Joviales Weltretten, aber mit Niveau!

Ich hab eigentlich gar keine Lust, irgendwas zu schreiben zu Donald Trump. Und eigentlich auch keine Lust was über die politische Linke. Was habe ich 2013 im Wahlkampf für Peer Steinbrück noch „Inhalte! Inhalte!“ gerufen. Aber Inhalte machen gefühlt – Stand heute – nur noch 15% dessen aus, was Menschen dazu bringt, jemand die Stimme zu geben. Abermals steht die politische Linke als Verliererin da. Ich trage heute schon den ganzen Tag den Gedanken mit mir rum, dass es vielleicht an drei Dingen gelegen haben könnte: Mangelnde Geschlossenheit des linken Lagers, Sprache und Habitus.

Wahrscheinlich lässt sich das nicht ohne weiteres auf Amerika übertragen, ich nehme das unheilvolle Ergebnis der Wahl also eher als Anlass, ich sehe mich nicht imstande, das Ergebnis zu analysieren, dazu habe ich zu wenig Ahnung von den amerikanischen Verhältnissen. Ich meine lediglich, ein paar Beobachtungen in meiner größtenteils deutsch geprägten TL gemacht zu haben.

Mangelnde Geschlossenheit

Da hat der famose @mathiasrichel bei Facebook die Frage gestellt „Könnt ihr mir noch einmal sagen, wen die Amerikaner jetzt wählen sollen?“ – und da wir uns ja im lustigen Internet befinden einerseits und weil wir im Internet ja immer was besser wissen andererseits, haben sich dort gerade drei (einer davon ich) hinter Hillary Clinton gestellt. Natürlich haben die meisten das irgendwie lustig gemeint. Aber weil jede*r auf Teufel komm raus etwas besonderes sein will in der Selbstdarstellungmaschinerie, tun nur die wenigsten was dringend nötig wäre: Geschlossen stehen. Und wenn dann alles in die Grütze geht, sind die wenigen Deppen Schuld, die ihr Gesicht hingehalten haben.

Sprache

Das linke politische Lager ist meiner Wahrnehmung nach zu viel Kopf und Superschlauness und viel zu wenig Bauch mit Pommesvokabular. Da gewinnt ein dicker Sack mit geerbten Millionen trotz übelster sexistischer und rassistischer Ausfälle die Wahl – und die politische Linke beschwört „postfaktische Zeiten“, führt tiefschürfende Analysen in feinstem Akademiker*innendeutsch ins Feld und findet als einzige Erklärung, dass die Trump-Wähler*innen dumm sein müssen. Aber statt „postfaktisch“ zu googeln wählen die Leute dann lieber den, der „grab them by the pussy“ sagt. Nicht unbedignt, weil sie sexuelle Übergriffe nun so toll fänden, sondern weil da einer eine Sprache verwendet, die jede*r versteht. „Wie würdest Du das Problem XYZ angehen?“ – „Wir müssen da abwägen, einerseits…“ Schüss, Wähler*in weg. Wenn ein Trump aber lospoltert mit seinem Vokabular, dann bleiben sie dran. „Genau!“ sagt der/die eine oder andere vielleicht noch. Können wir nicht auch richtige Sachen in einfacher, von mir aus polternder Sprache sagen? „Wenn da ein Flüchtling kommt, dann ist das mein Freund, fertig aus! Im Urlaub waren die auch nett zu mir!“ Ob der Geflüchtete dabei aus Syrien kommt, ich aber in Ägypten im Urlaub war, ist dabei völlig unerheblich, quasi postfaktisch. So unglaublich es klingen mag, aber #spülerAusräumenToDeath ist immer noch nötig, ich hatte mich eigentlich inzwischen längst ein bisschen geschämt für den Artikel. Die Änderungen, die wir als Linke anstreben, müssen klingen. Einfach, handlich, verständlich. Das geht, ich bin mir da sicher.

