Die einfache Lösung ist immer die blödeste

Keine Ahnung, ob das Vorgehen der Polizei in Hamburg dieser Tage korrekt war und ich halte es prinzipiell mit @papapreuss, der sagt:

Ich will auch gar nicht darüber streiten, wer nun wem zuerst auf die Moppe gehauen hat, das ist ja Kindergarten.

Ich finde nur, dass Demonstrierende die Gewaltbereiten in den eigenen Reihen isolieren sollten, denn sie schaden dem Anliegen jeder Demonstration. Gewaltbereite scheinen mir mit der Komplexität des Zusammenlebens nicht klarzukommen, Gewalt ist doch immer das, was irgendwelche Blitzbirnen als „die einfache Lösung“ darzustellen versuchen („Bei mir wär das ganz einfach! Kopp ab, alle!“). Aber es gibt für eigentlich kein einziges Problem eine einfache Lösung. Die einfache Lösung wird immer nur von denen eingesetzt, die entweder keine Lust haben, einem Problem gerecht zu werden oder zu blöd dazu sind.

Das gleiche gilt aber natürlich auch für die Exekutivkräfte des Staates. Undifferenziertes Über-Einen-Kamm-Scheren und die Errichtung von „Gefahrenzonen“ wirken m. E. nicht gerade deeskalierend und ein schulterzuckendes „sind die doch selber schuld“ hilft mal gerade gar nicht weiter. Der Staat muss, gerade weil er in unser aller Namen auftritt, besonnen handeln. Ich finde, dass die Berliner Polizei einen Schritt in die richtige Richtung macht, wenn sie die Kommunikation auf die sozialen Medien ausweiten will. Natürlich sind Polizisten auch nur Menschen, aber sie sind organisiert. Ich finde, die Organisierung der Polizeikräfte muss Mechanismen bereitstellen, nach denen „allzu menschliches Handeln“ nicht in Gewalt mündet, sondern in Deeskalation.

Leider habe ich auch keine Ahnung, wie diese Mechanismen denn genau aussehen müssen. Genauso wenig, wie ich weiß, wie Demonstrierende die Gewalttätigen loswerden. Und was ich mich eigentlich frage: Wofür oder wogegen wurde in Hamburg eigentlich demonstriert?

Veröffentlicht von

Maxim Loick

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