Entscheidend ist auf’m Platz

Von Christallkeks – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0

Machen wir uns nichts vor, die Faschos von der AfD werden am Sonntag in den Bundestag einziehen – und dort werden sie dann herumstänkern und versuchen, Unglaubliches und Monstrositäten zur Normalität werden zu lassen. Und wer wird sich denen im Parlament entgegenstellen?

Angela Merkel? Die sich nicht mal in ein zweites TV-Duell traut? Die Hoschis von CDU/CSU, die schon im Vorfeld weite Teile der Sprache jener Faschos zu übernehmen? Die auf europäischer Ebene überhaupt kein Problem darin sehen, mit Victor Orban und anderen rechten Säcken gemütlich in einer Fraktion zu sitzen? Die nach der Wahl von Donald Trump erstmal abwarten. Und bis heute erstmal abwarten.

Die FPD, denen eh alles egal ist, Hauptsache ihre zahlungskräftige Klientel wird in Ruhe gelassen? Die auch vorsorglich schon mal von ihrer Schaufensterpuppe so einen Unsinn vormodeln lassen wie „es gibt kein Recht, sich seinen Standort auf der Welt selbst auszusuchen“?

Die Linke, die sich lieber an der SPD abarbeitet, weil ihnen der Nagellack von Martin Schulz nicht gefällt? Die sich in theoretischer Superschlauness üben, aber in ihrem ganzen Leben noch nichts zählbares umgesetzt haben?

Es waren Sozis, die 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt haben, es sind Sozis, die auch heute von Anfang an unmissverständlich gegen rechte und nationalistische Tendenzen eintreten. Das Video, in dem Martin Schulz zeigt, wie man mit rechten Hetzern umgehen muss, habt Ihr ja sicher alle zur Genüge gesehen, hier ist es trotzdem noch einmal:

Ich möchte einen Kanzler mit Haltung, der bereit ist zu handeln. Entscheidend ist auf’m Platz – also im Bundestag. Und erstens hat die SPD in der zurückliegenden Legislatur schon geliefert wie keine andere Partei, hat zweitens den Laden durch besonnenes Handeln zusammengehalten und wird drittens die einzige sein, die weiß, wie mit den Faschos umzugehen sein wird. Ich möchte, dass Sozis mit genug Stimmen im Parlament vertreten sind, dass sie sich nicht in Lebensgefahr begeben müssen, wenn sie gegen ein Ermächtigungsgesetz stimmen, sondern einfach die Mehrheit bilden und solchen Ansinnen eine klare Abfuhr erteilen.

Alarmistisch? Finde ich nicht. Jetzt geht’s noch, dass wir das mit den verfassungsmäßig vorgesehenen Instrumenten hinkriegen. Jetzt. Ab Sonntag geht’s los, diese stärker verteidigen zu müssen denn je seit 1945.

Blogparade „Wir stehen zusammen – #WithRefugees“

Der fabelhafte Peter Ruhenstroth-Bauer hat in seiner Funktion als Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe zu einer kleinen Blogparade aufgerufen – und weil ich zum einen Peter toll finde und weil zweitens die deutsche Blogosphäre imho mal ein deutliches Zeichen setzen sollte, wer hier eigentlich die Mehrheitsmeinung vertritt, beteilige ich mich sehr gern daran.

Hier die Fragen und meine Antworten darauf:

Wie hat sich die Willkommenskultur in Deutschland deiner Meinung nach verändert?

Als im Sommer und Herbst 2015 u. a. wegen des Krieges in Syrien sehr viele Geflüchtete nach Europa und vor allem auch nach Deutschland kamen, war ich richtig ergriffen ob der Hilfsbereitschaft, die unzählige Freiwillige und Ehrenamtliche an den Tag gelegt haben. Die „Trains of Hope“ liefen in vielen deutschen Großstädten ein und tausende Geflüchtete wurden dort mit offenen Armen, Spenden und direkter Hilfe begrüßt. Angela Merkel hat mit ihrem Satz „Wir schaffen das“ ein sehr wichtiges Zeichen gesetzt, nämlich dass wir nicht nur verpflichtet sind, Menschen in Not zu helfen, sondern dass wir auch das Selbstvertrauen haben sollten, dass wir das auch können. Tausende Freiwillige haben das eindrucksvoll bestätigt. Heute, zwei Jahre später, ist zumindest in den Medien der Ton ein anderer. Konservative erzählen uns was über „sichere Herkunftsländer“, in die Geflüchtete abgeschoben werden sollen, auch wenn dort Menschen nach wie vor Terror, Krieg und Gewalt ausgesetzt sind.

