenen Münder wieder schließen und unsere wachen Augen öffnen für die, die konstruktiv sind. Denen sollten wir Raum und Zeit geben (yes, (Social)Media, I’m talking to you!).

Nein, es ist kein totschweigen. Nach wenigen Äußerungen war und ist klar, wes Geistes Kind Trump und die AfD sind. Das müssen wir konstatieren und benennen und wir müssen ihnen den Raum und die Zeit zugestehen, die ihnen gebührt. Und wir dürfen nicht jene der Zeit und des Raumes berauben, die dieser Zeit und dieses Raumes würdig sind, z. B. all jene Unermüdlichen, die sich als Lokalpolitiker*innen für nichts, nada und nothing die Nächte in Stadtratssitzungen um die Ohren schlagen, für die vielen in den Landesparlamenten, die sich bis zum Erbrechen mit Themen auseinandergesetzt haben, die mit einer schmissig geführten Feder als nichtig diskreditiert werden, für die vielen, die sich dieser Tage auf den Straßen als Volksverräter*innen beschimpfen lassen müssen aber in Wahrheit unser letztes Bollwerk gegen die völlige Verrohung und Dekonstruktion unseres Zusammenlebens bilden.

Wir sollten die Kameras neu ausrichten, weg von den Täter*innen, hin zu denen, die verzweifelt die Gesellschaft zusammenhalten: yes, I’m talking about politicians, my dear! Gebt denen Raum und Zeit, schenkt denen Eure Aufmerksamkeit, die konstruktiv sind. Lasst die Destruktiven alleine. „Talk to the hand“, hat der große Charakterdarsteller Arnold Schwarzenegger in einer der zahlreichen nachdenklichen Szene seines volksnahen Œvres mal gesagt.

Wenn das Bundesverfassungsgericht der NPD nachweist, dass sie demokratiezersetzend wirken möchte, aber dazu zu unbedeutend ist, dann sollten wir diesem Prinzip folgen.

Geschwindigkeit der Bewegung

Als ich 2011 in die SPD eintrat, fragten mich viele aus meinem Umfeld: „Spinnst Du? Dafür zahlst Du Mitgliedsbeiträge und verschwendest Deine Zeit?!“

Aber heute Abend gab’s mal eine kleine Erklärung, wofür: Da steht die Generalsekretärin meiner Partei beim Neujahrsempfang von D64, spricht von der Digitalisierung als sei es das normalste der Welt (also das darüber sprechen) und hält zum Schluss zusammen mit Lars Klingbeil, immerhin netzpolitischer Sprecher der SPD Bundestagsfraktion, eine Calliope in die Kamera. Und mir wird heute klar, dass es die Geschwindigkeit der Bewegung zu erkennen gilt, wenn man sich politisch engagiert. Kaum habe ich das sechste Jahresbeitragsmärkchen in mein Parteibuch geklebt, schon ist Digitale Bildung in aller Munde! Zackedi! Alle Klischees stimmen: Beharrlichkeit zahlt sich aus. Forderungen sind schnell gestellt, Menschen mitzunehmen dauert länger, ist aber möglich!