Ich mach die Wäsche

Entgegen allen Empfehlungen und entgegen meiner eigenen inneren Einstellung habe ich dieses Jahr ziemlich viel WM geguckt. Ich habe nach dem 7:1 und dem späten Tor von Undav eine zeitlang geglaubt, dass mit dem deutschen Team was entstanden sein könnte (anderes Thema, heftige Fehleinschätzung), aber was wirklich wirklich schlimm ist: Nordamerika darf imho nie wieder eine Fußball-WM ausrichten. Shice Stadien, shice Gehabe mit „das Publikum zählt den Countdown runter bis zum Anpfiff“, TRINKPAUSEN!, die Regie zeigt Jennifer Aniston statt Marc Cucurella und die Stimmung in den Stadien ist still und ich höre die Superstars sich „hier, hier!“ zurufen, als wären wir auf einem Bolzplatz in Kreisliga C an der holländischen Grenze.

Trinkpause! Da gehen die shice nordamerikanischen Zuschauer*innen erstmal in aller Ruhe pissen, was trinken und mitten im Spiel ist das Stadion halb leer. Von den sportlichen Unterbrechungen, die den Flow der spielenden Mannschaften völlig zerstückeln, reden wir dabei noch nicht einmal.

Jetzt ist gerade Halbzeit im WM-Finale. Es ist normalerweise das Hochamt all jener, die jemals vor einen Ball getreten haben. Ich mach die Wäsche. Ich will diese Shice nicht sehen. Ich will Fußball sehen. Ich will Marc Cucurella sehen und mich über seine Frisur aufregen und seine Spielweise. Von mir aus auch Lionel Messi. Aber ich will nicht von diesem nordamerikanischen Klickvieh und seinen Shows beim Verfolgen des besten Sports der Welt beeinträchtigt werden.

Von Maxim Loick

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