Wirres vom Tage

  • Es war ja gerade Weltfrauentag, oder treffender: Frauenkampftag. Habe versucht, mich als ciswhitemale zurückzunehmen und stattdessen Frauen zu retweeten und ihnen durch mein Klappehalten den Raum zu vergrößern. Je länger ich Frauen bei Twitter zuhöre, desto leiser muss ich werden, auch ohne Frauenkampftag. In keiner Maschinerie habe ich so viel gelernt wie auf Twitter.
  • Apropos Weltfrauentag, in der TL hieß es: Stellt Frauen ein. Zahlt ihnen ordentliches Geld. Gebt ihnen Macht. Ich habe kurz unser Team bei @trackle_de angesehen: Wir sind tatsächlich 50:50 Frauen und Männer. Ich hoffe, wir sind auf einem guten Weg. Ich habe heute was gelesen von einer Französin, die in ich glaub 20 Startups oder so gearbeitet hat und dort immer nur max. 500 Euro/Monat bekommen hat. Wir zahlen besser. Zum Glück, denn das hätte mich in meiner Sozi-Ehre nicht nur gekränkt, sondern krank gemacht.
  • Ich weiß nicht genau, ob unsere Investor*innen das gile finden, aber ich bin sowieso gar nicht so vom Reichwerden getrieben, sondern mehr so vom „Wir müssen’s gile machen!“ Ich habe mal eine Roboterin des wohl weltweit bekanntesten Möbelkonzerns schwedischer Herkunft sprechen hören, die immer „The purpose beyond profit“ beschworen hat. Also sowas wie „Wir wollen Euch Kund*innen nur deswegen das Geld aus der Tasche ziehen, um damit einen höheren Zweck zu verfolgen.“ Ich finde das in dieser Form völlig verlogen. Da braucht nur eine*r um die Ecke zu kommen und mal zu fragen: Wie viel Steuern habt Ihr, SCHWEDISCHER MÖBELKONZERN!, zum Beispiel in den letzten Jahren in den Mitteleuropäischen Ländern bezahlt?
    Ich glaube aber, dass man mit „There’s profit beyond purpose“ tatsächlich einigermaßen moralisch vertretbar was reißen kann: Mach ein Produkt, dass wirklich was verbessert – und dann kriegste auch Kohle dafür. We’re on it with @trackle_de. Und was unsere Investor*innen angeht: Die wollen ja Gründer*innen, die brennen – und für sowas brenne ich voll. Also mehr für das „ich muss das gut und richtig machen“ als für das „jeden Cent aus der letzten Kundin, die schon vor zehn Jahren abgesprungen ist, noch rausholen“. Das betrifft übrigens auch ganz dringend alles, was unsere Mitarbeiter*innen angeht. Ich würde, nur um es solchen Dornige-Chancen-Luschis wie Christian Lindner zu zeigen, eigentlich gerne nur noch Schwangere einstellen. Überhaupt möchte ich nur noch mit Müttern zusammenarbeiten, das sind die besten. Kein Gehampel wegen persönlicher Befindlichkeiten, maximal effizient und maximal produktiv: They get shit done, weil sie um 16:00 Uhr am Kindergarten sein müssen, um die Tochter abzuholen. Außerdem setzen Mütter die Prioritäten richtig. Fertig werden, um Zeit für die Kinder zu haben. <3
  • Ach, kein Bock mehr über Arbeit zu schreiben. Die nimmt eh viel zu viel Zeit und Raum in Anspruch. Startup-Life ist nicht posh. Und eigentlich finde ich Arbeitnehmer*innen-Schutz-Errungenschaften wie Tarifverträge und sowas ganz gile.
  • Et @frau_ratte hat ja nicht nur den @trackle_de Konzern groß gemacht, sondern nebenbei auch noch bei uns den Flur gestrichen und dabei eine schadhafte Stelle mit Bauschaum ausgebessert. Meine Frau kann alles und ist wunderschön!
  • Habe mit den beiden Söhnen die ersten beiden Filme der „Hobbit“-Trilogie geguckt. Ideal, um am Sonntagmittag nochmal wegzupennen. Danach waren wir im Escape-Room in Endenich. Sehr cool, aber viel zu teuer. Aber das Foto, das die von uns gemacht haben, ist herzzerreißend!

Veröffentlicht von

Maxim Loick

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