Frauenpartei SPD

Was bin ich genervt. Frau von der Leyen soll Verteidigungsministerin werden. Ich interessiere mich in diesem Moment gerade nicht für Frau von der Leyen persönlich und ihre Kompetenzen. Ich bin genervt, weil eine Partei wie die Union, die für reaktionäre Politik wie keine zweite steht, als erste ein sog. „hartes“ Ministerium an eine Frau vergibt. Ich bin sowieso schon genervt, dass uns die Union mit Angela Merkel und Ursula von der Leyen in entscheidenden Positionen wie einen mittelalterlichen Katholikenverbund aussehen lässt: Wir, die Sozialdemokrat*innen, die einst das Frauenwahlrecht durchgesetzt haben, stehen mit Gabriel und Steinmeier einmal mehr belämmert daneben (und merken es noch nicht einmal). Wir wollen moderne Politik für Männer und Frauen machen, so steht’s in unserem Wahlprogramm, aber niemanden interessiert das, weil Frauen in unserer Partei immer noch nicht zugetraut wird, die entscheidenden Stellen ausfüllen zu können. Die Union lässt ihre Kackpolitik von Frauen machen und ist uns damit meilenweit voraus. Das nervt mich. Ich will, dass die SPD endlich Ernst macht mit den Frauen. Hatte ich nicht weiland für Peers Kompetenzteam eine Frau als Schattenministerin für Finanzen gefordert? Und jetzt macht die Union quasi das. Ich begrüße das*). Aber ich bin maximal genervt, dass es nicht von uns kommt.

*) Ich begrüße nicht die Personalie Ursula von der Leyen, weil ich glaube, dass sie schreckliche konservative Politik machen wird. Aber ich begrüße die Besetzung dieses Amts mit einer Frau.

Veröffentlicht von

Maxim Loick

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3 Gedanken zu „Frauenpartei SPD“

  1. Oberhalb einer bestimmten Liga ist es wirklich wurscht, ob und wie viele Ministerämter von Männern oder Frauen bekleidet werden. Und wer sich darüber Gedanken macht, wie die CDU die SPD aussehen lässt, nur weil Zensursula jetzt demnächst in der schussicherem Weste durch Afghanistan stolpern darf, der vergisst eins: Franz-Josef Jung und der Lügenbaron waren beides Vollversager auf diesem Posten und mussten ihn räumen. Dann hat Angie ihren besten Mann geschickt – und hätte ihn fast verloren. Angie will aber nicht, dass Zensursula ihre Nachfolge antritt, sondern de Maiziere. Deshalb nimmt sie ihn jetzt aus der Schusslinie und gibt ihm ein Amt, das wichtig ist und das er schon mal erfolgreich gemacht hat. Verteidigung kann man nur verkacken, vor allem in diesen Zeiten, in denen die Bundeswehr richtig kämpfen muss und keine Kohle hat – vom Rückhalt in der Bevölkerung ganz zu schweigen. Mich würde ja mal interessieren, wass Angie Zensursula versprechen musste, damit sie diesen Job macht.

    Aber ehrlich: Das Unwichtigste an dieser ganzen Nummer ist die Geschlechterfrage. Oder sind tatsächlich alle SPD-Frauen scharf auf Gleichberechtigung bei der Bundeswehr?

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