Dabei habe ich das starke Gefühl, dass bei denen, die bis heute freiwillig helfen, sich an der ursprünglichen Haltung eigentlich gar nichts geändert hat. Ich glaube, dass die, die 2015 nachts zu den Bahnhöfen geströmt sind, das heute wieder tun würden. Ich glaube, dass die, die bis heute täglich freiwillig und ehrenamtlich Hilfe leisten, immer noch genauso zahlreich sind – aber nicht so laut. Warum auch, wenn ich täglich wie selbstverständlich meine gute Arbeit abliefere, dann ist das eigentlich keinen schreienden Medienbericht wert. Wäre es aber eigentlich doch.

Was Angela Merkel bei ihrem eigentlich guten Satz „Wir schaffen das“ vergessen hat: einen Halbsatz, der mit „indem wir“ anfängt. Einer entschlosseneren Kanzlerin wäre so ein Halbsatz leicht gefallen.

Was können du und andere Blogger unternehmen, um die öffentliche Meinung gegenüber Flüchtlingen positiv zu beeinflussen?

Wir sollten dem, was vielen selbstverständlich erscheint, mehr Raum geben – im Internet, in den klassischen Medien, in den Schulen, im Bus morgens, in den Büros und in den Kneipen. Wir sollten nicht von Flüchtlingswellen sprechen, sondern uns Mühe geben, die persönlichen Schicksale zu erkennen und von diesen zu erzählen. Wir sollten uns Mühe geben, das Framing zu verändern, in dem über Geflüchtete gesprochen wird. Wir sollten uns klar machen, dass Flüchtlingshilfe ein wesentlicher Faktor gegen Radikalisierung ist – und genau das sollte in allen o. g. Kanälen von den Blogs über die Schulen bis in die Kneipen ein allgemeiner Tenor werden. Blogger*innen spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle, prägen sie doch maßgeblich Diskurse, die online geführt werden, indem auf ihre Artikel in Diskussionen in den verschiedenen Timelines einfach verlinkt werden kann.

Hast du eine Idee, was Menschen, die sich (online) für Flüchtlinge engagieren möchten, noch tun können?

Tut Euch zusammen. Bei Facebook gibt es die fabelhafte Idee #ichbinhier – dort tun sich Menschen zusammen, die in Online-Diskussionen Widerstand leisten gegen Hetze und an den Haaren herbeigezogenen Kommentaren. Dort findet man konkrete Hilfe, wie man sich dem Hass entgegenstellt.

Und das ist symptomatisch dafür, was man tun kann: Sich gegenseitig stärken, sich virtuell unterhaken, der Sprache der Hetze eine andere Sprache entgegensetzen, die „Frames“ zu verschieben. Durch die Verwendung von Namen statt von Zahlen – und vor allem durch das klare Bekenntnis: Ich stehe hier und bei mir treffen Geflüchtete und deren Helfer*innen auf ein offenes Ohr.

Hattest du schon persönliche Begegnungen mit Flüchtlingen? Erzähle uns doch von Deiner Begegnung.

Meine Kinder berichten, dass in ihren Klassen auch geflüchtete Kinder auftauchen und dass diese Kinder es nicht leicht haben. Dass sie manchmal aggressiv sind – und sogar mein sechsjähriger Sohn versteht, dass solche Aggressionen Gründe haben müssen.

Wir haben, unsere Kinder, @frau_ratte und ich, einer Geflüchtetenunterkunft in Bonn mal 200kg Spielsand im Baumarkt gekauft. Die Kinder haben ihr abgelegtes Sandspielzeug dazugelegt. Als wir später am Abend ein Foto in der TL sehen konnten, auf dem die Kinder der Geflüchteten mit unseren Sandautos und Schippen gespielt haben, hat das glaube ich in meinen Kindern etwas sehr schönes ausgelöst. Das Gefühl, geholfen zu haben, ist etwas sehr schönes und eindrucksvolles, das sollten wir viel mehr kultivieren.

So, und wenn Du selbst vielleicht auch noch eine Kleinigkeit tun möchtest, dann

a) schreib auch einfach eine Blogpost und
b) unterzeichne wenigstens die Petition der UNO Flüchtlingshilfe.

Lass krachen, Sigmar!

Lieber Sigmar Gabriel,

auf dem IT-Gipfel hattest Du einen Auftritt, der Dir ausgesprochen gut gestanden und zu recht viele Sympathien eingebracht hat: Du hast Dich geweigert, eine Frage des Moderators zu beantworten, weil die Frauen auf diesem Panel zu wenig zu hören gewesen waren. Da dachte ich seit langem endlich mal wieder: Schön in der SPD! Schön mit Dir als unserem Vorsitzenden.

Jetzt hat Angela Merkel gestern verkündet, dass sie 2017 erneut als Kanzlerkandidatin für die CDU ins Rennen gehen will. Die Reaktionen waren irgendwas zwischen „meh“ und „jaGutÄäh“ und „nunJaMussDannWohl“. In den USA, in Europa, hier in Deutschland laufen die Wähler*innen vermehrt Rechtpopulist*innen hinterher, die politischen Inhalte scheinen sie dabei nicht wirklich zu interessieren. Wenn die CDU meint, durch ein „weiter wie bisher“ könne man diesem Trend entgegenwirken, dann versinkt das Land und mit ihm der Kontinent in Nationalismus, Misstrauen und braunen Parolen. Dabei wollen die Wähler*inen eigentlich nur eins: Andere Gesichter, eine andere Ansprache und einen Rumms, Hauptsache anders. Das ist in dieser Situation eine große Chance für uns als SPD.