Habitus

Schröders Brioni-Anzug war der Anfang, Heiko Maas als bestangezogener Mann des Jahres 2015 (oder so) die Fortsetzung und Hillary Clinton im Hosenanzug vor Glasfassaden von Banken das vorläufige Ende. Einerseits war es immer Ziel sozialdemokratischer Politik, Minderprivilegierten den Aufstieg zu ermöglichen und nicht wenige Sozialdemokrat*innen haben das tatsächlich geschafft. So weit so richtig. Aber schon Franz Walter hat die Probleme dieser Aufsteigergeneration beschrieben: die, die zurückbleiben, sind entsolidarisiert, stehen für einige Zeit unschlüssig herum und werden dann komisch, wenn diese ekeligen AfD-Typen in ihren furchtbaren Neckermann-Anzügen mit den noch viel billigeren Phrasen daherkommen. Wir müssen unseren Habitus ändern. Nicht nur von Nichtausgrenzung reden, sondern selbige auch zulassen. Helene Fischer spielen lassen, Pilsken heben. Hannelore Kraft mit ihrem heimeligen Ruhrdeutsch ist nicht von ungefähr immer noch ziemlich beliebt bei Wähler*innen, eine mit dem Habitus von „uns“ – und macht dazu noch die richtige Politik*). Der Habitus muss sein: Mir egal, wie ich wirke. Zuhören, Frage erfassen, antworten wie es nun mal aus mir rauskommt. Ungefiltert, ungesteuert, keine Taktik. Gespräche führen wie Fußball in den 70ern gespielt wurde: Stoppe, loore, scheeße. Mein Gegenüber nicht intellektuell abzuhängen versuchen, sondern den Zugang über Sprache und Habitus zu finden versuchen**).

Wir brauchen eine nicht-intellektuelle Linke. Unsere Positionen dürfen nicht wie unangenehme Übel daherkommen, die auszuhalten sind, um in unbestimmter Zukunft einen unbestimmten ideellen Gewinn zu verheißen. Unsere Forderungen und Positionen müssen sich jetzt und sofort gut anfühlen – und dann, wenn die Verheißung eintritt, die Früchte liefern. Joviales Weltretten sozusagen, aber mit NIVEAU! Das schöne an den postfaktischen Zeiten ist ja, dass wir keine unserer Positionen aufgeben müssen. Let’s nutz it!

 

*) Außer bei Braunkohle jetz!

**) Hihi, das ist ein schmaler Grat zwischen Authentizität und Anbiederung, das kann wirklich zu peinlichen Fehltritten führen. Aber wie heißt es so schön? Sei einfach ganz Du selbst :)

Wer traut sich noch zu den Nichtwähler*innen?

Eigentlich fühle ich mich zu schwach, um über die Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt zu bloggen. Wie schön, dass wenigstens noch eine überzeugende Politikerin wie Malu Dreyer es schafft, die Wähler*innen doch noch zu erreichen. Wie bitter aber sind die Ergebnisse in den beiden anderen Ländern. Andererseits: Unsere Kandidaten dort kenne nicht mal ich als Sozi so richtig: Nils Schmid in Baden-Württemberg und Katrin Budde in Sachsen-Anhalt, ok?

Bei Malu Dreyer wusste ich das, weil sie bei D64 im Beirat ist und ich sie auf der re:publica kennenlernen durfte – was für eine fantastische Person! Und wie schön, dass diese fantastische Politikerin sich gegen die Weinkönigin durchsetzen konnte, das rettet mein Vertrauen in die Menschheit.

Die/der Kandidat*in ist das A & O, will mir scheinen. Bei Peer Steinbrück 2013 hatten wir ein großartiges Programm, von dem ich mir gewünscht hätte, dass meine Filterbubble das damals genauso rauf- und runterzitiert hätte wie dieser Tage das der AfD. Aber man hat Peer dieses Programm nicht abgenommen. Zu viel Gestolper, zu viele Altlasten aus Zeiten der Deregulierung der Märkte, zu dünnhäutige Auftritte (dabei waren auch ein paar richtig starke dabei, aber Schwamm drüber…)

Bei Malu Dreyer passt alles, sehr gute Politik gemacht, sehr gute in Aussicht gestellt, das ganze mit Haltung und Rückgrat vertreten, dabei fröhlich geblieben. Wenn so jemand nicht gewonnen hätte, dann wäre es das wirklich gewesen mit der Demokratie. Allein, allzu viele von solchen Leuten kannste Dir auch nicht einfach backen.

