Das Gegenteil von „gut gemacht“ ist „nicht gut gemeint“.

Da stellt sich Frau Merkel heute hin und sagt sowas wie „Wir müssen den Datenschutz ganz groß schreiben!„.

Ähnliches haben Thomas Oppermann und Sigmar Gabriel zuletzt auch gesagt. Und während die ganze SPD (ich eingeschlossen) ihren Vorderleuten „Unglaubwürdig!“ (oder wahlweise „Verrat!“) ins Gesicht schreit, steht die CDU jetzt ganz leise hinter Frau Merkel und denkt bei sich heimlich: „Nur noch bis zum 22.09. die Füße still halten, danach machen wir wieder das mit dem Generalverdacht.“ Niemand in der CDU steht ein für die Glaubwürdigkeit der Partei, alle liegen auf den Knien vor Angela Merkel. Und die halten sich dabei noch für die superschlauen Füchse und lachen sich über die naiven Idioten von den Sozis kaputt, die mit solch weltfremden Ideen wie „Freiheit und Demokratie schützen“ die eigene Machtübernahme gefährden.

Wir werden diese Wahl vielleicht nicht gewinnen, aber ich bin in der richtigen Partei. Denn die angebliche Heuchelei, die man der SPD reflexartig jeden Tag vierzehnmal vorwirft, die mag bei uns an einzelnen Stellen auftreten (VDS) und ich verurteile das scharf. Aber es gibt bei uns laute und viele Stimmen, die sich das nicht gefallen lassen wollen und die sich dagegen zur Wehr setzen. Es gibt hier viele und laute Stimmen, die sich täglich dem Vorwurf der angeblichen Naivität und der angeblichen Sozialromantik aussetzen und trotzdem nichts weniger als das Richtige tun wollen und dafür offen und unmissverständlich ihre Vorderleute kritisieren. Die meisten in der SPD, die ich kenne (und das sind nicht nur die aus meinem kleinen OV), wollen das Richtige tun und sind bereit, dafür auch schlecht auszusehen. Und wir sehen in der Tat zur Zeit einigermaßen schlecht aus, aber das ist kein Indiz für unsere Schwäche, sondern ist genau genommen eine Folge unserer Stärke. Die einfachen Lösungen, die, die offen gelogen sind, die, die zu nichts führen, die, die jede Verantwortung scheuen, die, die einen KanzlerInnenjob sichern, damit der/die Betreffende über ein geregeltes Einkommen verfügt, diese einfachen Lösungen gibt es wo anders. Unsere Leute wollen Kanzler werden, um das Richtige zu tun. Bei uns gibt es nur die schwierigen Lösungen, bei uns gibt es Kompromisse, die am Ende blöd aussehen und über die die Leute sagen „Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht“ und im besten Fall über uns lachen. Aber mit der SPD werden die Sachen durchgesetzt, die wir inzwischen für selbstverständlich halten: Frauenwahlrecht. Nein zum Ermächtigungsgesetz. Annäherung durch Wandel. Mehr Demokratie wagen. „We are not convinced“. Das Gegenteil von „gut gemacht“ ist nämlich vor allem „nicht gut gemeint“.

Ich bin der festen Überzeugung, dass „schlecht gemacht ohne jemals das Gute gewollt zu haben“ nicht nur das Gegenteil von „gut gemacht“ ist, sondern der Untergang. Der Untergang des sozialen Wesens Mensch – und die Wohlhabenden sitzen mit teurem Rotwein davor, gucken zu und rufen „Aww! Diese Sozialromantik! Küss mich jetzt und hier auf der Yacht, Honey!“

 

Veröffentlicht von

Maxim Loick

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