Lass uns eine der zahlreichen Frauen in der SPD zur Kanzlerkandidatin machen. Wenn Du noch in die Geschichtsbücher möchtest, dann als der, der in der SPD endlich den Glasboden gesprengt und Frauen nach ganz oben gelassen hat. Was Dir im kleinen auf dem IT-Gipfel so gut gestanden hat, kann Dich als Parteivorsitzenden unsterblich machen. Lass uns Manuela Schwesig oder Katharina Barley zur Kanzlerin machen. Stell Dir das mal vor: Endlich eine junge Frau im höchsten Staatsamt, frischer Wind, aber aus der richtigen Richtung! Ein modernes Fanal, mit einer Partei dahinter, die diese Werte auch wirklich in der Breite vertritt! Es ist Zeit, Christian Wörns durch den jungen Mats Hummels zu ersetzen, das erfordert ein bisschen Mut, aber ohne Mut braucht man uns nicht.

Die Eintritte in die SPD nehmen zu – zumindest gefühlt, ich habe das nicht geprüft. Der Wille zur Veränderung ist da. Wenn Du so eine Veränderung nun zulässt, könntest Du der stille Retter Europas werden. Das wäre schön, denn es macht mir als Basisparteimitglied richtig Spaß, Dich toll zu finden!

Viele Grüße
Maxim

„Selber denken“, wann ist aus Dir eigentlich „traue nichts und niemandem mehr“ geworden?

Neulich schrob @_drsarkozy diesen Tweet hier:

Zuerst wollte ich ihn, ganz meiner Gewohnheit folgend, einfach so faven und retweeten, schließlich hat man mir vor über tausend Jahren, als ich noch zur Schule ging, in nahezu allen Fächern sowas gesagt. Sei kritisch, glaub nicht der Bildzeitung, denke selbst. Doch plötzlich dachte ich: Das ist wahrscheinlich genau das, was Pegidist*innen und AfD-Wähler*innen zu tun glauben, dass sie glauben, sie hinterfragten kritisch und stellten einfach nur mal die unangenehmen Fragen. Dass das, was sie da tun, gar kein kritisches Hinterfragen ist, weil sie nämlich gar keine Argumente abwägen, sondern pauschal alles scheiße finden, ist ihnen womöglich nicht einmal bewusst.

Das ist womöglich genau der Grund, warum die Volksparteien mehr und mehr an Rückhalt verlieren. Was früher™ als kritische Würdigung medialer Berichterstattung gemeint war, scheint mir in ein völliges Misstrauen umgeschlagen zu sein. Egal, was die Volksparteien sagen, by default wird das für Verrat, Vetternwirtschaft, Selbstbereicherung und Betrug gehalten. Das „nicht mehr hinhören“ und das kategorische Abwerten und Ablehnen wird als „ich bilde mir kritisch meine eigene Meinung“ missverstanden.

Heute hat meine Partei auf dem Konvent in Wolfsburg einen Kompromiss zu CETA beschlossen (PDF) und meine TL geht steil, „Wer hat uns verraten?“ allenthalben, wieder einmal. Dabei scheinen mir einige Punkte in diesem Kompromiss ganz ordentlich:

  • Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Beratungen über CETA vor Beschlussfassung im europäischen und in den nationalen Parlamenten (S. 3 und nochmal auf S. 4)
  • öffentlich-rechtlicher Handelsgerichtshof statt privater Schiedsgerichte (S. 4)
  • Sicherung der Entscheidungshoheit der Parlamente „in vollem Umfang“ (S. 5)
  • weitreichende Schutzregelungen für Bereiche wie Wasserversorgung, Bildung, Gesundheit oder soziale Dienstleistungen (S. 6)
  • Diskussion des Abkommens im Bundestag vor Beratung und Entscheidung im EU-Ministerrat (S. 8)
  • der Wille, die weiteren kritische Punkte im weiteren Prozess zu gestalten (S. 7)

Ich finde meine Partei gut, weil sie sich bis in Detail mit diesem Abkommen auseinandersetzt und um jedes Komma streitet, immer mit dem Willen, ein positives Ergebnis zu erzielen, das uns alle voranbringt – auch dann, wenn 300.000 auf der Straße eine pauschale Ablehnung fordern. Die SPD ist die einzige Partei, die sich eben nicht holzschnittartig auf ein „ganz oder gar nicht“ beschränkt, sondern den Scheißtext von A bis Z durchackert und an jeder Scheißstelle konstruktiv den Stift ansetzt und Anpassungen einfordert. Ich finde gut, dass Matthias Miersch, immerhin Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD-Bundestagsfraktion, zur konstruktiven weiteren Mitarbeit aufruft. Ich finde, die SPD tut hier genau das, was für TTIP immer wieder eingefordert wurde: Ein Abkommen verhandeln, politisch zu bearbeiten, für Verbesserungen zu streiten. Ich finde richtig gut, dass in meiner Partei das „Denken Sie selbst! Bewahren Sie Ruhe und sich stets Ihre Skepsis.“ in einer Art und Weise ernstgenommen wird, wie ich es damals™, vor tausend Jahren in der Schule, auch verstanden habe. Diese Retro-Sozis, ey!