Noch ein Wort zu den vielen Zitaten aus den diversen AfD-Wahlprogrammen in den letzten Tagen: Die sollten ja die Ekelhaftigkeit dieser Ansammlung von Demokratiefeind*innen entlarven, aber ich glaube, wir haben damit das Gegenteil dessen bewirkt, was wir erreichen wollten. Diese rechten Hetzer*innen haben das ja nun mal ganz offen in ihr Programm geschrieben, weil sie damit auf Stimmenfang gehen wollten. Und wir haben ihnen den riesigen Gefallen getan, das in epischer Breite publik zu machen. Viel zu wenig haben wir verbreitet, wofür die anderen Parteien stehen. Die haben auch seitenweise Programme geschrieben, die sind aber nicht für umme von uns geteilt worden. Das würde ich mir wünschen. Ich bin davon überzeugt, dass die Parteien ihren Job nämlich gar nicht so schlecht machen, wenn es darum geht, Positionen zu erarbeiten. Aber es interessiert sich niemand so recht dafür, wenn die Positionen ganz ok oder gut sind. Damit holste keinen Extraklick auf dein Blog.

Nicht falsch verstehen, ich finde es wichtig, dass alle wissen, was rechte Hetzer*innen da nun fordern, damit man sie darauf festnageln kann. Aber wir hätten das vielleicht besser in Beziehung setzen müssen zu den Positionen, die die anderen Parteien vertreten.

Und noch etwas: Wer bin eigentlich ich und wer hört mir zu? Jemand, der jeden Pfennig zweimal umdrehen muss, soll mir zuhören, der ich immer so fröhlich mit meinem Apple MacBook Pro für 1500,00 Euro nach Berlin reise und zurück? Mir, der ich Zeit und Ressourcen habe, ein Coder Dojo nebenbei zu veranstalten? Mir, der ich gerade ein Start-up gründe? Ich bin von denen, die sich abgehängt fühlen, so weit weg wie nur irgendwas, genau wie so viele andere Sozis, die zwar alle super sind und immer ganz viel recht haben und vieles richtig durchschauen – die aber auch allesamt als arriviert wahrgenommen werden. Diese coolen Mathias Richels, Nico Lummas und sagenwirmal Sebastian Reichels. Ich bin wirklich Fan von jedem einzelnen der aufgezählten, aber ich fürchte, dass die, die wir als Sozis einsammeln sollten, regelrecht Angst vor uns haben: Immer einen lockeren Spruch drauf, auf alles eine Antwort, jeden Gedanken schon zweimal gehabt, von drei Seiten beleuchtet und mit fester Meinung im besten Sinne ausgestattet. Ich glaube, was so ein*e sich als abgehängt Empfindende*r braucht, ist mehr Gemeinsamkeit.

Gerade hat Armin Nassehi einen Artikel darüber geschrieben, dass die Sozis diejenigen sein müssen, die alle unter einen Hut bringen. Wir Sozis müssen den rechten Parolen stimmige und glaubwürdige demokratische Konzepte entgegensetzen. Auch wenn Sigmar Gabriel wieder einmal den Ton nicht richtig getroffen hat und den Zeitpunkt eher blöd getroffen hat: Er hat natürlich recht damit, dass Investitionen in Wohnungsbau und Bildung getätigt werden müssen und dass diese natürlich gleichermaßen bereits hier lebenden wie neu ankommenden zugute kommen müssen. Bei den NRW Jusos hat das neulich Frederick Cordes ganz hübsch beschrieben, ich musste erst ein wenig lachen, aber am Ende bin ich doch etwas nachdenklich geworden, denn dieser Text bringt das Dilemma ganz gut auf den Punkt: Wo wir eine gute Idee umsetzen, reißen wir mit dem Hintern drei andere wieder ein.

