Die Macht der Lowperformerinnen mit den dicken Budgets

Wenn die Sparkasse sich sträubt, ihre Formulare auf weibliche Ansprache von Kundinnen anzupassen und dafür Recht bekommt, wenn meine Partei aus #GroKo-Shicegründen den em-effing §219 nicht abzuschaffen in der Lage ist, dann hab ich vermehrt Bock, dass sich trackle nicht nur zu einer prosperierenden Mittelständlerin entwickelt, sondern zu einer richtig dicken, konzernartigen Weltmarktführerin, mit Milliarden Customer Hardware Devices im Feld, mit Apps und Plattformen und all dem Pipapo, den so eine Weltmarktführerin haben muss. Ich hab Bock darauf, dass wir das dadurch erreichen, dass wir volldiversifizert sind, im Management, im Bereich Innovation und Entwicklung, im Bereich Marketing. Dann habe ich richtig Bock darauf, alle Boysclubs dadurch fertig zu machen, dass bei uns diversifizierte Entscheidungen getroffen werden. Dass bei uns Entscheiderinnen sitzen. Dass bei uns Diversifizierung kein Feigenblatt für die Streetcredibility ist, sondern knallharte geschäftliche Kalkulation. Dass unsere Produkte unschlagbar gut sind, weil sie bereits von der Idee her aus allen Perspektive beleuchtet sind. Dass sie über die ganze Entwicklung hinweg aus allen Perspektiven beleuchtet sind. Dass sie im Marketing aus allen Perspektiven beleuchtet sind. Dass sie für Afrika, Asien, Südamerika, Europa und Nordamerika*) die besten sind, weil wir uns Frauen und Männer aller Farben, Neigungen und Herkünfte holen und Boysclubs zum Teufel jagen.

Ich habe Bock darauf, groß und fett zu werden, so fett, dass wir Frauen aller Farben und Herkünfte in die Lage versetzen, die ganz dicken Budgets halbherzig zu verplempern, während sich Männer bei uns nach der Decke strecken müssen. Dass sich bei uns Männer organisieren müssen, weil sie keine Lust mehr haben, vom generischen Femininum mitgemeint zu sein. Dass wir die gefährlichste und unnachgiebigste Waffe für die Gleichberechtigung aller Geschlechter an den Start bringen: Mainstream. Gleichgültigkeit. Nichtdrübernachgedacht. Schonimmersogewesen. Weibliche Lowperformerinnen in höchsten Gremien unseres dicken, schwerfälligen, aber systemrelevanten (DIE ARBEITSPLÄTZE!) Molochs von Konzern, die den engagierten jungen Familienvätern nicht zutrauen, 2,5 Mio. € für die Erweiterung der an die Grenzen stoßenden Nummernkreise unserer Bestellnummern gut zu verwalten und die „die paar Kröten“ daher lieber der lahmen Elsa geben, nur weil wir sie schon kennen.

Will sagen: Ich hab Bock darauf, dass bei uns Frauen und diverse Menschen (also divers im Sinne von divers!) die relevanten Entscheidungen treffen, nämlich die über das em-effing GELD.

Ich habe keinen Bock mehr darauf, dass alle für die nice persönliche politische Agenda nach „MEHR GRÜNDERINNEN!“ rufen und sich damit aus der Affäre ziehen. Ich will ganz ganz laut nach den „INVESTORINNEN!“ rufen. Nach den dicken Budgets, die von Frauen verbrannt werden, wie sie heute ganz selbstverständlich von Männern verbrannt werden.

Ich hab Bock darauf, dass trackle et al. für den ganzen em-effing Wirtschaftssektor insgesamt sowas werden wie die Autoindustrie heute für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dass sich Politikerinnen nicht leisten können, unser Pendant zu den Pfeffersäcken – nennen wir sie mal Obermöhne – zu ignorieren. Ich hab Bock darauf, dass vielleicht mal jemand anderes für trackle solche Posts wie diesen hier schreibt, also Posts, die dann weniger von dicken Budgets und Allmachtphantasien handeln und „ich hab Bock auf“ Formulierungen verwenden. Die vielleicht viel klüger, weil diverser, sind.

Ok, das wird noch ein langer Weg. Aber für den Anfang könnten wir doch Brigitte Zypries mal fragen, ob sie als Nachfolgejob für den der Wirtschaftsministerin nicht Bock hätte, gegen Bezahlung jeden Morgen Jens Spahn im Bundestag eine reinzuhauen. Das könnte ich mir auch sehr gut vorstellen. Gibt’s dafür kein Budget? Warum eigentlich, wer entscheidet das?

Veröffentlicht von

Maxim Loick

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