Ohne Kompass kostet Menschenleben

Es wurde Zeit. Es ist zum Heulen, aber es wurde Zeit für ein neues Bild. Der tote kleine Aylan hat mir vor Monaten die Tränen in die Augen getrieben, er hätte, wie er da mit dem Gesicht nach unten, tot am Strand lag, mein Kind sein können. Dieses Bild hat mich kalt erwischt, vor nur wenigen Wochen.

Es wurde Zeit, heute dieses Bild von dem toten Baby auf dem Arm des Rettungsmannes. Und wieder heule ich Rotz und Wasser, aber diesmal ist es anders. Ich bin sauer. Wie haben wir als EU versagt! Wie hat die Bundesregierung versagt! Dieses Mal ist bei mir so viel Wut dabei. „Wir schaffen das“ hat nicht gereicht, es hat Europa nicht gezeigt, wie wir das schaffen und es hat zu viel Raum gelassen für jene, die am ganz rechten Rand fischen. Mir kommt in den Sinn, was der viel gescholtene Gerhard Schröder gesagt hat: „Ich hätte gesagt: Wir können das schaffen, wenn wir bereit sind, Voraussetzungen dafür hinzubekommen.

Und ich denke: Auch das wäre noch viel zu wenig gewesen. Wir hätten ganz entschlossen handeln müssen, sofort. Wir hätten sagen müssen: Wir schaffen das, es handelt sich um eine europäische Notsituation, die nur mit vollem Einsatz bewältigt werden kann. Wir müssen allen Flüchtenden helfen, nicht nur einigen, sondern allen, sofort. Jede verfügbare Kraft muss zur Hilfe eingesetzt werden, die vielen freiwilligen Helfer*innen hätten nicht bestaunt, sondern sofort unterstützt werden müssen. Der ganzen rechtsnationalistischen Shice hätte man mit dauerhaften breiten Hilfsprogrammen das Wasser abgraben müssen, Einsatz der Bundeswehr von mir aus, um alle, wirklich alle Flüchtenden sofort zu retten und zu versorgen. Man hätte den europäischen Notstand ausrufen sollen oder sowas.

Vielleicht hätten Gerhard Schröder oder Helmut Schmidt besser gehandelt als Angela Merkel. Was fehlt, ist Entschlossenheit. Frau Merkel ist doch angeblich die mächtigste Frau der Welt. Wozu eigentlich?

Hier stehe ich, werft!

Soeben melden die Agenturen und Medien, dass der rechtsradikale Front National in Frankreich bei den Regionalwahlen stärkste Kraft werden wird. Und in Deutschland reden die Unionsparteien und sogar Teile meiner Partei den rechten das Wort.

Als ich 2013 Wahlkampf gemacht habe für Peer Steinbrück, habe ich für eine Wahlkampfaktion aus dem Fraktionsbüro im Alten Rathaus ein paar SPD-Banner mit dem Auto abgeholt. Damals dachte ich: „Was für ein Glück, ich kann heute Banner mit Logos einer sozialdemokratischen Partei ohne Angst in meinem Auto mit mir führen.“ Es gab auch Zeiten, da hätte ich das heimlich tun müssen und es gab nicht wenige Sozialdemokrat*innen, die in jener Zeit für ihre Überzeugungen in den Knast gewandert, wenn nicht gar ermordet worden sind.

Wir haben die Wahl 2013 krachend verloren, unser Kandidat war nicht glaubwürdig, aber unser Programm war großartig. Da stehen bis heute Dinge drin, für die ich mich am Infostand gern habe beschimpfen lassen, denn ich halte sie bis heute für richtig. Gewonnen haben damals CDU und CSU mit rund 42%, ohne ein Programm, ohne einen Kompass, einzig mit einer Kanzlerin, die alle lieben, weil sie niemandem wehtut.

Nach der Niederlage dachte ich: „Shice. Wenn das, was ich im Wahlkampf so vertreten und prognostiziert habe, wirklich eintritt, wird’s böse enden mit Europa.“ Ich habe das zur Seite gewischt, so schlimm wird’s schon nicht werden, dachte ich, „Du bist nur mies drauf wegen der verlorenen Wahl“, hab ich zu mir selbst gesagt. Und alle um mich rum haben gefeixt: Die blöde blöde SPD, wer hat uns verraten? Was machst Du bei denen? Europapolitik hat doch mit einer Bundestagswahl nichts zu tun, hieß es, als ich mit unseren Positionen zu Eurobonds, europäischer Steuergerechtigkeit und der europäischen Jungendarbeitslosigkeit das eine oder andere Menetekel an die Wand gemalt habe.

