Ennertbad

Schöne Menschen allenthalben, in allen Medien und auf allen Plakaten. Mais ceci n’est pas une pipe, also: Das sind nicht die Menschen, was wir da sehen, sondern das, was ein*e Fotograf*in/Werbeentscheider*in/Marketingleiter*in uns als Bild von Menschen hinstellt. Soweit so banal – und doch wichtig, denn wo kann ich denn die Menschen sehen, also in echt, so wie sie sind?

Im Freibad. Da sind sie alle. Dick oder dünn, groß oder klein, braun oder bleich, krumm und bucklig oder gerade und schön. Tätowiert oder nicht tätowiert. Mit Kindern oder Teenager, mit Migrationshintergrund oder autochthone. Sie geben an oder sind g’schamig, sie rennen ins Wasser oder brauchen ein Jahr, um da rein zu kommen, sie essen Eis oder werfen Bälle hin und her. Sie trösten weinende Babys oder brüllen wie die Gorillas quer übers Gelände, sie halten Händchen oder sitzen zeitungslesend stumm nebeneinander, sie watscheln oder rennen oder schreiten.

Und kein*e einzige*r sieht so aus wie auf den Plakaten. Was für ein Glück, dass es Freibäder gibt.

Von Maxim Loick

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