Aber will ich im aktuellen politischen Klima eigentlich irgendwas gemeinsam haben mit solchen, die der AfD ihre Stimme geben oder auch nur im Verdacht stehen, das zu tun? Die Fronten sind bereits derart verhärtet, dass kaum noch gesprochen werden kann, Etiketten sind geklebt und können nicht so einfach wieder abgezogen werden, vielleicht über Jahre behutsam wieder abgeknibbelt. Wie finden wir eine Sprache, in der wir glaubhaft und authentisch darüber sprechen können? Ob man mit einer Blume mal jemanden besucht, der/die sich zu Hause verkrochen hat und sagt: „Hier ist eine Blume, die schenke ich Dir. Erzähl mir.“ Und sich erstmal den ganzen Sermon anhören, mit allen Ressentiments und Ungeheuerlichkeiten. Und sagen: „Ich höre Dich.“ Und dann: „Komm mit. Wir gehen hin zu den Geflüchteten. So wie ich Dir zugehört habe, so hören wir jetzt den Geflüchteten zu. Lass uns vielleicht eine Blume mitnehmen.“ Ob das klappen kann? Ob sich jemand findet, der sich das traut und wirklich probiert? Und der das nochmal probiert, wenn es nicht klappt? Der die Ruhe bewahren kann und dabei nicht aussieht wie ein Fähnchen im Wind? Der es schafft, zu sagen „ich höre dich“, ohne zu sagen „ich verachte dich“? Der es schafft, die Äußerungen von der Person zu trennen und den Mut hat, den Versuch zu wagen, diese Person nicht aufzugeben und ihr andere Positionen zu vermitteln? Der die Muße hat, das behutsam zu tun? (Ich klinge schon wie so ein Geistlicher, herrje!)

Ich gehe davon aus, dass ich mich auf einige heftige Kommentare gefasst machen kann, weil wahrscheinlich einige diesen Text als „AfD-Wähler-Verstehen“ deuten werden, und somit als Relativierung der ungeheuren Forderungen dieser Hetzer*innen.

Aber ich bin ganz im Gegenteil der Überzeugung, dass wir gerade den Hetzer*innen die vielen Nichtwähler*innen eben nicht überlassen dürfen, dass gerade wir Sozis zu den Nichtwähler*innen hingehen müssen. Ich weiß ganz sicher, dass wir hervorragende Ideen haben, denen sie viel lieber folgen würden als der plumpen Ausgrenzung und den brutalen Forderungen der AfD. Ich bin sogar sicher, dass sie unsere bestehenden Positionen bereits voll unterstützen würden, aber es kümmert sich niemand um sie, es spricht niemand ihre Sprache und es will sich niemand eine Blöße geben.

Wer soll das tun?

 

Um Entschuldigung bitten und entschuldigen

Der pingelige Klaus aus meinem Ortsverein hat neulich erst wieder darauf hingewiesen: Man kann sich nicht entschuldigen, man kann nur um Entschuldigung bitten – und das entschuldigen ist dann die Handlung jener, die um Entschuldigung gebeten wurden.

Der pingelige Klaus hat recht. Ich finde gut, dass er uns darauf hingewiesen hat, so kann ich in den Protokollen locker schreiben, dass alle fehldenden entschuldigt sind, auch wenn sie kein Wort darüber verloren haben, warum sie nicht da sind. Wir als Anwesende entschuldigen sie, ohne dass sie uns um Entschuldigung gebeten hätten.

Dieses gefährliche Internet

Da Internet was my first loveIch hab den Papp auf, was hat dieses Internet je für mich getan?! Das ist ja sowas von gefährlich, das kann einem das ganze Leben verändern! Ich habe einzig und ausschließlich und nur über dieses Internet, über dieses Twitter!, die folgenden Menschen kennengelernt (und das ist nur eine kleine Auswahl!). Ich hätte die ohne Internet NIE IM LEBEN von deren Existenz erfahren noch hätte ich sie JEMALS getroffen:

  • @holadiho
    Was für ein geiler Typ. Hat jüngst dieses Projekt „Finding Europe with lights“ erfunden und mit den Kolleg*innen der re:publica auf den Weg gebracht. Kannte ihn zunächst nur, weil @frau_ratte damals angefangen hat, ihm bei Twitter zu folgen und immer gesagt hat: Was für ein geiler Typ! Also folgte ich ihm auch. Und dann haben wir ihn auf der #rp12 das erste Mal in Echt getroffen, wir waren da noch etwas schüchtern und haben brav die goldenen Kulis seiner Firma eingesteckt. Inzwischen hab ich mit ihm Internet- und Tinkering-Kurse in Kölner Grundschulen gegeben und mit ihm und @mamamarischen Grünkohl und Schnitzel in der Kommune ZwoNull gegessen. Wie kann einer, der so viel auf die Straße bringt, der so viel einfach macht, so ein integerer Typ sein?Naja. Wahrscheinlich wiegt er mich nur in Sicherheit und lässt beim nächsten Besuch inne Kommune eins unserer Auerhahn-Messer mitgehen. Shice Internet, ey!
  • @horax
    Wer @holadiho sagt, muss auch @horax sagen. Noch so ein saugeiler Typ. Kenne ich auch nur aus dem Internet. Er war quasi der erste – das werde ich ihm nie vergessen! – der mir zurückgefolgt ist bei Twitter. Er hat mich beim SPD Bundesparteitag 2011 an die Hand genommen und immer Biere mit mir getrunken. Er hat mir die vielen netzaktiven Sozis gezeigt und wusste, wo die Presselounge ist. Auch er hat uns inzwischen in der KommuneZwoNull besucht und die Schnitzel von @wasalski verspeist. Ich möchte eigentlich immer nur mit @horax kochen, essen und Biere trinken und dabei über Politik und Daten sprechen.Naja. Wahrscheinlich sammelt der auch nur Informationen über mich, um mich und mein Blog wegen eines Kommafehlers im Impressum auf 16 Mrd. $ zu verklagen. Shice gefährliches Internet, verdammt!
  • @moellus und @kommandomutti
    Meine ganze Sprache ist versaut, shice Internet, ey! Und Schuld daran sind die Amerikaner und die Russen und vor allem @moellus. Kenne ich auch nur über Twitter. Und über ihn auch @kommandomutti. Und den Rest der Familie. Auf der #rp12 in Echt getroffen. Danach auch noch mal paar mal, zuletzt bin ich 2014 bei ihnen zu Hause in Berlin gewesen und habe Stullen gegessen. Und habe ganz viel von meiner Familie in ihrer Familie gesehen, aber dann sind die wieder ganz anders als @frau_ratte und die Kinder und ich. Was für eine Inspiration!Sicher werden die mich eines Tages noch zum Kommenisten machen und dann gute Nacht! Abgefischt bei der Einreise in die USA und ward nicht mehr gesehn, also ich jetzt. Danke Internet, dass de mich dem ungeschützt ausgesetzt hast!
  • @klappstulli
    Ach, mein Herz ist erwärmt, was haben mich @klappstulli und ihre Familie so herzlich empfangen! Danach wollten wir, et @klappstulli und ich, gleich ein Panel auf der #rp15 anbieten zum Thema Freundlichkeit (sind aber nicht genommen worden). Wir aßen Kekse und ich habe freundlich den Glühwein abgelehnt, aber nur, weil ich einen Kater hatte, damals, im November 2014. Ich durfte von den Sozis erzählen und von meinen Kindern, von @frau_ratte und mir und der KommuneZwoNull, und et @klappstulli fand das interessant. Und heute taptalken wir was das Zeug hält.Der @horax hat gesagt, dass et @klappstulli eine ganz feine Person ist. Was von @horax zu halten ist, wissen wir ja! Und diese @klappstulli, die ist doch nur seine Helferererin und Vollstreckungsdingse! Unfassbar, in was für Netze dieses Internet mich verstrickt!
  • @Nico
    Wenn ich mich recht erinnere, war eine meiner ersten Interaktionen mit @Nico irgendein Foto von einem Pullover, das er bei Twitter gepostet hat. Ich fand den schrecklich und habe einen blöden Kommentar dazu abgelassen. Den hat er anscheinend nicht gelesen, zumindest hat er nicht darauf reagiert und ich dachte: Arroganter Schnösel, ey, keine Reaktion! Und dann hat er später einen meiner ersten Blogposts gelesen und retweetet und der Post ging ab wie seit dem eigentlich nur noch mein Rant zum Weltfrauentag. Es hat irgendwie gedauert, bis ich mit @Nico warm wurde. Wir haben uns in Echt das erste Mal auf der #rp12 getroffen, aber wichtiger war die Superklausurtagung von D64 2013 in Hamburg. Ich machte blöde Witze und er besorgte völlig unironisch einen Kasten Früh-Kölsch. Und ich erfuhr von @_sibylle, dass sie sogar mal in Bonn gewohnt haben. Und ich fing nach jener Superklausurtagung 2013 an, zusammen mit @lino, @lutzmache und @rjaeger den D64-Ticker zu schreiben. Ich schreibe den immer so, wie ich Bock habe, manchmal kriegt @Nico deswegen Zuschriften von welchen, die das blöd fanden. Ich finde cool, wie abgeklärt @Nico sich dann vor uns (also die Liga der unglaublichen Tickerererer*innen) stellt und so Formulierungen drauf hat wie: „Natürlich spitzen wir auch zu.“ @Nico schreibt eine Kolumne in der Bildzeitung, worüber wir uns voll gestritten haben. Ich finde das immer noch nicht selbstverständlich, aber neulich habe ich seine Kolumne entgegen meiner eisernen Willensbekundung doch im Ticker verlinkt, weil sie zu gut war. Und irgendwann neulich textet er mich mitten in der Nacht an wegen irgendeiner Formulierung, ob ich die mal gegenlesen könne. Hab ich gemacht, hatte eh noch ein Bier offen stehen. War was für seine Bildkolumne, glaub ich.Dieses Internet, Ihr seht es, das macht, dass man seine Ideale verrät und verkauft (natürlich nicht für Geld, wegen der Kostenlosmentalität, iss klar!!)
  • @pramesan und @queenblatifah
    Quasi die ersten wildfremden, denen ich gefolgt bin. Haben auch inzwischen mehrmals am Tisch in der KommuneZwoNull Platz genommen und immer Sekt dabei gehabt. Von @pramesan stammt der Tweet „Das Psychogramm vervollständigt sich zusehends.“ Das hat mir damals echt Angst gemacht, habe das aber mittlerweile als Leitfaden für alle meine Social-Media-Aktivitäten hergenommen. Letztes Jahr waren wir in #nextPramesanien und haben tolle Burger gegessen. Leider musste ich fahren, so dass wir uns nicht hemmungslos umschießen konnten, aber Bock dazu hätte ich jederzeit mit den beiden!Alkoholismus! Das Internet macht krank!