„Wird schon nicht so kommen“, hab ich mich nach der Niederlage beruhigt. Vielleicht kriegt die Merkel das ja doch hin, immerhin geht’s uns doch gut in Deutschland und vielleicht habe ich ja den einen oder anderen Zusammenhang herbeidiskutiert, den es so gar nicht gibt. Vielleicht habe ich Faktoren ausser acht gelassen, die alles ein wenig abmildern. Vielleicht hat Frau Merkel ja doch nicht nur leere Schachteln im Schaufenster stehen, vielleicht ist da ja doch irgendwo was dahinter und et hätt noch immer joot jejange.

Und heute? Die Union hat in der europäischen Solidargemeinschaft alles zerdeppert, was zu zerdeppern war. Für eine schwarze Null. Solidarität, dieser weicheste aller weichen Faktoren, wurde von selbsternannten eiskalten Entscheidern mit hart berechneten Euro-Summen beiseite geschoben.

Dann kamen die Flüchtlinge. Ich unterstütze voll den Kurs von Angela Merkel, aber leider tut ihre Partei das nicht. Seehofer und de Maizère liefern den Rechten täglich neues Futter, einziger Lichtblick ist die ehrenamtlich engagierte Zivilbevölkerung, die das leistet, was der Staat zu leisten verpflichtet wäre. Meine Partei zwischen den Stühlen: Einerseits macht sie als einzige Fraktion ihre Arbeit (und in weiten Teilen gar nicht mal schlecht!), andererseits eiert sie in der Außenwahrnehmung herum wie eh und je. Die europäischen Partner gucken auf das zerdepperte Geschirr und fragen: Deutschland? Die wollen uns vorschreiben, wie wir mit Flüchtlingen umzugehen haben? Mit dem vielen Geld, das wir dank ihrer Austeritätspolitik in Massen auf dem Heuboden liegen haben?

Und das linke politische Lager? Wo immer es etwas zu bekritteln gibt, wird die Schuld bei der SPD gesucht, mein Lieblingsargument: Die CDU tut wenigstens nicht so, als wolle sie etwas gutes, die wählen wir sehenden Auges mit 42% (inzwischen nur noch 36%), weil wir ganz offensiv ins Gesicht gesagt bekommen wollen, dass die fremdenfeindlich, homophob und im Schädel erstarrt sind. Die SPD hingegen müht sich ab, verrenkt und ringt mit sich und muss am Ende doch Kompromisse eingehen, für die wir Linken mit unserem 100%-Anspruch nur Verachtung übrig haben. Ach, eine alte Debatte, die mich ermüdet.

Und jetzt stehen die Rechten davor, Mehrheiten, also richtige Mehrheiten!, zu erlangen, wie die Exitpolls aus Frankreich heute Abend zeigen. Und statt dass das linke Lager geschlossen zusammensteht, wird gezetert: Verräterpartei, Verräterpartei! Tretet aus der SPD aus! Wählt die nicht! Schwächt sie wo ihr nur könnt!

Es will nicht in meinen Kopf, wie man nicht erkennen kann, dass man mit 25% der 2013 erlangten Stimmen gerade nicht 100% seiner Positionen durchsetzen kann. Es will nicht in meinen Kopf, wie man nicht erkennen kann, dass man am Ast sägt, auf dem man sitzt, wenn man ausgerechnet der SPD vorwirft, fremdenfeindlich, homophob oder gar kriegstreiberisch zu sein. Es will nicht in meinen Kopf, wie man nicht begreifen kann, dass die Kompromisse, die man mit 25% erzielt, natürlich nicht genau die Haltung wiedergeben, die man hat. Es will nicht in meinen Kopf, wie man sich hinstellen kann und gleich alles zur Hölle fahren lassen will, nur weil man nicht 100% seiner Haltung bekommt. Es will nicht in meinen Kopf, wie man sich genüsslich zurücklehnen kann, auf die dummen dummen Sozis schimpft und bestenfalls ein wenig über sie lacht, wie sie sich da abmühen, winden und zerlegen und am Ende doch wieder nur mit einem mäßigen oder miesen Kompromiss dastehen. Und es will nicht in meinen Kopf, wie man sich noch darüber freut, dass man ja von Anfang an recht gehabt hat: Wer hat uns verraten? Siehste!

Nun stehen die Rechten vor den Toren Roms. Wenn ich 2017 die Banner aus dem Keller des Alten Rathauses hole, wird es mir, wenn es gut läuft, etwas unangenehm sein. Wenn es schlecht läuft, werde ich das höchst stolz aber heimlich tun müssen.

