Established

Da muss ich ja erstmal drauf kommen mit meinem langsamen Gehirn. Das ganze Problem ist ja, dass ich und meinesgleichen inzwischen zum Establishment gehören. Dafür hab ich deswegen so lange gebraucht, weil ich mit diesen ganzen Feminist*innen-Positionen, dem Low-Carbon-Footprint, dem Sozi-Sein, dem ganzen ehrenamtlichen Gedöns gegen Vorratsdatenspeicherung und für den Breitbandausbau und der Forderung nach der digitalen Revolution an unseren Schulen es nicht für möglich gehalten habe, dass das Positionen des Establishments sein könnten.

Aber wo das – vermeintliche! – Establishment solche Positionen vertritt, da muss man, wenn man das Establishment einreißen will, eben rechtspopulistische Positionen vertreten. Ist es wirklich so einfach? Geht’s diesen Reichsbürger*innen eigentlich darum, denen, von denen sie vermuten, dass sie arrivierte fette Quallen sind (also meinesgleichen), ans Bein pinkeln zu wollen?

Vielleicht stimmt das so nicht, die einfachen Erklärungen sind ja meist verkehrt. Aber immerhin eins nehme ich aus diesem Gedanken mit: Es gibt sicher nicht wenige, die mich für „established“ halten,  weil ich glücklich bin, weil ich privilegiert bin mit meinem weiß-sein, meinem Mann-sein, meinem wirtschaftlich einigermaßen gesichert sein, meinem Ressourcen übrig haben für politische Arbeit, für ehrenamtliche Arbeit.

Dabei bin ich voll nett.

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Von Maxim Loick

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