Ich muss jetzt bei allen, die ich hier nicht erwähnt habe (so ca. 1613 Accounts, denen ich folge, Stand 23:40 Uhr), um Entschuldigung bitten. Ich folge Euch allen aus ganz individuellen Gründen und bei fast allen sind das positive. Ich finde Twitter saugut und ich finde, dass mein Leben echt bereichert wird durch Euch alle.

Küsse! Tausend Küsse!

Das Internet weiß alles und hat alles schon mal gehört

Gerade stolperte ich in der TL über den kleinen Tweet von @stecki:

Selbstverständlich muss es humm-nana humm-nana heißen, das ist ja völlig unstrittig. Aber nachdem ich mich versichert hatte, dass ich über die Sonos-Anlage nicht meinen, sondern @frau_rattes Spotify-Account versaue, hab ich mir den Song nochmal angehört. Während das also lief und ich weiter mit @stecki ein wenig hin und her twitterte, höre ich auf einmal „Schnitzelwagen“. Ich denk, wasdattenjetz, was sagt denn das Internet dazu, singt Herr Kaiser da Schnitzelwagen? Im Song konnte ich die Stelle so schnell nicht wieder finden, also mal quick reintippen bei Google und was kommt dabei heraus?

Das hier:

Ich lach mich kaputt. Ich kannte das echt vorher nicht. Und er singt echt Schnitzelwagen.

Metainformationen einer Formulierung

Gerade lese ich bei Twitter, dass bei irgendeinem Fußballverein „ein Nachfolger für“ irgendjemanden gefunden wurde. Dabei fällt mir gerade ein sprachliches Detail ins Auge, das ich irgendwie amazing finde: Solange davon gesprochen wird, dass ein*e Nachfolger*in für jemanden gefunden wurde, bedeutet das, dass die zu ersetzende Person noch da ist. Wäre die zu ersetzende Person schon weg, spräche man von der Nachfolger*in von der ersetzten Person.

Ist das in anderen Sprachen auch so?