Und 2021? Werde ich dann dafür abgeführt, wenn mein Kofferraum kontrolliert wird? Ich übertreibe vielleicht, aber ich fühle mich heute, als wären wir ungefähr bei Sekunde 20 in diesem deprimierenden Video hier:

Epilog

Wie oft habe ich mich gefragt: Wenn ich in Zeiten der NSDAP gelebt hätte, wäre ich ein Mitläufer geworden? Hätte ich den shice geglaubt und ihn toleriert? Hätte ich das aus Eigeninteresse vielleicht gar unterstützt? Ich hatte Geschichtsunterricht in der Schule, ich kenne in groben Zügen, was damals gelaufen ist. Mit dem Wissen kann ich zumindest für heute entscheiden: Wenn sich das wiederholt, wenn von mir aus  80% der Bundesbürger*innen die AfD oder einen ähnlichen Drecksverein wählen sollten, mein Standpunkt bleibt klar: Niemals werde ich solche Ansichten teilen oder tolerieren, und solange es irgend geht, werde ich mich für die Positionen in die Brust werfen, die mich zur SPD gebracht haben: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Ich bin entschlossen.

tl;dr

Wer ganz einfache Lösungen haben will: Die SPD gehört gestärkt, weil sie die wichtigste Kraft gegen rechts ist. Helft uns!

Die Anständigen sind in der Überzahl

Danke, Ihr tausende, die Ihr an den Bahnhöfen steht und die Flüchtlinge willkommen heißt! Die Social Media Kanäle sehen heute ganz anders aus als noch vor zwei Wochen, wo die braunen und rechten allen Platz eingenommen haben. Jetzt lese ich in überwältigender Masse von den Anständigen.

Sieh her, Welt! Die Anständigen sind nicht laut, sie sind aber in der überwältigenden Überzahl.

Update:
Die Welt guckt bereits. Die New York Times berichtet. Die Washington Post auch.

Die Nupsis der Raufasertapete im Meetingraum bilden bei längerem Hinsehen den Großen Wagen

Was das Bild des toten Kindes am Strand von Bodrum mit mir macht. Heute morgen habe ich es zum ersten Mal gesehen und es lässt meine Tränen kullern und kullern.

Auf der Arbeit habe ich heute viele Workshops gemacht und das getan, wofür ich bezahlt werde, ich habe mich in Konzepte und Prozesse versenkt und zwischendurch habe ich das Bild vor Augen und wieder drohen die Tränen zu kullern vor all den Kolleg*innen, schnell sage ich was zu Kundenserviceabläufen, um das Bild wegzukriegen und nicht blöd dazustehen vor den Damen und Herren in den Businessoutfits, man weint hier nicht.

Nur meiner Frau gegenüber habe ich heute morgen zugelassen, dass es mich heulen macht. In meiner TL lese ich, dass es anderen auch so geht wie mir, dass sie still vor sich hin weinen. Ich habe keine Ahnung, wie viel Schuld mich trifft am Schicksal dieses Kindes. Es sieht aus wie mein Kind, mit dem Gesicht im Wasser. Ich lese vorwurfsvolle Artikel, dass ich ja wohl nicht weinen würde, wenn das Kind nicht so europäisch aussähe. Ich würde nicht weinen, obwohl täglich tausende andere Kinder genauso ums Leben kommen, ertrinken, ersticken, von überfüllten Seelenverkäufern über Bord ins Meer geworfen werden.

Dieses Bild tut so weh, man kann es nicht ungesehen machen, es verfolgt eine*n. Eine Reaktion vieler in meiner TL ist: „Wer mir das rein retweetet, den blocke ich!“ Ich finde wichtig, dass ich es gesehen habe und dass es mit mir macht, was es macht. Ich blocke niemanden.

Call me an Unmensch, aber ich weine über dieses Kind, weil es aussieht wie meins. Es ist nicht entstellt, es stellt eine Verbindung her zwischen dem Leid und meinem geschützten und privilegierten Leben. Es bringt das Leid in mein Leben in Schwarzrheindorf und zwar mit einer Wucht, dass ich mich in Meetingräumen zwischendurch zur Wand drehen muss. Es ist, wie @mathiasrichel sagt, Europas Ground Zero.

Während ich sitze und heule, streifen die Analytiker im Netz umher und bewerten mit ihrer Fachkenntnis, wer Schuld trägt, Assad oder die EU oder beide und wir alle sowieso, weil wir die gewählt haben, die diese Gesetze gemacht haben. Sie analysieren Texte und Äußerungen. Sie werfen der Politik Bigotterie vor und zitieren Reports von Bundesministerien und statistische Auswertungen und kennen die wahren Schuldigen und mit ihrem messerscharfen Verstand ziehen sie messerscharfe Schlüsse sagen: „Siehst du! Sowas kommt von sowas!“, und ich sitze und weine unhörbar, als meine Kinder ganz ganz zufrieden in meinen Armen einschlafen. Ich habe ihnen „Der Mond ist aufgegangen“ und „Die Blümelein, sie schlafen“ gesungen.

