Wahlaufruf für Katja Dörner

Die Sherlocks unter Euch finden ja schnell raus, dass ich allen Umfragewerten zum Trotz in der SPD bin. Heute jedoch möchte ich die Bonner*innen bitten, am Sonntag (27.09.2020) mal nicht meine Partei, sondern Katja Dörner von den Grünen zu wählen. Ich glaube, dass das einige Knoten in der Stadt lösen würde. Mir geht zunehmend auf den Sack, wie der amtierende OB mit gekämmten Haaren und den Händen im Schoß so tut, als wäre Bonn immer noch die beschauliche kleine Boomtown am Fuße des Siebengebirges.

Aber dem ist seit langem nicht mehr so. Da steht ein weißhaariger OB-Darsteller an der Spitze der Verwaltung und glaubt, mit einer Grassode auf einer Bushaltestelle den ökologischen Wechsel simulieren zu können, während seine CDU-Hoschis hinter dem Schild namens „die Verwaltung“ federführend alles blockieren, was positive Entwicklung verspricht.

Wie war das noch in Paris? Dort hat Anne Hidalgo mit einem radikalen Wechsel in der städtischen Verkehrspolitik ihr Amt souverän verteidigen konnte – und wir sehen Fahrräder und Menschen auf Straßen, die zuvor von Autos und Abgasen dominiert wurden. Und weitere Städte zeigen, wie’s geht: Barcelona, Stockholm, Amsterdam, Oslo. Steht man in Bonn als Fußgänger*in auf der Straße, fühlt man sich zwischen all den Autos fehl am Platz. In jenen Städten fährt man mit dem Auto in Bezirke, an denen es eine*r peinlich ist, dass man die Karre nicht vor den Toren der Stadt abgestellt hat.

Kennedybrücke – Foto: Sir James – Own work, CC BY 3.0

Das will ich für Bonn auch. Wir leben hier in einer enorm schönen Lage: Rhein, Siebengebirge, vorzeigbare Bausubstanz. Und dann zerschneiden Autos  auf dem Bertha-von-Suttner-Platz die Stadt in Stücke. Die Kennedybrücke, eigentlich ein zentraler Ort in der Stadt, der das Zentrum Bonns mit dem Zentrum Beuels verbindet, ist nahezu unbenutzbar, weil dort Autos die höchste Priorität eingeräumt wird. Und wo meiner eigenen Partei so oft der Mut fehlt, den großen Wurf zu wagen, da steht die amtierende CDU für misanthrope Rückwärtsgewandtheit – und da hege ich die Hoffnung, dass mit einer grünen OB und einer rot-rot-grünen Ratsmehrheit (inkl. einer zusätzlichen grünen OB-Stimme) Dinge möglich werden könnten, die wir uns sonst nur verträumt am Lagerfeuer zu erzählen wagen.

Wählt bitte am Sonntag alle Katja Dörner.

Von Maxim Loick

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