Ich habe kein Rezept und ich habe keine Antwort. Ich bin nicht sauer auf irgendwen, nicht aufgebracht, ich weiß nicht, wen ich verurteilen muss und wenn ich sage, ich bin traurig, dann ist das richtig, aber irgendwie auch nicht richtig, denn ich bin glücklich, wie meine Kinder da schlafen, mit den Gesichtern nach oben, in ihren Betten und nicht im Wasser.

Ich weiß nicht, was zu tun ist, aber es muss irgendwas mit helfen und ändern und Verantwortung übernehmen sein. Es muss was mit teilen zu tun haben. Es muss was mit abgeben zu tun haben, mit Anteilnahme, mit eintreten und einer altmodischen Aufrichtigkeit, die wir allenthalben belächeln, wenn wir unsere messerscharfen Schlüsse ziehen.

Wahlberechtigtenbeschimpfung

Wir haben einen Herrn, heißblütig, toll, auf Bohnen sehr erpicht, ein brummig alter Kauz, ein bisschen taub: Herr Demos von der Pnyx.

(Aristophanes, „Die Ritter„, 424 v. Chr.)

Wenn man böse wird, muss man es eigentlich gleich verbloggen. Was hätte Adorno nur dazu gesagt, dass ich durch zwischenzeitliches Kinderhüten, kochen, Küche aufräumen und Erwerbstätigkeit nachgehen wieder milder gestimmt bin, obwohl sich an den Umständen nichts geändert hat?

Was habe ich in die TL gewettert (s. hier, hier, hier, hier, hier und hier), über diese 15.000, die sich an die Seite von Rechtsradikalen auf die Straßen von Dresden stellen und diffusen Unsinn über eine angebliche Islamisierung Europas daherfaseln. Die keine Nazis sein wollen, sich aber mit ebensolchen gemein machen. Wenn Ihr Euch zu denen dazu stellt, dann werdet Ihr als Nazis wahrgenommen. Stellt Euch von denen weg. Wenn Ihr bei denen mitlauft und deren Unsinn lauthals in die Straßen brüllt, dann haben wir das Recht, Euch als Rechte zu beschimpfen. Dann seid Ihr Rechte. Geht von den Rechten weg. Hört auf, rechte Hetze zu verbreiten. Erzählt uns nichts von „Ängsten“, immer habt Ihr Angst vor irgendwas. Ich glaube, Ihr habt in Wirklichkeit gar keine Angst. Ihr seid nur unzufrieden. Jahrelang habt Ihr geglaubt, dass Ihr mit der Ableistung Eurer Erwerbstätigkeit Eure Pflicht als Mitglieder einer demokratischen Wertegemeinschaft, dass Ihr gleichsam als Leistungsträger der Gesellschaft, Euer Soll erfüllt habt und mit einer Flasche Bier oder einem Rotwein auf die Couch sinken dürft und Eurem Frust über Euer in Wirklichkeit unerfülltes Leben dadurch Luft machen dürft, dass Ihr die Nachrichten in der Tagesschau nicht mehr kapiert.

Ihr ruft, Ihr wäret das Volk. Dann kommt bitte Euren Pflichten als Volk nach, denn in einer Demokratie ist das Volk der Souverän, und das heißt Arbeit, verdammte Axt. Es ist Eure Pflicht als Volk die Konflikte zu durchschauen. Jaja!, das ist anstrengend und kompliziert, da sind keine schnellen Erfolge zu feiern, da muss man schon dran bleiben. Es reicht nicht, Dinge nicht zu kapieren und dann nicht wählen zu gehen. Es muss Euch Ansporn sein, Dinge zu kapieren, damit Ihr darüber entscheiden könnt. Es reicht nicht, die Politiker™ zu verteufeln, denn die sind – haha! Demokratie! – welche von Euch, von uns.

Es reicht nicht, die Medien als systemgesteuert zu bezeichnen, nur weil Ihr nicht versteht, was da drin steht. Weil Ihr es nicht versteht, behauptet Ihr, es sei falsch. Ihr seid noch schlimmer als der Herr Demos von der Pnyx. Ihr geht hin und sucht Euch das als richtig aus, was Ihr zu verstehen glaubt, weil es so einfach ist, dass man es mit einer Flasche Bier in der Hand, der Feierabend hat gerade begonnen, ohne viel Nachdenken, für einleuchtend halten kann. Ihr habt keine Angst, Ihr seid faul. Ihr geht nicht zur Wahl und denkt, damit hättet Ihr einen wichtigen Beitrag geleistet, sollen die Shice-Politiker doch zusehen, wie sie damit zurecht kommen, wenn Ihr nicht mehr mitmacht. Dabei habt Ihr nur keine Lust, 160 Seiten Wahlprogramm zu lesen und zu verstehen. Euer Problem ist nicht Angst vor schlimmen Muslimen, Euer Problem ist Eure Ignoranz und Faulheit. Einfach muss es sein! Schließlich habt Ihr ja schon den ganzen Tag gearbeitet! und dann auch noch die Kinder ins Bett gebracht!

Ihr Thore! Am Ende geht es doch gar nicht um die Politiker, sondern um Euch und uns und um Eure und meine Kinder! Wenn Euch die Politiker nicht gefallen, habt Ihr hier in dieser Demokratie einerseits die fantastische Möglichkeit, es selbst besser zu machen. Aber andererseits müsst Ihr es sogar besser machen.

Warum tut Ihr das nicht? Weil Ihr beschimpft werden könntet. Von Leuten wie Euch. Weil Ihr falsche Entscheidungen treffen könntet, was Leute wie Ihr Euch selbst nicht zugestehen würden, weil Ihr seit Jahren aus Eurer komfortablen Lage heraus Dinge in einer derartigen Lautstärke geschrien habt, dass Ihr Euch nicht mehr traut, sie zu relativieren. Weil Ihr insgeheim wisst, was für einen Shice Ihr da brüllt. Aber wegen des Gebrülls könnt Ihr nicht mehr zurück und plötzlich wird jedes gute Argument gefährlich, denn es führt Euch vor Augen, wie falsch Ihr Euch die ganze Zeit verhalten habt. Das tut weh und wie steht Ihr jetzt da?

Aber zum Glück gibt es ja 14.999 weitere, die mit Euch brüllen, das kann man so lange weitermachen, bis alles kaputt ist, und erst dann wollt Ihr’s nicht gewesen sein. Ich finde, Ihr könntet lieber jetzt schon mal damit anfangen, es am Ende nicht gewesen zu sein. Stellt Euch weg von den Rechten. Hört auf, deren Parolen zu rufen. Hört auf, andere für Eure Unzufriedenheit verantwortlich zu machen. Es sind Eure Köpfe, Eure Hände, das sind Eure Werkzeuge, lasst Euch die nicht von Rechten führen. Seid freundlich, Ihr könnt das!, fragt die, über die Ihr dieser Tage hetzt, warum sie hier sind. Fragt nicht die, die sich ganz einfache Antworten auf diese Frage frei ausdenken, fragt die Flüchtlinge, die Migranten, die Zugezogenen selbst. Fragt sie, warum sie alles zurückgelassen haben und hört ihnen nur fünf Minuten zu. Fragt sie nach ihren Fähigkeiten. Schenkt ihnen ein Ohr, es wird Euch mindestens genauso viel nützen wie ihnen. Und es wird uns allen nützen.

Hört auf zu marschieren, setzt Euch hin. Nehmt die Hände aus der Luft. Ihr habt keine Angst. Ihr habt nur keine Ahnung, das könnt Ihr ändern.

 

 

Disclaimer: „Demos“ ist das altgriechische Wort für das Volk eines Staates, also, auf heutige Zeit übertragen, für die Wahlberechtigten. Das seid Ihr, Ihr dicken faulen Säcke, die sich alles mögliche einflüstern lassen, sich gleichsam mit leicht verdaulicher Kost bedienen lassen von Hetzern. Am Ende sagt der Demos in Aristophanes Stück: „So töricht war ich, so ein altes Kind?“

Wahlabend 2014

Meine kurze Zusammenfassung, ohne dass ich mit irgendwem gesprochen hätte, nur aufgrund der Zahlen:

Europawahl

Martin Schulz hat gezogen, allenthalben starke Zugewinne in Deutschland für die SPD. Ich freue mich ein bisschen darüber. Aber ich finde, wir sollten nicht vergessen, dass wir™ (also die Sozis) von 20,8% aus dem Jahr 2009 gekommen sind, dem miesesten Ergebnis aller Zeiten. Da sind 27,2% am Ende irgendwie ganz ok, aber meh. Stärkste Kraft sind die Konservativen. Meh. Und im gesamteuropäischen Bild gewinnen die Fuck-Nazis überall dazu. Kotz. Ob’s für Martin zum Kommissionspräsidenten reicht, erscheint mir gerade sehr fraglich.

Kommunalwahl

In Bonn hatte die SPD 2009 ein historisch schlechtes Ergebnis erzielt, das wir dieses Jahr noch einmal leicht unterbieten konnten. Ich bin bedient. Ich habe heute keine Ahnung, woran das liegt und ich fürchte, ein Grund für dieses miese Ergebnis ist, dass wir seit 2009 auch nicht so richtig herausgefunden haben, was damals der Grund war. Nächste Woche ist Vorstandssitzung im OV Beuel. Wäre sie heute, wäre ich geneigt, heftige Veränderungen zu fordern. Aber erstmal hören, was die anderen Genoss*innen so finden.